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[Manga-Review] Fullmetal Alchemist

15 Nov

Ich bin mal wieder spät dran. Fullmetal Alchemist ist einer der bekanntesten und beliebtesten Shonen-Mangas, und ich hatte ihn bis jetzt noch nicht gelesen. Schande über mich, und ich bereue es auch wirklich diesen tollen Manga nicht eher gelesen zu haben!

Der Start ist erstmal langsam bis unspektakulär. In den ersten paar Kapiteln gibt es zwar auch schon Kämpfe, und durch die traurige und dramatische Backstory der Elric-Brüder gibt es auch ernste Momente – aber insgesamt geht es da noch deutlich lockerer zu als später. So außergewöhnlich gut wie oft behauptet wirkte FMA bis dahin auf mich noch nicht. Dann kam jedoch der erste Punkt, der mich richtig getroffen hat (und das dann gleich umso mehr): der Tod von Maes Hughes. Dass ausgerechnet der liebenswerte Familienvater sterben musste war ein richtiger Schlag, fast als wäre eine reale Person aus meinem Umfeld plötzlich nicht mehr da (das klingt jetzt vielleicht ein bisschen übertrieben, aber damit wird deutlich wie bewegend ich die Szene fand). Ähnlich wie Oberst Mustang wollte ich in dem Moment die Person hinter dieser grauenvollen Tat bestraft wissen – und wenn ich mir zuerst noch nicht sicher war, ob ich am Manga dranbleiben soll…da waren dann alle Zweifel beseitigt.

Dennoch dauerte es dann noch eine gute Weile, bis ich endlich alle Bände zusammengesammelt hatte (denn ich wollte erst mit dem Lesen anfangen wenn ich alle Bände hatte, in den ersten 10 Bänden haben mich die Cliffhanger schon genug genervt), und noch länger bis ich endlich mit dem Lesen weitermachte. Im Nachhinein könnte ich mich dafür wirklich in den Hintern treten… Für die Bände 11 bis 27 brauchte ich aber nur eine gute Woche, weil ich jeden Tag 2-4 Bände am Stück verschlungen habe. So sehr hat mich alles gefesselt. Da war ich dann wiederum doch ganz froh so lange gezögert zu haben, lange Wartezeiten zwischen den Bänden hätte ich nicht ertragen. ^^ Mit jeder neuen Entdeckung zur Alchemie und jedem Duell gegen die Feinde wurde es spannender. Ein weiterer Wendepunkt war dann die Enthüllung, dass Bradley ein Homunkulus ist (bei Selim alias Pride hatte ich mich versehentlich gespoilert, deswegen war es kein sooo großer Schock – kann mir aber vorstellen wie es gewesen wäre wenn ich es nicht gewusst hätte), und die gesamte Führungsspitze der Armee unter feindlicher Kontrolle ist. Ab da ging es praktisch Schlag auf Schlag und ich wollte den Manga nur sehr ungern aus der Hand legen. Dass neben der Action auch politische Intrigen im Hintergrund ablaufen war eine weitere Sache an FMA, die ich sehr toll fand. Da hat man halt den Unterschied zu den üblichen Fighting-Shonen bemerkt – nicht dass ich was gegen die hätte, aber FMA spielt schon in einer anderen Liga. Schön war auch, dass nicht alles düster und ernst war und es zwischendurch immer mal wieder kurze witzige Stellen gab. Die Witze über Eds Größe waren allgegenwärtig. ^^

Während der Serie durchlebt man mit Ed und Al viele gefährliche Abenteuer, und man fiebert immer mit und fragt sich, ob sie wohl ihre alten Körper zurückbekommen können – und wenn ja, was sie dafür opfern müssen. Später als darüber geredet wurde, dass die Seele von Al praktisch jeden Moment von der Rüstung abgestoßen werden könnte, hieß es dann erst recht: mitbangen. Aber – und das fand ich besonders toll – auch die Nebencharaktere haben in den meisten Fällen einen Hintergrund, der viel zur Genialität des Mangas beiträgt.

War der Cast zu Beginn noch recht überschaubar, wächst er später um jede Menge neue Charaktere an. Da sind die Bösen, „Vater“ und seine Truppe Homunkuli. Da sind die Mitglieder der Central-Armee und die kampferprobten Soldaten von Fort Briggs. Da sind die vielen anderen Leute, die Ed und Al auf ihrer Reise treffen und mit ihnen kämpfen, wie Scar, Mei Chan, Ling Yao, Dr. Marcoh und und und. Und wie in kaum einen anderen Manga wachsen einem hier selbst die Feinde ans Herz. Jeder hat seine Beweggründe für sein Handeln und man kann fast sogar die Bösen verstehen. Wenn die Grenzen zwischen Gut und Böse zu eindeutig gezogen sind kann das auch schnell mal langweilig werden, deshalb sind sozusagen „liebenswerte“ Fieslinge doch etwas gutes. ^^ Nichtsdestrotrotz, mein Herz gehörte den Guten ;) Müsste ich einen Lieblingschara benennen, wäre es Roy Mustang. Zu Beginn konnte man ihn noch für einen ziemlich eindimensionalen Frauenheld halten, je weiter die Geschichte fortschritt konnte man ihn und seine Gedanken und Ziele verstehen. Ich glaube er wäre ein sehr gutes Staatsoberhaupt, weil er sich wirklich Gedanken um seine Untergebenen macht und bereit ist dafür auch Opfer zu bringen. Wahrscheinlich habe ich eine Schwäche für diese Art von Chara, Ryo Saeba (City Hunter) geht ja auch in die Richtung. Aber sein Mokkori-Tick ist dann doch ein bisschen ausgeprägter als Roys Vorliebe für Miniröcke an den Frauen der Armee ;)

Mein favorisierter Bösewicht ist Greed Nummer 2 – sozusagen. Also der Greed, der sich später mit Ling einen Körper teilt. Wie Ed später so treffend sagt, war er wohl der Klügste der Homunkoli. Er hat sein Geschick selbst in seine Hände genommen und gehandelt wie er es für richtig hielt, statt wie Pride, Envy und Co blind dem Willen des „Vaters“ zu folgen. Nebenbei, Ling hatte ich vorher nicht für besonders herausragend  gehalten (ich fand ihn weder besonders toll noch besonders schlecht, aber er wirkte eher wie ein Comedy-Relief Charakter als ein ernstzunehmender Kandidat für den Thron des Kaisers), aber als er Greed dazu einlud seinen Körper zu übernehmen damit er sich Greeds Kraft zu Nutze machen kann hat er mich eindeutig positiv überrascht! Aber wie schon erwähnt, man konnte an praktisch allen Charakteren etwas finden, was sie sympathisch gemacht hat. Hohenheim etwa hielt ich anfangs für einen Fiesling, und ich hätte ihn ohne weiteres ins Lager der Homunkuli eingeordnet. Aber dann stellte er sich in einem Flashback doch als ganz anders als gedacht heraus. Und ich glaube, dass Ed es in seinem Herzen eigentlich auch gewusst hat, obwohl er immer betont hat was für einen Rabenvater er hat.

Nur einer machte eine Ausnahme: Kimbly. In einem der 4-koma-Strips (ich glaube zumindest dass es da war ^^) am Ende der Bände wurde mal gesagt, dass Leute in weißen Anzügen pervers wirken *lol* Mit „pervers“ alleine hätte man ja noch leben können, aber der Typ war in meinen Augen einfach nur ein Monster, dass Leute abgeschlachtet hat ohne mit der Wimper zu zucken. Spätenstens nach dem Flashback in die Zeit des Ishbar-Vernichtungskrieges wurde mir klar, dass er zu allem fähig ist. Umso mehr hat mich sein Tod gefreut, hehe~

Fazit:
Wieder einmal wurde meine Theorie, dass Frauen in vielen Fällen die besseren Shonen-Mangas zeichnen, bestätigt. Fullmetal Alchemist ist in meinen Augen auf jeden Fall einer der besten Shonen überhaupt, der sich von der Masse deutlich abheben kann. Zur Belohnung gibt es gleich einen Platz in meiner Manga Top-5, und die beiden Anime-Serien kommen auch bald dran.

Matsu

☆ One hell of a fangirl ☆ Matsu liebt nicht nur Anime & Manga, sondern mag auch Videogames, Bücher, Geschichte, Modellbau und vieles mehr!

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Geschrieben von Matsu in Reviews, Manga

 

Tags: Fullmetal Alchemist, Manga-Review, Review

 

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