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MonatsausLESE: Oktober 2018

01 Nov

Wieder nur 5 Bücher geschafft, aber irgendwie ist selbst das noch erstaunlich, weil ich gefühlt nie gelesen habe? Eigentlich komisch. Aber da ist es halt von Vorteil, dass ich ziemlich schnell lese…da schafft man auch bei wenig Lesezeit noch recht viele Seiten. ^^

Statistisches (ohne Sachbücher)
Anzahl Bücher: 5
Seiten-Gesamtzahl: 3053

***

Heinrich VIII. – Mein Leben (Margaret George) 1334 Seiten
Puh, auch wenn ich nicht vor dicken Büchern zurückschrecke war das hier doch ein ganz schönes schwergewichtiges Mammutprojekt. Aber schwergewichtig – das passt ja perfekt zu Heinrich in seinen späteren Jahren, haha. Und auch etwas über das Buch zu sagen ist fast so schwierig wie der Charakter von Heinrich ;) Fangen wir mal vorne an. Erstmal hat mich das Buch wirklich gefesselt. Heinrichs Kindheit, seine Jugend mit dem Tod des Vaters und der eigenen Krönung und dann natürlich die erste Ehe mit Katharina von Aragon…natürlich kenne ich das alles schon aus anderen Romanen und Sachbüchern, aber die Geschichte sozusagen von Heinrich selber erzählt zu bekommen war eine nette Abwechslung. Auch die Abspaltung von Rom sowie die Beziehung mit Anne Boleyn war noch spannend zu lesen und bis dahin war Heinrich ein doch erstaunlich nachvollziehbarer Protagonist. Aber ab da wurde er als Erzähler zunehmend schwieriger. Gut, dass er sein ganzes Leben lang viel über das Thema Religion nachgedacht hat – auch weil es ja unbestritten einen großen Einfluss auf und eine große Bedeutung in seinem Leben hatte – ist historisch irgendwo belegt. Aber als er dann einfach mehr oder weniger aus Frust auf die Idee kam, Anne Boleyn wäre eine Hexe…da wurde es zunehmend schwieriger, sich mit seiner Narration anzufreunden. Die Religion spielte eine immer größere Rolle, dazu abwechselnde Phasen der Euphorie (seine Liebe zu Jane Seymour und später die Schwärmerei für Catherine Howard) und Phasen der Wut oder Teilnahmslosigkeit, die sich manchmal gar mit Wahnvorstellungen mischten. Und außerdem kam es zumindest mir so vor, dass sich der Schreibstil gegen Ende immer mehr in die Länge zog und manche Szenen doch extrem weitschweifig erzählt wurden. Beim Lesen war all das recht schwierig, aber hinterher kam mir ein Gedanke: war das möglicherweise alles von der Autorin so beabsichtigt? Vielleicht sollte auch das als Stilmittel dienen um Heinrichs Veränderung im Laufe seines Lebens aufzuzeigen. Falls ja, dann war das wirklich gut gelungen, denn während dem Leser Heinrich anfangs noch direkt sympathisch sein konnte, wurde es gegen Ende immer schwerer noch gute Seiten an ihm zu finden – auch daran, was er selber äußerte. (Natürlich hat er all das ja nicht wirklich selber geschrieben, deswegen sollte ich vielleicht sagen: was ihm anhand historischer Fakten in den Mund gelegt wurde.) Ach ja, was mir übrigens nicht recht eingeleuchtet hat war die Notwendigkeit der eingestreuten Kommentare von Heinrichs Hofnarren Will. Der war mir durch seine Aussagen weder sonderlich sympatisch, noch hatte er großen Einfluss auf die Handlung und diente wohl nur dazu um Heinrichs “Tagebuch” einen Rahmen zu geben und den einen oder anderen Sachverhalt, über den Heinrich selber nichts sagen konnte in die Geschichte einfügen zu können. Aber ich denke, das wäre auch anders geganen. Na, wie auch immer: insgesamt war das doch ein irgendwie recht schwieriges Buch, welches mir zwar auf eine Weise gefallen hat, aber andererseits auch anstrengend zu lesen war. Trotzdem glaube ich, dass es sich gelohnt hat, aber nur alleine von diesem Buch kann man das Phänomen Heinrich VIII oder die Tudorzeit generell auch nicht komplett verstehen oder überblicken.

Das goldene Ufer (Iny Lorentz) 636 Seiten
Bis jetzt habe ich ja nur Einzelbände von Iny Lorentz gelesen, während es sich hier um den Auftakt zu einer vierbändigen Serie handelt. Teilweise fand ich das Buch etwas langwierig, wenn auch die Schilderungen vom Deutschland nach den napoleonischen Kriegen interessant waren – etwa das Engagement der Studenten für Freiheit und Reformen. Aber leider wurde ich mit den Hauptpersonen Walther und Gisela nicht so recht warm, weswegen ich nicht so ganz mit ihren Erlebnissen mitfühlen konnte. Immerhin, gegen Ende wurde es spannender und die Schiffsfahrt nach Amerika hatte fast etwas von einem Abenteuerroman. Mal sehen ob die kommenden Bände dort gut ansetzen können.

Die Kastratin (Iny Lorentz) 543 Seiten
Man merkt mMn schon sehr, dass es sich bei diesem Buch um das Erstlingswerk von Iny Lorentz handelt. Zwar sind bestimmte Elemente – wie die unvermeidliche Verkleidung einer Frau als Mann – schon vorhanden, aber irgendwie hat sich die Handlung doch arg gezogen und ist über weite Strecken eher so vor sich hingeplätschert. Das Ende kam dann dagegen zu abrupt für meinen Geschmack. Und letztlich hat mich die Thematik diesmal auch nicht so recht fesseln können. Naja, da kann man immerhin sehen, dass sich das Autorenduo mit seinen weiteren Werken doch verbessert hat, was die Umsetzung angeht. Inhaltlich sind solche historische Romane ja eh Geschmackssache – ich mag sie halt doch immer wieder erstaunlich gerne, wie ich schon bei diversen Gelegenheiten erwähnt habe.

Flight from Death (Yasmine Galenorn) 320 Seiten
Eigentlich wollte ich diese bisher zweibändige Reihe gar nicht anfangen. Denn da die Autorin ihre Bücher inzwischen im Eigenverlag herausgibt, diese Reihe aber noch bei einem “normalen” Verlag begonnen wurde gibt es wohl rechtliche Probleme, die eine Fortsetzung der Reihe vorerst verhindern. Oder vielleicht wird es sogar überhaupt nicht weitergehen. Naja, aber was soll’s, diese kleinformatigen Taschenbücher sind günstig zu bekommen, da ist es nicht sooo schlimm, wenn die Serie wirklich abgebrochen werden sollte. Inhaltlich könnte das da schon schlimmer werden, denn Band 1 hat mir richtig gut gefallen! An die Otherworld-Reihe kommt natürlich nichts ran, aber auch die Abenteuer von Shimmer und Kumpanen haben ihren Reiz und das typische Feeling aller Bücher der Autorin. Mittlerweile lese ich ja nicht mehr sehr viel in die Richtung Paranormal Romance oder Urban Fantasy, aber neue Bücher von Yasmine Galenorn sind einfach mittlerweile Instant-Käufe und bereut habe ich das noch nie :D

Otherworld Tales Volume One (Yasmine Galenorn) 220 Seiten
Die Geschichten aus diesem Band sind allesamt vorher als E-Book erschienen – aber da ich immer noch keine rechte Lust habe längere Texte auch noch von einem Bildschirm abzulesen (ich gucke schon so genug auf Handy und PC…) freue ich mich dass es auch zu einer Veröffentlichung in Buchform kam. Zwar sind die Geschichten nicht unbedingt notwendig um die Haupthandlung zu verstehen, aber sie sind nette Ergänzungen dazu. Und da habe ich gleich wieder gemerkt, wie sehr ich die Otherworld-Reihe liebe. Man fühlt sich gleich wieder richtig zuhause, wenn man die altbekannten Charaktere in den Kurzgeschichten wiedersieht. Definitiv auch eine Buchreihe, die ich irgendwann komplett re-readen muss, sobald alle Bände erschienen sind.

***

Ein weiteres meiner vielen Sammelgebiete sind Bücher etc. zum Thema Sherlock Holmes. In dem Zusammenhang bin ich vor einer Weile über das Sherlock Holmes-Handbuch gestolpert. Und das ist eine wirklich lohnenswerte Anschaffung für den Holmes-Fan. Enthalten sind z.B. ein Personenregister mit allen Charakteren, die in den Romanen und Kurzgeschichten von Arthur Conan Doyle vorkamen. Oder eben eine Auflistung all dieser Geschichten, Informationen über diverse Holmes-Verfilmungen und vieles mehr. Also wirklich lohnenswert, obwohl das Buch schon etwas älter ist. Aber bis auf die Tatsache, dass keine Infos über die neueren Verfilmungen wie z.B. BBC-Sherlock drin sind macht das eigentlich nichts aus. Den Sammler stört es eh nicht. ^^

Matsu

☆ One hell of a fangirl ☆ Matsu liebt nicht nur Anime & Manga, sondern mag auch Videogames, Bücher, Geschichte, Modellbau und vieles mehr!

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Geschrieben von Matsu in Reviews, Buchvorstellungen

 

Tags: Das goldene Ufer, Die Kastratin, Flight from Death, Heinrich VIII. - Mein Leben, Otherworld Tales

 

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