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MonatsausLESE: Juli 2018

01 Aug

Eigentlich habe ich diesen Monat gefühlt gar nichts gelesen und am Ende stehen doch einige gelesene Bücher zu Buche (lol). Seltsam. Aber schön, denn es waren unterhaltsame Bücher und der Leseberg schrumpft immer weiter. Jetzt bloß nicht wieder damit anfangen, mehr neue Bücher zu kaufen. Aber darauf habe ich aktuell glücklicherweise auch kaum Lust, außer ich will den Kram sofort lesen.

Statistisches (ohne Sachbücher)
Anzahl Bücher: 9
Seiten-Gesamtzahl: 3511

***

Der Kirschblütenzweig – Japanische Liebesgeschichten aus tausend Jahren 450 Seiten
Mond auf dem Wasser – Moderne japanische Liebesgeschichten 315 Seiten
Diese beiden Anthologien japanischer Kurzgeschichten handle ich einfach mal zusammen ab. Teilweise überschneiden sie sich sogar inhaltlich. Wie immer bei solchen Sammlungen fällt mein Fazit zu den Geschichten sehr gemischt aus. Gut gefallen hat mir zum Beispiel „Mittelmaß“ von Shimei Futabatei oder die Ausschnitte aus dem Ise-monogatari sowie Izumi Shikibus Tagebuch. Allerdings war nicht direkt ein Autor dabei, den ich noch nicht kannte und mit dem ich mich nun näher befassen möchte. Ich glaube, ich muss doch einige japanische (und chinesische) Literaturklassiker ein zweites Mal lesen.

Die gute Erde (Pearl S. Buck) 332 Seiten
Irgendwie hat mich dieses Buch mal wieder vor die Frage gestellt, ob ich entweder extrem doof bin – oder ob ich einfach wirklich nichts auf Buchpreise etc. und Rezensionen geben sollte. Ich hoffe jetzt einfach mal auf Zweiteres ;) Aber ich war einfach nicht sonderlich begeistert, obwohl Pearl S. Buck für diesen Roman den Literaturnobelpreis bekommen hat. Oft heißt es auch, dass die Autorin mit diesem Buch das ganze Bild von China im Westen geprägt hat. Nur frage ich mich da, wie man nach der Lektüre dieses Buches auf die Idee kommen kann nun ganz China, die chinesische Seele oder etwas Ähnliches verstanden zu haben. Gut, das gebe ich zu: es ist eine solide Schilderung aus dem Leben eines einzelnen chinesischen Bauern und seiner Familie. Er arbeitet sich aus bitterer Armut durch ehrliche Arbeit immer weiter hoch und wir erleben als Leser mit, dass mehr Geld nicht unbedingt immer gut für den Charakter ist. Das liest sich zwar nicht immer spannend, kann einen aber doch zum Weiterlesen motivieren, auch weil man wissen will wo es mit Bauer Wang Lung noch hingeht. Allerdings gibt es ja zum einen selbst in China nicht nur Bauern, sondern auch andere Menschen, die im Roman bestenfalls am Rande vorkommen. Und außerdem ist das Ganze meist nicht so spezifisch chinesisch, als das es nicht auch in irgendeinem anderen Land zu früherer Zeit spielen könnte. Letztlich bleibt für mich nur eine interessante Familiensaga, aber als Meilenstein würde ich persönlich das Buch nicht sehen. Man muss natürlich auch ein Stück weit berücksichtigen, dass das Buch mittlerweile fast 90 Jahre alt ist und im Westen damals bei weitem nicht so viel über China bekannt war wie heute, aber selbst das hebt meine Kritikpunkte nicht völlig auf.

Daughters of Rome (Kate Quinn) 410 Seiten
Band 2 aus einer Reihe über das alte Rom. Band 1 hatte ich angelesen, fand ich aber schon da furchtbar, also wurde er gleich wieder abgebrochen. Unsympathische Ich-Erzählerin – nope. Dieser Band hier war zum Glück in der dritten Person geschrieben und von daher erträglich. Trotzdem hat mich manches genervt. Etwa die teilweise zu moderne verwendete Sprache und überhaupt die Tatsache, dass sich das Buch anfühlt wie Sex in the City oder Gossip Girl im alten Rom. Das mag für manchen verlockend klingen, mich schreckt es eher ab ;) Letztlich habe ich mich aber durchgekämpft und wurde immerhin doch mit ganz guter Unterhaltung belohnt. Was die Charaktere angeht, so mochte ich besonders die burschikose Diana, welche nichts als Pferderennen im Kopf hat und auf den üblichen Weiberkram wie lästige Verehrer und Co. einfach pfeift. Vermutlich wäre so eine Figur im alten Rom auch nicht realistisch gewesen, aber sie war jedenfalls interessant und liebenswert. Auch die erst oberflächlich wirkende Lollia wuchs mir ans Herz, da sie im Laufe der Handlung bewies, dass sie nicht nur eine dumme Gans ohne jeglichen vernünftigen Gedanken im Kopf ist. Neutral stand ich Cornelia entgegen, deren Handlungen ich nicht immer verstehen konnte – und richtig nervig fand ich Marcella. Gerade die hätte ich angesichts ihres Interesses für Geschichte am Anfang als potenziellen Lieblingschar gesehen, aber der Weg, den sie im Lauf der Zeit nahm…meh. Umso lustiger war dann das Ende, da bekam jeder was er verdient :D So gesehen war dieser Roman eigentlich noch ganz okay, wenn ich jetzt so darauf zurückblicke. Die große Begeisterung dafür kann ich jedoch absolut nicht verstehen und ich glaube auch nicht, dass ich nochmal andere Werke der Autorin probieren muss.

Die Prophezeiung des Adlers (Simon Scarrow) 637 Seiten
Der Anfang des Buches war etwas langweilig und die Aussicht, sich wieder seitenlang mit Vitellius‘ Intrigen auseinandersetzen zu müssen nahm mir dann auch erstmal die Lust aufs Weiterlesen. Irgendwann habe ich es dann aber doch angepackt und siehe da, so schlimm war es gar nicht. Erst entschärfte Cato gekonnt den verleumderischen Bericht von Vitellius (good job!) und dann kam auch noch Vespasian vorbei, um den alten Intriganten seines Kommandos zu entheben. Ab da gab konnte ich dann die spannenden Seeschlachten genießen und ansonsten das Buch entspannt zu Ende lesen, während ich gut unterhalten wurde. So muss das bei der Reihe sein!

Die Jagd des Adlers (Simon Scarrow) 573 Seiten
Nach dem Marine-Ausflug aus dem vorigen Band wurden Macro und Cato diesmal in die Wüste geschickt. Und während mir der Anfang des Buches noch etwas abrupt und holprig vorkam, wurde es später umso besser. Die Belagerung der Wüstenfestung Bushir war verdammt spannend und die politischen Intrigen in Judäa ebenfalls. Ich fand auch gelungen, wie der Autor unauffällig Jesus und seine Mitstreiter in die Geschichte eingebaut hat – um ehrlich zu sein habe ich gar nicht gleich gemerkt, dass es sich bei Jehoshua um Jesus handelt…xD Ich fand diesen Band jedenfalls richtig gut und er dürfte sogar einer meiner Favoriten aus der gesamten Reihe werden.

Katharine, the Virgin Widow (Jean Plaidy) 311 Seiten
Willkommen bei einer neuen Ausgabe von „Matsu muss ihr Kaufverhalten überdenken“. Denn vor gut drei Jahren habe ich bekanntlich emsig Tudor-Bücher gehamstert – dazu gehörten auch gut 10 Romane von Jean Plaidy, die ich natürlich kaufte ohne zu wissen ob ich den Stil der Autorin überhaupt mag. Nun habe ich endlich mal eines angelesen und puh – ich mag den Stil. Und das sogar sehr, denn während mich an modernerer Tudor-Literatur oft Dinge wie weinerliche Heldinnen und kitschiges Liebesgeschwurbel nerven schildert Jean Plaidy die historischen Ereignisse in Romanform. Und genau das mag ich! Natürlich heißt das aber nicht, dass es langweilig wäre – die Charaktere erwachen beim Lesen in der Fantasie trotzdem zum Leben und man fühlt mit ihnen mit. Henry VIIIs erste Frau Katharine war zum Beispiel nie meine Favoritin, weil sie in den meisten Medien zum Thema eher langweilig und vor allem verdammt religiös wirkt. Die Katharine, die ich hier kennenlernte mochte ich aber doch recht gerne. Und das ist schon mal eine Errungenschaft des Buches! Jedenfalls, nun bin ich sogar froh die vielen Romane schon gekauft zu haben, denn so habe ich immer einen schönen Ausgleich parat, wenn mich moderner Tudor-Kitsch mal wieder nervt.

Ein hinreißend verruchter Gentleman (Julia Quinn) 416 Seiten
Wow, ein Quinn-Roman, der mir so gar nicht gefallen hat. Ich fand schon die Prämisse nicht gerade toll (Mann liebt Frau seines Cousins/besten Freundes, der Cousin stirbt und Mann und Frau finden doch noch zusammen) und dann waren die Charaktere auch noch eher flach. Francesca war einfach nur langweilig und was an Michael so schrecklich verrucht sein soll hat sich mir nicht ganz erschlossen. So muss ich zugeben, dass ich Teile des Buches eigentlich nur überflogen habe. Zum Glück habe ich jetzt noch zwei Bridgerton-Romane vor mir, in denen mir sympathische Charaktere die Hauptrolle spielen.

Die Juwelen von Bishopgate (Francis London) 67 Seiten
Schade, dass die kurzen Holmes-Pastiches des Autors angesichts der Seitenzahl immer so schnell durchgelesen sind. Denn wie ich schon mehrmals erwähnt habe, fängt er die Stimmung der originalen Holmes-Geschichten einfach sehr gut ein und man könnte oft denken, dass man eine Geschichte von Arthur Conan Doyle liest. Auch diese Kurzgeschichte war wieder spannend und schön rätselhaft. Ich war beim Lesen direkt etwas verwirrt – das kann aber auch daran liegen, dass ich das Büchlein auf dem Höhepunkt der aktuellen Hitzewelle gelesen habe ;)

Die Sachbuch-Kategorie kam in den letzten Artikeln ja gar nicht vor…was nicht heißt, dass ich keine Sachbücher gelesen habe. Aber irgendwie waren es teilweise eher Nachschlagewerke, die ich eigentlich nicht wirklich zu 100% gelesen habe. Oder ich hatte einfach keine Lust, die Bücher zu erwähnen, haha. Diesen Monat habe ich diese zwei Werke hier aber wirklich durchgelesen bzw. natürlich auch die Bilder betrachtet im Falle von „Lebendige Stille„. Dieses Buch kann ich empfehlen, wenn man eine kurze Einführung ins Thema japanische Gärten sucht. Das zweite Buch „Japan – im Reich der mächtigen Frauen“ habe ich teilweise aber eher mit gemischten Gefühlen gelesen. Die Rolle der Frau in der japanischen Tradition war zwar ein sehr interessantes Thema, genauso wie die Stellung der Frau im modernen Japan. Dazwischen gab es aber einige Passagen, denen ich wenig zustimmen konnte. Etwa als es hieß, Comics für Jungen wären in Japan eher kitschige Liebesgeschichten, während die Mädchen-Comics eher actionlastig wären. Da ist mir in Sachen Shonen/Shojo-Mangas aber etwas anderes bekannt. Ich könnte noch weitere, vermutlich aussagekräftigere Beispiele aufzählen, aber wen das Thema interessiert, der liest das Buch am besten selber.

Matsu

☆ One hell of a fangirl ☆ Matsu liebt nicht nur Anime & Manga, sondern mag auch Videogames, Bücher, Geschichte, Modellbau und vieles mehr!

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Geschrieben von Matsu in Reviews, Buchvorstellungen

 

Tags: Daughters of Rome, Der Kirschblütenzweig, Die Jagd des Adlers, Die Juwelen von Bishopgate, Die Prophezeiung des Adlers, Die gute Erde, Ein hinreißend verruchter Gentleman, Katharine the Virgin Widow, Mond auf dem Wasser

 

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