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MonatsausLESE: Mai 2020

02 Jun

Was würde Sherlock Holmes schlussfolgern, wenn er meine Leseliste vom Monat Mai sehen würde? Elementar, mein lieber Watson: er würde natürlich sofort merken, dass ich gerade nichts so gerne lese wie Watsons Berichte über seine erfolgreich gelösten Fälle ;) Ernsthaft, meine Leseliste in in der Hinsicht gerade recht einseitig, aber die eine oder andere Lesestunde habe ich doch auch mit anderen Büchern verbracht. Zahlenmäßig sieht es also gar nicht so schlecht aus im Mai.

Statistisches (ohne Sachbücher)
Anzahl Bücher: 10
Seiten-Gesamtzahl: 2761

***

Das Privatleben des Sherlock Holmes (Michael & Mollie Hardwick) 134 Seiten
Ich habe aktuell wieder große Lust den gleichnamigen Film mal wieder zu gucken (und zu diesem Zweck habe ich mir auch schon die Special Edition-DVD geholt, hehe) – wahrscheinlich liegt das zu einem großen Teil auch daran, dass ich wie schon mal erwähnt in den letzten Wochen diverse Interviews und Panels zu (BBC-)Sherlock geguckt habe. Und dort wurde der Film von den Serien-Machern praktisch jedesmal erwähnt, weil er eine der größten Inspirationen für die Serie war. Als ich den Film allerdings vor Jahren mal im deutschen TV gesehen habe, kannte ich Sherlock noch nicht mal – daher wird es jetzt mit Kenntnis der Serie wirklich Zeit für einen Rewatch! Weil ich aber auch kürzlich die Buchversion ergattern konnte habe ich die nun zuerst gelesen. Scheinbar habe ich doch einiges vom Film behalten, in groben Zügen war mir die Handlung noch bekannt und vor allem die Szene am Anfang, als Holmes und Watson für ein Paar gehalten werden hatte ich noch in Erinnerung :D Man merkt es aber auch sonst immer wieder, es gibt wirklich mehrere Parallelen zu Sherlock. Jedenfalls, die Buchversion war wie der Film sehr unterhaltsam, der Rewatch ist aber trotzdem demnächst ein Muss. Hoffentlich zögere ich es nicht wieder Ewigkeiten hinaus. xD

The Secret Notebooks of Sherlock Holmes (June Thomson) 260 Seiten
Wieder eine solide und unterhaltsame Kurzgeschichtensammlung! Eigentlich haben mir alle Geschichten gut gefallen, gewundert hat mich nur, dass Holmes in einer der Stories zum Nachdenken über einen schwierigen Fall zur Kokainspritze greift. Eigentlich frönt er diesem Laster doch nur, wenn er sich langweilt wenn es keine interessanten Fälle gibt. Als Nachdenkhilfe hätte ich eher erwartet, dass Holmes stattdessen mindestens eine Ladung Pfeifentabak verqualmt. Also entweder irre ich mich gerade total, oder es wundert mich sehr wie so ein Fehler passieren konnte. Hm.

Holmes and Watson (June Thomson) 415 Seiten
Ich sollte wirklich die Inhaltsangaben von Büchern manchmal genauer studieren – dann hätte ich auch gewusst, dass es sich hier nicht um weitere Kurzgeschichten oder einen Roman der Autorin handelt, sondern sozusagen um eine Biographie oder eine chronologische Darstellung der Abenteuer von Holmes und Watson. Allerdings war das halb so schlimm, denn als Fan liest man auch das gerne. ^^ Interessant fand ich z.B., was die Autorin zu einigen Widersprüchen im Kanon an Theorien aufgestellt hat, und wie sich manche undatierte Fälle anhand kleiner Hinweise oft doch chronologisch einordnen lassen. Und überhaupt…so richtig habe ich mir eigentlich nie Gedanken darüber gemacht, aber als Holmes und Watson sich kennenlernen sind sie ja eigentlich mit Ende 20, Anfang 30 noch recht jung. Wenn man an die klassischen Geschichten und ihre Adaptionen denkt (wenn man mal von Ausnahmen wie BBC Sherlock oder den beiden Filmen mit Robert Downey Jr. absieht) stellt man sich die beiden aber unweigerlich immer im mittleren Alter vor. (Also, ich jedenfalls schon.)

Sherlock Holmes und das Gold des Schwarzen Abtes/…und der Werwolf von Blackwood Castle/…und die Schule der Verbrecher (Dr.John Watson) 56/59/56 Seiten
Natürlich sind die Bücher nicht wirklich von Dr. Watson, aber es steht vorne halt so drauf, also gebe ich es auch so an ;D Diese drei kurzen Büchlein haben mich positiv überrascht – von der Aufmachung her richten sie sich an Kinder, daher hätte ich eigentlich “kindgerechtere” Fälle erwartet. Es waren aber doch solide “normale” Pastiche-Kurzgeschichten, die man auch als erwachsener Fan gut lesen kann. Besonders gefallen hat mir der Band um die Schule der Verbrecher, weil man hier nebenbei gleich noch etwas über die Verhältnisse im London der damaligen Zeit lernt. Ich werde mir nun auch noch die weiteren drei Bände aus dieser kleinen Reihe holen, und das nicht nur aus Sammlerzwecken!

Happy Birthday, Mister Holmes! (diverse Autoren) 95 Seiten
Krimis von deutschen Autoren sind eigentlich selten mein Ding, deswegen war ich bei diesem Büchlein hier auch etwas skeptisch. Denn hier haben sich diverse deutschsprachige Krimiautoren versammelt, um in kurzen Stories dem großen Detektiv zum 120. Geburtstag ein Denkmal zu setzen. Ich war dann aber echt überrascht, was die Qualität der Geschichten anging. Die konnte sich sehen lassen und in den meisten Fällen wurde der Ton und die Atmosphäre des Originals sehr gut eingefangen.

Phantastische Erzählungen (Edgar Allan Poe) 781 Seiten
Bisher kannte ich von Edgar Allan Poe nur die Geschichten um Auguste Dupin und “Das Geheimnis der Marie Roget”. Die haben mir vor Jahren gut gefallen und überhaupt wollte ich mal mehr vom Autor lesen. Deshalb hatte ich bei einer günstigen Gelegenheit mal zu dieser Geschichtensammlung gegriffen. Und insgesamt war mein Eindruck auch sehr gut – manche Geschichten sind für meinen Geschmack zwar etwas zu abstrakt-verwirrend, aber einige andere fand ich dafür umso besser. Ich glaube mein absoluter Favorit ist “Die Augengläser” – die Auflösung am Ende war einfach zu herrlich, weil ich damit auch mal so gar nicht gerechnet hätte :D Aber auch andere Geschichten fand ich richtig gut, z.B. “Der Goldkäfer”, “Die Grube und das Pendel” oder “Die Maske des roten Todes” (eigentlich hatte ich gerade wegen dieser Geschichte zum jetzigen Zeitpunkt zum Buch gegriffen…passt ja gerade so gut zur Pandemie ^^”).

The Borgias (Jean Plaidy) 651 Seiten
Ich knabbere ja immer noch an den “Altlasten” aus dem Jahr 2015, und das hier ist eine davon. Irgendwie habe ich diesen Monat spontan zu diesem Buch gegriffen und es dann auch prompt in einem Rutsch durchgelesen. Ich mag den Stil von Jean Plaidy einfach – manch einer mag ihn langweilig oder zu nüchtern finden, aber ich persönlich brauche nicht unbedingt seitenlange blumige Schilderungen und Liebesszenen. Ich will einfach einen unterhaltsamen historischen Roman lesen und nebenbei vielleicht noch ein bisschen was lernen. Und so war das Buch perfekt für mich. Ich glaube, ich habe jetzt fast Lust mal wieder die TV-Serie von den Borgias zu rewatchen…jetzt wo mir die geschichtlichen Abläufe aus dem Buch noch frisch im Gedächtnis sind wäre es interessant mal zu sehen was in der Serie so alles verändert wurde. Aber zuerst liegt noch ein weiteres Buch zur Familie Borgia auf dem 2015er-Stapel, was ich jetzt im Anschluss auch gleich mal noch angehe. Mal sehen ob es ähnlich gut ist wie dieses hier!

Von Männern, die keine Frauen haben (Haruki Murakami) 254 Seiten
Mein erstes Murakami-Buch…ich dachte, Kurzgeschichten wären vielleicht ein guter Einstieg – zumal auch einige Amazon-Rezensenten meinen das Buch wäre genau richtig um einen Einblick in den Murakami-Kosmos zu bekommen. So richtig haben mir die Geschichten allerdings nicht gefallen. Die titelgebenden Männer (aber auch die Frauen) konnten meine Sympathien in den meisten Fällen nicht wecken, und auch inhaltlich konnte mich keine der Geschichten wirklich überzeugen. Aber vielleicht liegt das auch mal wieder an mir…wenn ich die Gefühlswelt der Protagonisten nicht nachfühlen kann funktioniert das Buch vielleicht einfach nicht und das war bei mir der Fall. Ich habe dann übrigens noch einen Roman von Murakami angelesen und hatte eigentlich dasselbe Problem. Dazu kommt noch, dass ich moderne japanische Literatur mit ihren Themen wie Melancholie, Krankheit und Tod einfach oft zu deprimierend finde. Ja, ich weiß: natürlich spielt all das im realen Alltag eine große Rolle und warum soll dann nicht auch die Literatur solche Themen aufgreifen, aber ich persönlich muss das dann nicht auch noch in Büchern haben. Zum Beispiel bei Banana Yoshimoto stört mich das auch immer ein bisschen, bei ihr sind es dann aber die Charaktere und der ganze Zauber ihrer Geschichten, was mich die Bücher trotzdem gerne lesen lässt. Bei Murakami fühle ich das nicht so richtig und daher werde ich wohl erstmal kein weiteres seiner Bücher lesen. Vielleicht probiere ich es in ein paar Jahren aber nochmal, Geschmäcker können sich ja ändern. Ich glaube es aber ehrlich gesagt nicht, wahrscheinlich bin ich einfach selber nicht gefühlsbetont genug für solche Geschichten.

Matsu

☆ One hell of a fangirl ☆ Matsu liebt nicht nur Anime & Manga, sondern mag auch Videogames, Bücher, Geschichte, Modellbau und vieles mehr!

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Geschrieben von Matsu in Reviews, Buchvorstellungen

 

Tags: Das Privatleben des Sherlock Holmes, Happy Birthday Mister Holmes!, Holmes and Watson, Phantastische Erzählungen, Sherlock Holmes und das Gold des Schwarzen Abtes, Sherlock Holmes und der Werwolf von Blackwood Castle, Sherlock Holmes und die Schule der Verbrecher, The Borgias, The Secret Notebooks of Sherlock Holmes, Von Männern die keine Frauen haben

 

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