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MonatsausLESE: Juni 2020

30 Jun

Diesmal bin ich mit dem Monatspost recht früh dran, was aber einfach daran liegt, dass ich heute definitiv kein Buch mehr durchlesen werde. ^^ Ich war ja auch fleißig genug, 12 (zugegeben nicht sehr dicke, aber egal) Bücher habe ich gelesen und die meisten davon waren sogar gut oder sehr gut. Hurra!

Statistisches (ohne Sachbücher)
Anzahl Bücher: 12
Seiten-Gesamtzahl: 3106

***

Mycroft Holmes and the Adventure of the Silver Birches (David Dickinson) 51 Seiten
Hmm, ich weiß nicht so ganz was ich von diesem Auftakt zu einer Reihe von Pastiche-Geschichten halten soll. Einerseits finde ich die Idee super, dass Mycroft und Lestrade zusammen Fälle lösen (gebt mir das als Spinoff zu Sherlock und mein inneres Shipping-Fangirl ist glücklich) und der Fall war ja auch recht interessant. Allerdings endet die Geschichte definitiv zu abrupt und dass dann auch noch Sherlock Holmes letztlich den entscheidenden Hinweis zur Lösung des Falles gibt hat mir nicht so gut gefallen – hier soll es ja gerade darum gehen, dass sein Bruder die Fälle lösen muss, weil Sherlock sich in den Ruhestand zurückgezogen hat. Und ich weiß auch nicht so recht wie mir die Darstellung von Mycroft gefällt. Eigentlich bleibt er recht blass…die Idee, dass eine Abweichung von seinen täglichen Gewohnheiten ihn geradezu körperlich krank macht finde ich aber irgendwie interessant, so ist es nicht nur die bloße Faulheit, wie es in den Originalgeschichten immer angeklungen hat. (Und wenn ich nicht alltägliche Anstrengungen unternehmen muss liege ich auch erstmal flach, kann ich also gut verstehen haha.)

Mycrofts Auftrag (Beate Baum) 194 Seiten
Ich weiß nicht ob es an mir lag oder so beabsichtigt war, aber ich konnte beim Lesen einfach nicht anders, als an BBC-Sherlock zu denken. Also habe ich mir die Charaktere dann so wie ihre Gegenstücke aus der Serie vorgestellt, und daher habe ich beim Lesen vor meinem inneren Auge praktisch eine neue Folge Sherlock erlebt – ein schönes Erlebnis :D Wer die Serie nicht kennt, dem ist der moderne Sherlock vielleicht etwas fremd, aber der Serienkenner fühlt sich eh gleich wie zuhause. Man kann das Buch aber auch so lesen, der Fall war jedenfalls unterhaltsam und spannend und deswegen muss auch der nächste Band her.

Zum Zeitvertreib – Vom Lesen und Malen (Winston Churchill) 61 Seiten
Das Büchlein habe ich eigentlich nur zufällig gekauft, weil es günstig war und ich bei einer Onlinebestellung noch was zum Auffüllen brauchte. Aber es hat mir erstaunlich gut gefallen und jetzt habe ich eigentlich beinahe Lust mich auch mal mit Pinsel und Farbe zu versuchen. Und das, obwohl ich absolut kein künstlerisches Talent habe und ich froh bin wenn es z.B. beim Bemalen meiner Plastikmodelle zu einem brauchbaren Ergebnis reicht. ^^

The Vesuvius Club/The Devil in Amber/Black Butterfly (Mark Gatiss) 240/248/204 Seiten
Nun ist nicht mal die MonatsausLESE vor meinem Fangirling sicher, hehe. Natürlich ist klar, warum ich mir diese Bücher gekauft habe – immerhin arbeite ich mich aktuell immer noch durch alles, woran Mark Gatiss beteiligt war und da darf seine Romantrilogie natürlich nicht fehlen. Und was soll ich sagen, ich habe nun gleich mal drei Bücher gelesen, die definitiv auf der Liste meiner Jahresfavoriten landen werden – und nein, das liegt nicht nur an meinem Bias für den Autor. Darüber konnte ich beim Lesen eigentlich gar nicht nachdenken, weil ich so viel Spaß hatte. Und ich müsste eigentlich überlegen wann ich es zuletzt erlebt habe, dass ich mich bei einem Buch immer wieder so aufs Weiterlesen gefreut habe wie bei diesen drei. Für einen Lieblingsband kann ich mich eigentlich gar nicht entscheiden…wenn ich es müsste würde ich vielleicht den zweiten nehmen, aber so wirklich könnte ich es echt nicht sagen. Man merkt, ich bin begeistert und bremse mich sogar ein bisschen ein um nicht zu sehr zu hypen, hehe. Jedenfalls kann ich mich eigentlich nur über eines beschweren und zwar, dass es nicht mehr Bände gibt!

Kloster Northanger (Jane Austen) 319 Seiten
ENDLICH habe ich nach nur fünf Jahren mal mit den 6 Büchern aus meiner Jane Austen-Box angefangen….und mit Kloster Northanger bzw. Northanger Abbey habe ich auch gleich das richtige Exemplar erwischt. Und ich habe eigentlich nur deshalb gerade mit diesem Buch angefangen, weil ich das Cover mit den Fliederblüten von allen am hübschesten fand. In diesem Sinne: danke, liebe Coverdesigner! Denn das war ein richtig guter Auftakt. Die Hauptcharaktere Catherine und Henry sind mir gleich ans Herz gewachsen und wenn ich auch anfangs so gar nicht wusste, in welche Richtung sich die Handlung entwickeln würde, so habe ich irgendwann im Laufe der Handlung immer mehr gehofft dass die beiden zusammenfinden würden. Auch gut gefallen hat mir der sehr humorvolle Ton des Buches – Catherines falsche Vorstellungen von den Ereignissen in Henrys Elternhaus waren etwa geradezu herrlich. Mal sehen, ob ich die weiteren Bücher ähnlich gut bewerten werde – generell sollen die sich zwar auch durch feinen Humor auszeichnen, aber soweit ich manchmal gelesen habe ist Northanger Abbey das “Lustigste”, weil es eine Parodie auf den gotischen Roman darstellt. Na, mal sehen.

Überredung (Jane Austen) 348 Seiten
Überredung, oder auch Persuasion, ist der letzte Roman, den die Autorin vor ihrem Tod noch fertigstellen konnte. Vielleicht liegt es auch daran, dass er deutlich melancholischer ausfällt als ihre anderen Werke (soweit ich gelesen habe). Unter anderem daher hat mir das Buch nicht so gut gefallen – gut, dass ich nicht Überredung für meinen ersten Versuch ausgewählt habe, sonst hätte man mich – achtung Wortspiel – zu einem weiteren Versuch mit Jane Austen überreden müssen. Es war aber nicht nur die Melancholie, es war vielmehr der hier nur spärlich durchblitzende Humor und beißende Spott, der gerade in Northanger Abbey so toll war. Und es waren auch die Charaktere: die meisten der Nebencharaktere rangierten irgendwo zwischen unsympathisch und blass. Ähnliches gilt für die Hauptfiguren. Anne ist einfach langweilig, tut mit leid das sagen zu müssen. Ihr Leben ist ziemlich trostlos, weil sie sich vor Jahren von einer älteren Freundin überreden ließ ihre Verlobung aufzulösen, weil die gesellschaftlichen Aussichten ihres Auserwählten nicht sonderlich rosig waren. Nun war das natürlich eine andere Zeit, allerdings kann ich absolut nicht verstehen warum Anne so gehandelt hat. So wie ich sie nach der Lektüre einschätzen würde hätte sie selber keinen übergroßen Wert auf Anerkennung und Geld gelegt – wieso hat sie sich also überreden lassen? (Weil sonst kein Roman aus dem Stoff geworden wäre. Duh. ;D) Wie auch immer, der Ex-Verlobte ist mittlerweile Kapitän und macht ordentlich was her. Anne ist dagegen mit ihren 27 Jahren längst uralt und ihre jugendliche Schönheit ist dahin. Obwohl, nein, doch nicht so ganz, denn im Laufe der Handlung wird sie plötzlich wieder hübsch, wie diverse andere Charaktere bezeugen. Das muss die große Liebe sein, denn es kommt wie es kommen muss und Anne und ihr Käpt’n nähern sich wieder an. Da der gute Kapitän allerdings auch mehr als langweilig ist (er kommt über weite Teile des Buches nicht mal wirklich vor und wenn er dann mal da ist reißt er zumindest mich nicht so recht vom Hocker) passen die beiden doch irgendwie gut zusammen. Naja, klingt jetzt alles wahrscheinlich sehr schnippisch, aber mir hat das Buch halt einfach nicht so recht gefallen. Hoffentlich sind die restlichen Bücher wieder unterhaltsamer.

Doors: Dämmerung/Doors: Blutfeld (Markus Heitz) 288/317 Seiten
Mit diesen beiden Bänden bin ich nun mit der ersten Staffel der Doors-Bücher durch und während zwar in jedem Buch viele Fragen beantwortet wurden, die eines der beiden anderen aufgeworfen hat, so ist doch noch einiges unklar und ich will schon alleine deswegen auch die nächsten drei Doors-Romane lesen. So viel schonmal allgemein, jetzt zu diesen beiden Bänden hier. “Blutfeld” war insgesamt wohl der schwächste Band der Reihe. Ich finde die Idee eines alternativen Mittelalters, in dem die Frauen die Macht hatten zwar sehr interessant und sogar wirklich vorstellbar. Allerdings hatte diese Abweichung vom uns bekannten Mittelalter gar keine große Auswirkung auf die eigentliche Handlung und die verwendete Sprache hörte sich für mich manchmal zu modern an. Dafür hat mich dieser Band emotional am meisten angegriffen: dass Coco beim Gang durch die letzte Tür nicht wie die anderen in der Gegenwart, sondern in den 50ern gelandet ist und wie Ingo am Ende Jahre nach ihrem Tod ihre Briefe liest…oh mann, da konnte ich wirklich die Tränen nicht mehr zurückhalten ;_; “Dämmerung” hat dem Lese dagegen die meisten Hintergrundinformationen zu den Türen und auch den Charakteren geliefert. Daher würde ich diesen Band als meinen Favoriten einschätzen. Schön fand ich zum Beispiel, dass Spanger hier mal mehr im Mittelpunkt steht und nicht wie in den anderen beiden Bänden recht früh als Kanonenfutter dienen muss. Und der Trip ins Frankfurt der Zukunft war auch nicht übel, hätte glatt aus einer Folge Doctor Who stammen können. ^^

Spiegel (Cixin Liu) 189 Seiten
Wie schon “Weltenzerstörer” war auch das wieder eine Kurzgeschichte, die nachdenklich macht. Allerdings hat mir Weltenzerstörer doch noch ein bisschen besser gefallen, denn “Spiegel” war mit seinen physikalischen Theorien etc. manchmal etwas zu kompliziert, muss ich als ignoranter Naturwissenschafts-Noob zugeben. Dabei ist die Thematik grundsätzlich sicherlich interessant, aber da müsste ich wohl erstmal etwas a la “Quantenphysik für Dummies” lesen ;) Wenn man das aber außer Acht lässt und rein über die Möglichkeit einer Computersimulation der Welt nachdenkt, die wirklich jede Handlung, jeden Gedanken, einfach alles offenlegt…na, dann könnte man schon Angst bekommen. Insofern dann doch eine lesenswerte Lektüre, auch mit null Ahnung über die theoretischen Hintergründe.

Der Palast der Borgia (Sarah Dunant) 647 Seiten
Nach den Borgias von Jean Plaidy im letzten Monat jetzt also eine andere Variante. Und auch diese hier hat mir ziemlich gut gefallen! Der Schreibstil war nicht übermäßig blumig, sondern eher nüchtern, was schonmal ein Pluspunkt war. Und so habe ich nochmal eine etwas andere Sicht auf die Ereignisse rund um die Familie Borgia bekommen. Dass auf der Rückseite des Buches mit einem “Reigen der Laster und Lüste” geworben wird ist aber irgendwie Quatsch, so schlimm war das alles nun auch wieder nicht. Zumindest nicht, wie es in diesem Buch beschrieben wurde. Es hat keine besonders hohe Priorität, aber irgendwann werde ich mir vielleicht auch die Fortsetzung holen. Wenn ich je meine vorrätigen historischen Romane aufgebraucht habe und wieder mehr Lust auf das Genre habe.

Matsu

☆ One hell of a fangirl ☆ Matsu liebt nicht nur Anime & Manga, sondern mag auch Videogames, Bücher, Geschichte, Modellbau und vieles mehr!

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Geschrieben von Matsu in Reviews, Buchvorstellungen

 

Tags: Black Butterfly, Der Palast der Borgia, Doors: Blutfeld, Doors: Dämmerung, Kloster Northanger, Mycroft Holmes and the Adventure of the Silver Birches, Mycrofts Auftrag, Spiegel, The Devil in Amber, The Vesuvius Club, Zum Zeitvertreib - Vom Lesen und Malen, Überredung

 

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