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MonatsausLESE: Mai 2018

05 Jun

Ein ziemlich bunt gemischter Lesestapel ist es dieses Mal geworden, weil ich mich immer noch brav an meine Vorgabe halte zuerst die ältesten Bücher abzuarbeiten. Erstaunlich, wie lange manches Buch schon im Regal liegt. Oder wahlweise wie schnell die Zeit vergeht. Naja, langsam aber sich zeigen sich aber die ersten Erfolge und ich kann den gewonnenen Regalplatz gleich mit Figuren und Plastikmodellen belegen, haha.

Statistisches (ohne Sachbücher)
Anzahl Bücher: 8
Seiten-Gesamtzahl: 2806

***

Young Sherlock Holmes: Der Tod liegt in der Luft (Andrew Lane) 416 Seiten
Meh. Die Idee, den Meisterdetektiv in seiner Kindheit und Jugend zu erleben und seinen Werdegang nachzuvollziehen ist eine wirklich gute – deswegen habe ich auch zu diesem Buch gegriffen. Die Umsetzung aber, nun ja. Tut mir leid, aber es passt nicht so recht in mein Bild von Holmes, dass er bis zu seinem 14. Lebensjahr ein absoluter Normalo war und dann nur durch den Kontakt zu einem amerikanischem Mentor all die bekannten Fähigkeiten entwickelt hat. Gut, Amyus Crowe hat ihm in diesem Buch viel beigebracht…aber kann man wirklich annehmen, dass ein Genie wie Sherlock Holmes nicht schon von alleine ein aufgeweckter Junge war? Ich persönlich stelle ihn mir eher als ein recht nerviges Kind vor, welches schon in jungen Jahren manches Verhalten der Erwachsenen durchschaut hat. Was vielleicht auch seinen eigenbrötlerischen Charakter erklären würde, denn wenn man von klein auf die Menschen entweder nervt oder in Erstaunen versetzt hat man vielleicht irgendwann keine große Lust mehr auf das übliche soziale Geplänkel…. Aber sorry, ich schweife ab. Jedenfalls, auch wenn der Junge in diesem Buch auf den Namen Sherlock Holmes hörte, mit dem berühmtem Detektiv konnte ich ihn nicht in Verbindung bringen. In meinen Augen handelt es sich hier einfach um einen netten Jugendroman mit Abenteuern, Spannung und Liebe (ja, Holmes junior verliebt sich auch noch…naja, irgendwo muss die Abneigung gegen Frauen ja herkommen und so nervig wie seine erste Flamme in dieser Buchreihe ist….verständlich 8D), welcher durch das Prädikat „Sherlock Holmes“ besser verkauft werden sollte. Nun ja, wie so oft stehe ich mit dieser Meinung recht alleine dar, aber mich hat der Serienauftakt nicht begeistert und dementsprechend werde ich auch nicht weiterlesen.

Sherlock Holmes und die Theatermorde (Nicholas Meyer) 221 Seiten
Von den drei Holmes-Pastiches des Autors ganz klar das schwächste Buch. Zwar war der Anfang noch schön atmosphärisch und das Bild eines verschneiten London brachte mir in der sommerlichen Hitze in diesem Mai geradezu Abkühlung :D Auch die diversen Auftritte bekannter Autoren waren nett, aber der eigentliche Fall…gegen Ende driftete mir dann alles irgendwie zu sehr in Richtung Horror ab. Ich mag keine Geschichten um Krankheiten, ugh. Überhaupt war vieles doch etwas an den Haaren herbeigezogen. Muss man also nicht unbedingt lesen, aber die anderen beiden Bücher würde ich trotzdem jedem empfehlen, der auf der Suche nach neuen Holmes-Stoff ist.

Maigret und der Mann auf der Bank (Georges Simenon) 206 Seiten
Es ist jetzt auch schon wieder ein paar Jahre her, dass ich den ersten Roman aus der laaaangen Maigret-Reihe gelesen habe. Den fand ich nicht so begeisternd, aber jetzt ist mir dieser spätere Band in die Hände gefallen und der hat mir doch schon deutlich mehr zugesagt. Sowohl der Fall an sich als auch die ganze Atmosphäre in Paris hat mir gut gefallen. Und die Frage, welches Geheimnis der biedere Monsieur Thouret vor seinem Tod hatte hat mich so beschäftigt, dass ich das Buch schnell durchhatte. Und mehr verlange ich auch nicht von einem Krimi, also hatte ich Spaß beim Lesen!

Im Auftrag des Adlers (Simon Scarrow) 480 Seiten
Während es beim vorigen Band noch etwas dauerte, bevor ich mit der Handlung warm wurde, kam ich diesmal deutlich schneller rein. Wahrscheinlich lag es auch daran, dass Macro und Cato diesmal schon deutlich besser miteinander klar kamen und man auch deutlich im Laufe der Handlung merkte, wie sich die beiden immer besser kennenlernten. (Das war übrigens nicht nur in diesem Band so, sondern setzt sich auch in den Folgebänden fort) Handlungstechnisch wird es jetzt nicht mein Lieblingsband der Reihe, aber ich bin froh, dass die nervige Romanze zwischen Cato und Lavinia ein Ende gefunden hat. Da wird sich ja eine bessere Frau für Cato finden ;)

Der Zorn des Adlers (Simon Scarrow) 416 Seiten
Diesmal gibt es weniger Schlachtengetümmel als im vorigen Band, weil Macro und Cato auf eine Geheimmission ins Feindesland geschickt werden. Lustigerweise kamen dann auch noch die Britin Boudica und diverse keltische Mythen vor…da fühlt man sich als Fate/Grand Order-Spieler doch gleich zuhause :D Spannend war der Band aber trotzdem, wahrscheinlich sogar mehr als der vorige, gerade auch weil es doch einige sehr dramatische Szenen gab. Und auch ein wirklich dramatisches und doch schönes Ende. Mittlerweile bin ich schon beim nächsten Band und kann inzwischen mit Bestimmtheit sagen, dass mir die Reihe immer besser gefällt. Da hat sich der Kauf also gelohnt und weil der neueste Band der Reihe inhaltlich so spannend klingt würde ich wirklich gerne aufschließen, mal sehen ob ich jetzt beständig dranbleiben kann.

Die Burggrafen von Kirchberg (Ferdinand Köcher) 287 Seiten
Mittelalterromane lese ich mittlerweile eigentlich gar nicht mehr, weil ich doch später Geschichtsperioden bevorzuge. Dieses Buch hier spielt allerdings in meiner Heimatstadt bzw. -region und deswegen hatte ich beim Lesen doch meinen Spaß :D Ansonsten fühlte ich mich – auch durch die verwendete Sprache – beinahe so, als würde ich eine authentische Geschichte aus dem Mittelalter lesen. Das Leben im Zeitalter der Ritter und Burgen wurde jedenfalls gut rübergebracht. Also gar kein so schlechtes Buch, nur werden es ohnehin die meisten Leute aus anderen Regionen eh nie lesen, haha.

Penelopes pikantes Geheimnis (Julia Quinn) 444 Seiten
Auf diesen Band habe ich mich eigentlich am meisten gefreut, weil ich Colin und Penelope schon in den vorigen Bänden sehr mochte. Erstmal ging es mir aber wie Penelope selbst und ich war fast ein wenig enttäuscht, dass sich der perfekte Colin als ganz schon besitzergreifend und nervig herausstellte. Immerhin erfuhren wir später, dass sein Verhalten mehr oder weniger durch einen Minderwertigkeitskomplex seinerseits begründet wurde…das macht es jetzt nicht besser, aber auch angesichts der Tatsache, dass er Penelope später ehrlich liebte und ihr bedingungslos Rückhalt gab kann ich darüber hinwegsehen. Penelope fand ich eh super, wahrscheinlich ist sie überhaupt mein liebster weiblicher Charakter aus der Bridgerton-Reihe. Als unattraktive alte Jungfer wünsche ich mir nach der Lektüre nun direkt auch, dass mir mein Traumprinz begegnen möge 8D (Nope, das stimmt natürlich nicht…denn meine 2D-Traumprinzen sind mir längst begegnet <3)

Secrets of the Tudor Court (Darcey Bonnette) 336 Seiten
Gleich vorweg, aus der Masse an (englischsprachigen) Tudor-Romanen muss man sich diesen meiner Meinung nach nicht gerade herauspicken. Mir hat das Buch nicht besonders gefallen, wobei es jetzt nicht direkt schlecht war. Aber es fing z.B. schon damit an, dass das Buch im Präsens und in der Ich-Form geschrieben ist. Auf Englisch war das gerade noch erträglich, auf Deutsch hätte ich das Buch entnervt in die Ecke geworfen. Aber wenn man schon diese Form wählt muss zumindest die Erzählstimme eine sympathische sein. Und das war Mary Howard für mich einfach nicht. Sie heulte auf jeder Seite (ernsthaft: man sollte mal zählen wie oft es hieß „Tears spring to my eyes“ und ähnliches….), auf jeder zweiten Seite wurde ihr schlecht und überhaupt konnte ich mit ihr nicht warm werden. Sie beschwerte sich zwar über dieses und jenes, fand oft irgendeine Person X ganz furchtbar böse, weil diese am Sturz einer anderen Person Y Schuld war…..nur um dann später zu sagen, dass sie Person X trotz allem bedauert etc. Also wenn man schon widerspricht sollte man evtl. auch dabei bleiben, sonst hätte sie für Norfolk einfach die brave Tochter sein könnten, die er wollte… Überhaupt, Norfolk: obwohl er als fieser Intrigant dargestellt wurde, welcher links und rechts Leute hintergeht und auch noch Frau und Kinder schlägt war er in meinen Augen noch der menschlichste und realistischste Charakter im Buch. Klingt vielleicht komisch, fühlte sich aber beim Lesen so an. Naja, ich will nun mal hoffen, dass die weiteren Bücher der Autorin besser sind, denn wenn ich mich recht erinnere habe ich schon drei weitere gekauft ^^“

Matsu

☆ One hell of a fangirl ☆ Matsu liebt nicht nur Anime & Manga, sondern mag auch Videogames, Bücher, Geschichte, Modellbau und vieles mehr!

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Geschrieben von Matsu in Reviews, Buchvorstellungen

 

Tags: Der Tod liegt in der Luft, Der Zorn des Adlers, Die Burggrafen von Kirchberg, Im Auftrag des Adlers, Maigret und der Mann auf der Bank, Penelopes pikantes Geheimnis, Secrets of the Tudor Court, Sherlock Holmes und die Theatermorde, Young Sherlock Holmes

 

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