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MonatsausLESE: März 2020

03 Apr

Naja, viel habe ich wieder mal nicht geschafft im März. Ich glaube sogar, es sind am Ende mehr aussortierte als gelesene Bücher geworden. Und dazu kommt noch, dass mir nicht alle der Bücher wirklich sehr gefallen haben. Aber ach, was soll’s. Es ist trotzdem irgendwie befreiend, mal ein paar Bücher loszuwerden, die wieder mal ewig auf dem Stapel gelegen haben, hehe.

Statistisches (ohne Sachbücher)
Anzahl Bücher: 6
Seiten-Gesamtzahl: 2191

***

The Ripper Legacy (David Stuart Davies) 235 Seiten
Dieses Pastiche hat mich eigentlich wirklich positiv überrascht. Letztes Jahr habe ich vom selben Autor „The Scroll of the Dead“ gelesen und fand es eigentlich eher etwas langweilig. Was man von diesem Fall hier nicht sagen kann, der war nämlich doch ziemlich spannend. Nur der Titel ist ein bisschen irreführend, wirklich viel Bezug zu Jack the Ripper gibt es nicht. Dafür führt die Spur der Täter bis in die höchsten Kreise der britischen Regierung und Monarchie. Außerdem ersteht ein alter Feind wieder von den Toten auf (ooooh, wer könnte das wohl sein? 8D) – wird er Sherlock Holmes ein zweites Mal entgehen? Jep, ich hatte beim Lesen erstaunlich viel Spaß und jetzt hoffe ich eigentlich auch darauf, dass die Story um Sherlocks Feind in einem weiteren Band fortgeführt wird. Und da ich eh gerade wieder mal Sherlock gucke ist mir eins noch lustigerweise ins Auge gefallen: David Stuart Davies hat das Buch Mark Gatiss gewidmet, einem der beiden BBC-Sherlock-Schöpfer, der in der Serie ja auch Mycroft Holmes spielt. Und vielleicht spielt mir da jetzt auch meine Fangirl-Fantasie einen Streich, aber die Szenen mit Mycroft – besonders in Kombination mit Sherlock, was das Verhältnis der beiden zueinander angeht – haben sich für mich direkt so angefühlt als wären sie aus der Serie. xD Mal ernsthaft, diese eine Szene wo es ums Teeservieren geht…im Buch heißt es da “I will let Sherlock be mother”, da muss man doch einfach an die Szene im Buckingham Palace aus “A Scandal in Belgravia” denken, wo Mycroft sagt “I’ll be mother”, oder etwa nicht? ….Ähem, sorry. Wahrscheinlich bin das mal wieder nur ich ;D Aber ich fangirle die Serie gerade mal wieder sehr, zu meiner großen Freude, hehe.

Sherlock Holmes und das Geheimnis von Mayerling (Gerhard Tötschinger) 320 Seiten
Eigentlich kein wirklicher Holmes-Roman. Selbst Watson hat hier eine größere Rolle als der Meisterdetektiv und trotzdem bleibt auch er blass. Auch kommt nicht die typische Atmosphäre auf, die mir an guten Pastiches immer sehr wichtig ist. Aber dafür fehlt wohl auch der Schauplatz London. Denn die Geschichte spielt fast ausschließlich in Wien. Das fand ich aber wiederum interessant, denn man erfährt eine Menge über die damalige politische Situation in Österreich und generell in Europa – ein Punkt, der in den originalen Holmes-Romanen ja größtenteils ausgeklammert wird. Und über das Attentat auf Kronprinz Rudolf und dessen Hintergründe wusste ich zugegeben auch noch nichts. Lehrreich war es also allemal, allerdings hätte es dann auch einfach ein „normaler“ historischer Roman sein dürfen, ohne Nebenrollen-Holmes, sozusagen. Als solcher ist das Buch solide, aber als Holmes-Pastiche eher nur Durchschnitt.

Doors: Kolonie (Markus Heitz) 287 Seiten
Bücher in dieser Art hier lese ich so selten, dass ich nicht mal weiß als welches Genre sie zählen, haha. Thriller wahrscheinlich oder Horror? Jedenfalls fühlte ich mich direkt an die Nemesis-Reihe von Wolfgang Hohlbein erinnert, das ist so ziemlich das Einzige was ich vorher je in der Richtung gelesen habe. Allerdings, da ich die Bücher von Markus Heitz meistens doch ziemlich gut finde wollte ich es auch mal mit der Doors-Reihe probieren. Das Konzept der Bücher funktioniert so, dass die ersten 3 Bände alle einen gemeinsamen Anfang haben und man sich als Leser dann für eine weiterführende Variante entscheiden darf. Gut, ich werde eh alle drei lesen, aber meine erste Wahl fiel auf „Kolonie“, wo es die Charaktere in das Deutschland der 40er Jahre verschlägt. Allerdings ist dort einiges anders gelaufen als in der uns bekannten Realität: schon 1944 sind die Nazis Geschichte und die USA und Großbritannien kämpfen mit der Sowjetunion um die Vorherrschaft in Europa. Ein interessantes Konzept, wie ich finde und deswegen war es auch spannend zu lesen – lange habe ich für das Buch nicht gebraucht. Allerdings haben mir einige Charaktere, von denen ich gerne mehr erfahren hätte (vor allem Dr. Friedemann und Spanger) zu früh das Zeitliche gesegnet und so alleine würde sich die Geschichte einfach nicht komplett anfühlen, weswegen ich spätestens jetzt auf jeden Fall noch zu den anderen Bänden greifen würde. Man muss aber nicht, an sich kann die Handlung auch so für sich alleine stehen bleiben. Ich will nun aber doch noch wissen, was es mit manchem Mysterium auf sich hat und erhoffe mir eine Aufklärung in den beiden anderen Büchern.

Die Rache der Zwerge (Markus Heitz) 638 Seiten
Whoa, schon seltsam dieses Buch direkt nach dem Doors-Band gelesen zu haben. Da würde man nämlich fast nicht merken, dass derselbe Autor am Werk war, so unterschiedlich fühlen sich die Werke an. Aber gut, hier haben wir es ja auch mit klassischer Fantasy zu tun. ^^ Ich fand diesen Band der Zwergen-Saga wieder etwas besser als den vorigen, auch wenn der Anfang mit einem völlig veränderten und deprimierten Tungdil erstmal wirklich schwer zu lesen war. Und mein Lieblingsband bleibt wahrscheinlich immer der erste. Aber spannend war es jedenfalls wieder. Interessant fand ich vor allem die Tatsache, dass die Elben hier keine perfekten und ausschließlich guten Wesen sind. Außerdem bin ich mal gespannt, ob wir den Alben Aiphaton in einem der kommenden Bände wiedersehen werden (oder in der Albae-Reihe…hmmm). Auch ein unerwartetes Wiedersehen mit einem alten Verbündeten gab es noch, aber ob der wirklich ein Verbündeter bleibt? Man wird es sehen, zwei Folgebände habe ich ja noch vor mir. Vielleicht lese ich die auch direkt bald mal weg, damit ich immerhin mal eine Reihe abschließen kann.

Mord am Fujiyama (Shizuko Natsuki) 239 Seiten
Keine Ahnung, ob ich die spärlichen Informationen aus dem Internet richtig gedeutet habe. Allerdings kam mir das Buch am Anfang so….seltsam vor und deswegen habe ich ein bisschen recherchiert. Erstmal basiert die hier vorliegende deutsche Übersetzung auf der englischen Übersetzung, was schon alleine wahrscheinlich dazu beiträgt, dass viel vom Gefühl des Originals verlorengeht. Aber dazu kommt scheinbar noch die Tatsache, dass die Protagonistin ersetzt wurde. Eigentlich handelte es sich um eine befreundete Japanerin, aber in der deutschen (und englischen) Version wurde sie zur amerikanischen Gaststudentin umgewandelt. WTF. Und ich glaube, da ist echt etwas dran, denn es fühlte sich so falsch an, dass eine Amerikanerin einfach so in den innersten Familienkreis einer eher flüchtigen Bekanntschaft eingeführt wird und mit der gesamten Familie Neujahr verbringen sollte. Und niemanden stört es wirklich. Das Buch an sich fühlte sich dann auch irgendwie komisch an. Einerseits mag ich zwar Krimis ohne große Action, einer langsamen Erzählweise und gerne auch mit seitenlangen Dialogen – ich bin ja nicht umsonst ein großer Agatha Christie-Fan. Aber hier schleppte sich die Handlung nur so dahin und man fühlte sich als Leser immer seltsam distanziert vom Geschehen und den Charakteren. Ein bisschen Auflockerung brachte nur der dynamische karrierehungrige Polizeichef, der immer mit voller Überzeugung die neuesten falschen Erkenntnisse an die Presse verkündet hat, lol. Insgesamt hat mir das Buch aber nicht sonderlich gut gefallen und nun weiß ich leider nicht ob es am Buch selber oder an der mir vorliegenden Version lag.

Chrysanthemen im Spiegel 472 Seiten
Wieder mal eine Sammlung mit chinesischer Dichtung, die ich weder besonders herausragend gut noch irgendwie schlecht fand. ^^ Es waren einige interessante Gedichte dabei, aber wahrscheinlich bevorzuge ich, was die Lyrik angeht doch eher die japanischen Varianten Haiku und Tanka. Ich könnte das Hyakunin Isshu mal wieder lesen….

Matsu

☆ One hell of a fangirl ☆ Matsu liebt nicht nur Anime & Manga, sondern mag auch Videogames, Bücher, Geschichte, Modellbau und vieles mehr!

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Geschrieben von Matsu in Reviews, Buchvorstellungen

 

Tags: Chrysanthemen im Spiegel, Die Rache der Zwerge, Doors: Kolonie, Mord am Fujiyama, Sherlock Holmes und das Geheimnis von Mayerling, The Ripper Legacy

 

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