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MonatsausLESE: April 2020

07 Mai

Etwas besser als der März war der April gefühlt schon, auch wenn die gelesene Seitenzahl am Ende irgendwie geringer ausgefallen ist. Allerdings fand ich die Bücher diesmal praktisch alle gut, und das ist ja auch etwas wert. Und gefühlt habe ich eigentlich mal wieder so gut wie gar nicht gelesen, also ist es fast erstaunlich, dass es am Ende doch 8 Bücher waren.

Statistisches (ohne Sachbücher)
Anzahl Bücher: 8
Seiten-Gesamtzahl: 1759

***

Die Wahrheit über Sherlock Holmes 160 Seiten
Und diese Wahrheit erzählt uns Lesern kein geringerer als Professor Moriarty höchstpersönlich. Damit man mit der Lektüre des Buches Spaß hat sollte man aber schon eine Portion Humor mitbringen und vielleicht kein reiner Holmes-Kanon-Purist sein. Denn Moriarty erweckt durch seine Notizen nicht unbedingt das Bild eines kühlen, berechnenden Superschurken aus Arthur Conan Doyles Geschichten – manchmal wirkt er hier mit seinen gehässigen Kommentaren über seinen ewigen Rivalen Sherlock Holmes geradezu kindisch. Mir hat es aber trotzdem gefallen – die Idee, dass Moriarty hinter praktisch allen von Holmes’ Fällen steckt und dessen Unterstützer allesamt vom Professor engagiert wurden oder anderweitig mit diesem unter einer Decke stecken (ja, wirklich alle…von Mrs. Hudson über Watson und seine Frau bis hin zu Mycroft) ist irgendwie witzig. Wenn auch zugegeben im Kanon nicht besonders wahrscheinlich ;) Und der Moriarty aus den “richtigen” Holmes-Geschichten ist ohnehin nicht halb so faszinierend wie seine vielen, vielen Varianten aus den diversen Pastiches sowie Adaptionen als Film, Serie, Manga etc. So gesehen war das Buch für mich ein weiteres Pastiche, welches das Holmes-Universum um eine interessante Theorie erweitert. Es muss ja nicht immer der Kanon sein!

The Secret Chronicles of Sherlock Holmes (June Thomson) 285 Seiten
Über die Bände mit Kurzgeschichten von dieser Autorin bin ich erst kürzlich gestoßen – zu meiner großen Freunde, denn sie bieten guten Pastiche-Lesestoff. Manche der Fälle sind zwar nicht sehr ausgeklügelt, aber das muss auch nicht sein – ausreichend mysteriös und spannend sind sie jedenfalls und mir ist ja ohnehin die Atmosphäre wichtiger. Und die ist genau wie der Schreibstil definitiv gelungen. Die weiteren Bände werden also auch noch nach und nach gekauft!

Sherlock Holmes und Jack the Ripper (Ellery Queen) 203 Seiten
In den meisten Rezensionen kommt das Buch eher schlecht weg, aber ich fand es eigentlich gut? Die Kombination aus Rahmenhandlung um den Krimischriftsteller Ellery Queen und der Handlung eines vermeintlich wiederentdeckten Holmes-Manuskripts war gelungen und beide Teile haben mir auch einzeln gesehen gefallen. Ob so nun die “richtige” Aufklärung der Ripper-Mordserie aussieht…na, wohl eher nicht, aber immerhin handelt es sich hier auch um Fiktion und nicht um einen Tatsachenbericht. Die Atmosphäre hat jedenfalls gestimmt und die Darstellung von Holmes, Watson und den anderen bekannten Charakteren war auch okay. Ich habe jedenfalls schon schwächere Pastiches gelesen.

Mord auf der Leviathan (Boris Akunin) 280 Seiten
Mir hat ja schon der vorige Band “Türkisches Gambit” vor Jahren gut gefallen. Aber “Mord auf der Leviathan” hat nochmal eins draufgesetzt. Da ist erst der Anfang, wo man in Form von Zeitungsmeldungen und Polizeiberichten von einem grausigen Verbrechen erfährt. Und dann sind da die einzelnen Kapitel, die immer aus der Sicht eines anderen Beteiligten geschildert werden. Alles zusammen ist eingebettet in eine Rahmenhandlung auf dem Luxusschiff Leviathan. Das Setting und die Zusammenstellung an verschiedenen Charakteren, welche auch noch tagtäglich im Salon Windsor auf dem Schiff aufeinandertreffen erwartet man direkt eine große Auflösungsszene a la Agatha Christie, in der der Detektiv seine Schlussfolgerungen zum Besten gibt. Prompt kommt es dann auch so – nur damit direkt danach noch einiges an Wendungen und Wirrungen folgt, welche das Buch für mich wirklich genial gemacht haben. Von den Kapiteln der verschiedenen Erzähler haben mir am meisten die des Japaners Gintaro Aono und vor allem die des englischen Baronets Reginald Milford-Stokes gefallen. Mit einem seiner Kapitel endet das Buch und als großen Paukenschlag am Ende gibt es in seiner Geschichte noch mal eine große unerwartete Enthüllung. Wow! Nun muss ich die Reihe endgültig weiter verfolgen. Ich vermute aber fast, dass dieser Band hier mein Favorit bleiben wird, denn es wird schwer das zu toppen.

Hamish Macbeth spuckt Gift und Galle (M.C. Beaton) 222 Seiten
Eigentlich ist das hier der vierte Band aus der Reihe um den schottischen Dorfpolizisten Hamish Macbeth. Da aber auch diese Reihe wie die Agatha Raisin-Reihe der Autorin storytechnisch eher einfach gehalten ist war es nicht weiter schlimm den Band außerhalb der Reihe zu lesen. Die Charaktere habe ich jedenfalls auch so schnell kennengelernt und der Fall war natürlich ohnehin in sich abgeschlossen. Ich werde mir nun aber auch die vorigen drei sowie die folgenden Bände der Reihe holen. Wenn man mal einfache, schnelle Lesekost braucht sind die Bücher genau richtig und die Kriminalfälle sind zwar simpel, aber unterhaltsam zu lesen.

Agatha Raisin und der tote Tierarzt (M.C. Beaton) 247 Seiten
Auch mein dritter gelesener Band aus dieser Reihe hat mir wieder gut gefallen. Der Kriminalfall war zwar recht einfach zu lösen und ich dachte mir recht früh wer der Täter ist, aber die Ermittlungen von Agatha und James lesen sich einfach immer wieder sehr unterhaltsam und deswegen werde ich mit der Reihe auch weitermachen. Ich frage mich nur ob die deutschen Ausgaben jemals zum englischen Stand aufschließen werden, lol.

Weltenzerstörer (Cixin Liu) 122 Seiten
Eigentlich wollte ich mal die Trisolaris-Trilogie des Autors lesen, weil ich irgendwann mal in einer Zeitung in einem Artikel über chinesische Science Fiction darauf gestoßen bin. (Und dabei lese ich eigentlich gar keine SciFi, lol.) Aber als ich in einer Mängelexemplar-Kiste über diese Novelle gestolpert bin habe ich auch nicht nein gesagt. Und mir hat die kurze Geschichte (die eigentlich nur gut 70 Seiten umfasst, der Rest ist Anhang) auch erstaunlich gut gefallen! Wenn der Schreibstil in der Trisolaris-Trilogie auch so ist, dürfte mir die auch zusagen. Zur eigentlichen Novelle kann ich gar nicht mal so viel sagen, nur dass sie viel zu schnell vorbei war und mich zum Nachdenken angeregt hat, vor allem das Kapitel “Ameisen”. Jedenfalls war das eine gute erste Begegnung mit dem Genre SciFi in Buchform!

Check, please! Book 1: #Hockey (Ngozi Ukazu) 240 Seiten
Vor Jahren bin ich schon auf Tumblr über Bilder und einzelne Panels aus diesem Comic gestoßen und wollte eigentlich mal reinlesen…allerdings gab es die Reihe damals nur als Webcomic und natürlich kam ich dann nie dazu damit anzufangen. Mittlerweile gibt es das ganze Werk aber in zwei Sammelbänden zu kaufen und deswegen habe ich beim ersten Band einfach mal zugegriffen. Natürlich war es erstmal ungewohnt einen “normalen” Comic zu lesen – ich bin ja schließlich jahrelanges Manga-Lesen gewöhnt – aber sowohl was die Leserichtung angeht als auch storytechnisch bin ich überraschend gut reingekommen. Sowohl die Handlung als auch die Charaktere haben mir gut gefallen und das Lesen macht überraschend viel Spaß – besonders Bittys V-Logs fand ich immer sehr lustig. ^^ Ich werde mir also auch den zweiten Band der Reihe holen, denn ich will gerade nach diesem Cliffhanger am Ende des Bandes unbedingt wissen wie es mit Bitty und Co. weitergeht. Auch wenn ich nicht ganz so euphorisch über diesen Comic bin wie manch anderer Leser, so hat er mir doch echt gut gefallen.

Matsu

☆ One hell of a fangirl ☆ Matsu liebt nicht nur Anime & Manga, sondern mag auch Videogames, Bücher, Geschichte, Modellbau und vieles mehr!

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Geschrieben von Matsu in Reviews, Buchvorstellungen

 

Tags: Agatha Raisin und der tote Tierarzt, Check please!, Die Wahrheit über Sherlock Holmes, Hamish Macbeth spuckt Gift und Galle, Mord auf der Leviathan, Sherlock Holmes und Jack the Ripper, The Secret Chronicles of Sherlock Holmes, Weltenzerstörer

 

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