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MonatsausLESE: November 2018

04 Dez

Hui, zwölf Bücher habe ich im November gelesen – was war denn da los? Naja, okay, es sind größtenteils dünne Bücher gewesen, aber trotzdem hatte ich diesmal Lust mal einiges wegzulesen. Es ist auch ein ziemlich bunter Mix geworden und damit habe ich nun übrigens mein Leseziel für dieses Jahr erreicht. Das lag diesmal “nur” bei 75 Büchern. Aber es müssen ja nicht immer über 100 sein.

Statistisches (ohne Sachbücher)
Anzahl Bücher: 12
Seiten-Gesamtzahl: 4024

***

Schneeland (Yasunari Kawabata) 211 Seiten
Ohne das Nachwort hätte ich mich gefragt, ob ich nur mal wieder zu blöd war oder ob es wirklich recht schwierig ist, der Handlung von “Schneeland” zu folgen. Wie es aussieht ist das aber durchaus gewollt – leider fehlt mir da die genauere Kenntnis der (japanischen) Literaturgeschichte, denn es ist hier sicher hilfreich das Buch im Kontext der Entstehungszeit und -geschichte zu sehen. Aber auch ohne all das hat mir das Buch Spaß gemacht, weil es beim Lesen geradezu lebendige Bilder vor dem inneren Auge erschafft. Man kann sich den kleinen, tief verschneiten Onsen-Ort und das Leben dort geradezu bildlich vorstellen. Als Kontrast dazu weniger nachvollziehbar ist manchmal die Handlungsweise der Protagonisten und eben auch der Ablauf der Handlung. Ohne wie gesagt die Hintergründe des Werkes tiefer zu verstehen, hat auch dieser Kontrast mir richtig gut gefallen.

Ein Kirschbaum im Winter (Yasunari Kawabata) 247 Seiten
Das Buch habe ich vor allem wegen dem Titel gerade jetzt gelesen, weil ich in winterliche Stimmung kommen wollte. Ich persönlich würde dem Buch jetzt nach dem Lesen aber eher einen anderen Titel geben, denn der Kirschbaum im Winter spielte keine wirklich herausragende Rolle – oder vielmehr, ich habe die tiefere Bedeutung nicht erfasst. Allerdings bezieht sich der Originaltitel auch nicht auf den Baum. Hm. Dass es sich hier aber in jedem Fall trotzdem um einen beeindruckenden Roman handelt, ist unbestritten. Vereinfacht könnte man sagen, dass sich die Handlung um Tod und Leben als wiederkehrende Elemente dreht. So wird der alternde Protagonist immer wieder mit dem Tod alter Schulkameraden, der heimlichen Abtreibung seiner Schwiegertochter etc. konfrontiert. Gleichzeitig versinkt die Handlung aber nicht in völliger Melancholie, denn man bekommt als Leser immer die realen Probleme im Leben von Shingo und seiner Familie mit…sozusagen, die Geschichten, die das Leben schreibt. Jedenfalls erzeugt das Buch auch beim Leser tiefe Emotionen. Schade, dass mir persönlich das tiefere Verständnis für die Symbolik etc. fehlt. Vielleicht würde ich gerade die Werke mancher japanischer Autoren noch mehr zu schätzen wissen? Aber auch so als “ungebildete” Person üben gerade Kawabatas Werke doch einen Zauber auf mich aus.

Zen in der Kunst des kampflosen Kampfes (Meister Takuan) 120 Seiten
Hmmm, manchmal fand ich es etwas schwierig, den Erklärungen von Meister Takuan zu folgen. Aber gut, so einfach ist Zen auch nicht zu verstehen, und wahrscheinlich liegt auch genau darin ein Teil der Faszination. Manche Stellen konnte ich aber wiederum gut nachempfinden und so habe ich doch das Gefühl aus dem Büchlein etwas mitgenommen zu haben.

Gerettete Worte (Xinran) 619 Seiten
Schon alleine die Thematik macht das Buch lesenswert. Ich weiß leider nicht sehr viel über China im zweiten Weltkrieg und die Zeit danach, auch wenn Schlagworte wie der lange Marsch und die Kulturrevolution mir natürlich ein Begriff sind. Man kann sich gar nicht so recht vorstellen was die Menschen damals leisteten und unter welchen Bedingungen sie gelebt haben. Das erfährt man von den Zeitzeugen, die die Journalistin Xinran für dieses Buch interviewt hat. Leider ist es die Umsetzung, die den guten Eindruck trübt. Zum einen werden manchmal Fragen gestellt, die nun wirklich eher am Rande interessant sind (z.B. wie haben sie ihrer Frau einen Heiratsantrag gemacht), während mancher spannende Punkt zu wenig ausgeführt wurde. Auch ließ sich das ganze manchmal etwas sperrig lesen, was aber vielleicht auch der Übersetzung geschuldet war. Wie gesagt: das behandelte Thema ist sehr interessant, aber ob ich dazu gerade dieses Buch empfehlen würde weiß ich nicht so recht. Trotzdem war die Lektüre teilweise schon sehr lehrreich.

Sherlock Holmes und das verriegelte Zimmer (Adrian Conan Doyle) 158 Seiten
Nein, ich habe mich nicht verschrieben, denn die Kurzgeschichten in diesem Band stammen wirklich von Arthur Conan Doyles Sohn Adrian und dessen Co-Autor John Dickson Carr. Deswegen ist der Stil natürlich nicht komplett der gleiche, aber die Atmosphäre der Welt von Holmes und Watson wurde schon gut getroffen. Und die Idee Fälle näher auszuführen, die Doktor Watson in den Originalgeschichten nur am Rande erwähnt gefällt mir auch immer gut. Dementsprechend haben mir die Geschichten gut gefallen und ich hoffe, das ich irgendwann den zweiten Band mit Kurzgeschichten bekomme, den es noch gibt.

Sherlock Holmes: Verwirrung in London (Frank Thomas) 140 Seiten
Gut, dass Frank Thomas scheinbar ein recht eifriger Pastiche-Autor war, denn nach der Lektüre dieses Bandes möchte ich gerne noch weitere lesen. Die Geschichten haben mir (bis auf “Der Smaragd des Midas”) allesamt gut gefallen, besonders “Die drei Hüte” und “Weihnachten mit Sherlock Holmes” haben mir viel Spaß gemacht. Schade, dass es nicht mal eine moderne Sammelausgabe mit diversen Holmes-Pastiches gibt, damit man nicht immer alten und schwer erhältlichen Büchern nachjagen müsste.

Das Geheimnis von Compton Lodge (Peter Jackob) 205 Seiten
Naja, dieses Buch hätte besser sein können bzw. hätte der Fall mehr hergeben können. Die Verbindung von Doktor Watsons Vergangenheit mit dem Mord an einem Priester klingt ja erstmal interessant, nur leider wurde die Geschichte irgendwann etwas zu verwirrend. Außerdem waren dem Leser zu wenig Details bekannt, um miträtseln zu können. Eigentlich ist es ja gerade nicht Holmes’ Art, Watson und damit den Leser absichtlich im Dunkeln zu lassen, sondern fordert Watson eher dazu auf logisch zu denken und eigene Schlüsse zu ziehen. Hier hat sich Holmes dagegen manchmal zu verschlossen gegeben. Auch deswegen hat mir das Buch nicht ganz so gut gefallen, es war aber noch okay.

Tod am Eaton Square (Anne Perry) 511 Seiten
Hm, das Buch hätte durchaus ein paar Seiten kürzer sein können, teilweise zog sich die Handlung doch ganz schön in die Länge. Manchmal waren die Dialoge auch etwas redundant. Gut, ich verstehe ja, dass es bei einem derartig heiklen Thema (heimliche Vergewaltigungen in den besseren Kreisen Londons) auch in Zeugenbefragungen wichtig ist vorsichtig vorzugehen, aber dadurch hat sich das alles manchmal etwas langweilig lesen lassen. Grundsätzlich fand ich das Buch aber atmosphärisch sehr gelungen, ich konnte mir das Setting mit London und seinen Herrenhäusern gut vorstellen. Und es war interessant zu sehen, wie mit dem Thema umgegangen wird. Was tut man, wenn man mehr oder weniger sicher weiß, was jemand getan hat…aber es vielen Menschen Kummer und Schmerz bereiten würden, wenn man es aufklärt? So war es doch ein recht gutes Leseerlebnis, auch wenn mich das Buch jetzt nicht hundert Prozent begeistert hat.

Das Opfer von Angel Court (Anne Perry) 415 Seiten
Da sieht man es ja, hier waren es hundert Seiten weniger und prompt wirkte die Handlung nicht so gestreckt. Ich muss aber zugeben, dass ich manchmal die Zusammenhänge des Falls nicht so recht verstanden habe, aber immerhin kam alles am Ende zu einem logischen Schluss. Allerdings kam das Ende aber doch arg abrupt, da hätte ich mir zu manchen Details noch mehr Erklärungen gewünscht. Ein bisschen war das auch bei “Tod am Eaton Square” so, aber hier fiel es noch mehr ins Auge. Trotzdem werde ich aber wahrscheinlich bei Gelegenheit noch zum einen oder anderen Krimi von Anne Perry greifen, da ich auch hier das ganze Gesamtpaket gut gelungen fand. Man muss ja nicht jedes Buch mit 5 Sternen bewerten, manchmal reicht es auch wenn man einfach solide unterhalten wird.

Die Romanow-Prophezeiung (Steve Berry) 416 Seiten
Von Steve Berry hatte ich Ende 2015 mal einen Band gelesen und daraufhin habe ich natürlich wieder massenweise weitere seiner Bücher gekauft. Und weil ich nun endlich mal Altlasten abbaue kamen jetzt mal die ersten davon dran. In diesem Buch erleben wir ein alternatives Russland, welches nach einer politischen Krise entschieden hat, zur alten Zarenherrschaft zurückzukehren. Eine internationale Kommission ist daran beteiligt, einen Nachfahren der Romanows zu finden. Oder vielmehr soll die Kommission genau diesen Schein erwecken, denn in Wirklichkeit wollen Drahtzieher im Hintergrund einen Kandidaten küren, der ihre willige Marionette wäre. Da passt es natürlich schlecht ins Bild, dass der an der Kommission beteiligte Anwalt Miles Lord in einer alten Prophezeiung Hinweise darauf findet, dass direkte Nachkommen des letzten Romanow-Zaren noch heute am Leben sein könnten. Prompt beginnt eine spannende Verfolgungsjagd quer durch Russland und die USA, mit einen überraschenden Wendungen. Das Ende fand ich leider etwas zu abrupt, was mir den vorigen sehr guten Eindruck ein bisschen gestört hat. Aber ansonsten hatte ich wieder meinen Spaß, also war es doch keine Ausnahme, dass mir das erste gelesene Buch vom Autor so gut gefallen hatte.

Urbi et Orbi (Steve Berry) 478 Seiten
Auch Urbi et Orbi ist wie “Die Romanow-Prophezeiung” ein Einzelband, dreht sich aber um ein ganz anderes Thema, nämlich um Geheimnisse des Vatikans und insbesondere der Marienerscheinungen in Fatima und an vielen anderen Orten. Mit kirchlichen Themen kann ich eigentlich ja nicht so viel anfangen und auch die Protagonisten fand ich anfangs nicht so recht interessant. Trotzdem hat mich die Handlung irgendwann in ihren Bann gezogen. Man kann sich direkt vorstellen, dass all diese politischen Ränke und Intrigen wirklich so im Vatikan abgespielt haben könnten. Jedenfalls kann ich mir durchaus vorstellen, dass die Kirche nicht besonders begeistert wäre, wenn es wirklich eine Botschaft der Jungfrau Maria geben würde, in der sie sich gegen das Zölibat, die Diskriminierung Homosexueller und für Frauen im Priesteramt ausspricht. Wahrscheinlich gerade dadurch war das Buch doch echt spannend.

Young Bloods (Simon Scarrow) 504 Seiten
Der Auftakt zu einer vierbändigen Buchreihe über Wellington und Napoleon. Und den Auftakt kann man wörtlich nehmen, denn es geht mit der Geburt unserer beiden Protagonisten los. Danach wird dann immer abwechselnd erzählt, was in ihrem Leben gerade so ablief. Leider hatte ich anfangs ein Problem: wenn es eines gibt was ich gar nicht mag, dann sind es diese Nacherzählungen der Jugend historischer Figuren, in denen es anfangs erstmal schön brutal und/oder eklig zugeht. Wohl damit man auch merkt, gegen welche Widerstände aus der Person später was geworden ist…aber ich mag das einfach nicht und weil es hier auch so seine unschönen Abschnitte gab habe ich zugegeben manche Abschnitte eher flüchtig gelesen. Immerhin, spätestens als es dann zur ersten Schlachten-Action war ich doch gefesselt. Und ich bin sowieso eher auf die kommenden Bände gespannt, also musste ich mich durch diesen ersten Band halt ein bisschen durchquälen. Ich denke mal, die Folgebände werden mir noch mehr gefallen, schlecht war aber schon dieser hier nicht.

Matsu

☆ One hell of a fangirl ☆ Matsu liebt nicht nur Anime & Manga, sondern mag auch Videogames, Bücher, Geschichte, Modellbau und vieles mehr!

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Geschrieben von Matsu in Reviews, Buchvorstellungen

 

Tags: Das Geheimnis von Compton Lodge, Das Opfer von Angel Court, Die Romanow-Prophezeiung, Ein Kirschbaum im Winter, Gerettete Worte, Schneeland, Sherlock Holmes und das verriegelte Zimmer, Tod am Eaton Square, Urbi et Orbi, Verwirrung in London, Young Bloods, Zen in der Kunst des kampflosen Kampfes

 

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