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MonatsausLESE: Januar 2020

31 Jan

Halleluja, die guten alten Zeiten sind wieder da! Das könnte man zumindest angesichts der Anzahl gelesener Bücher auf jeden Fall denken. So viel habe ich seit Monaten nicht mehr geschafft. Ein tolles Gefühl :D Also wenn ich geahnt hätte, dass es nur eine Stapel-Challenge braucht um meine Motivation wieder aus dem Keller zu holen hätte ich früher eine gestartet ;)

Statistisches (ohne Sachbücher)
Anzahl Bücher: 15
Seiten-Gesamtzahl: 3862

***

Der Ruf der Phönixflöte 1+2 (Hrsg. Ernst Schwarz) 959 Seiten
Eine Sammlung von altchinesischer Prosa – wobei da allerdings nicht nur die klassischen Kurzgeschichten, sondern auch Eingaben an Beamte oder den Kaiser etc. hineinfallen. Deswegen fand ich beim Lesen nicht alles wirklich spannend, allerdings machen durch den poetischen Stil selbst die “Behördendokumente” natürlich noch etwas her. Definitiv meine Favoriten waren die Geschichten “Der schöne Kaufmann im Frauenreich” und “Der Kanzler und die kaiserliche Konkubine”. Ersteres gibt es sogar unter dem Titel “Im Land der Frauen” als einzelne Veröffentlichung, von letzterem habe ich leider keine längere übersetzte Version finden können, schade. Insgesamt gehört diese Sammlung zwar nicht zu meinen Favoriten, ein paar gute (und für mich neue) Geschichten waren aber wieder dabei, deswegen war es trotz allem doch unterhaltsam zu lesen.

Kitchen (Banana Yoshimoto) 203 Seiten
Irgendwie mag ich die Bücher von Banana Yoshimoto immer wieder gerne, auch wenn ich angesichts der oft eher traurigen Themen oft denke, dass ich besser keines mehr lesen sollte, weil ich damit so schlecht umgehen kann. ^^’ Allerdings haben ihre Geschichten doch immer auch etwas Magisches und Hoffnungsvolles, so dass man auch angesichts der schweren Ereignisse, die die Protagonisten befallen doch immer auch einen gewissen Optimismus verspürt. Bei Kitchen hat mir besonders die ganze geschilderte Atmosphäre gefallen, dadurch wurde man richtig ins Geschehen mit hineingezogen und man fühlte sich beinahe, als ob man etwa neben den Protagonisten auf dem Sofa sitzt. Es ist aber wahrscheinlich immer noch so, dass ich von Banana Yoshimoto die Kurzgeschichten besonders gerne mag. Schon die Titelgeschichte Kitchen bestand ja eigentlich auch zwei getrennten Teilen, und die abschließende Geschichte Moonlight Shadow fand ich dann auch noch mal besonders gut!

Auf geht’s, Jeeves! (P.G.Wodehouse) 364 Seiten
Mein erster Versuch mit den Büchern von P.G.Wodehouse und es wird definitiv nicht mein einziger bleiben! Denn den Humor und die Charaktere fand ich einfach genial, so dass ich gar nicht genug vom Lesen kriegen konnte. Vor allem hatte ich das Buch ja angefangen, weil ich irgendwo von der genialen Szene mit einer Rede unter Alkoholeinfluss in einer Schule gelesen hatte. Na, und die Szene war auch echt der Höhepunkt des ganzen Buches. xD Aber der Rest war auch genial und ohne den Kontext wäre es sicher nicht ganz so lustig gewesen. Jedenfalls werde ich mir mehr vom Autor holen – wie gut, dass es da eine ganze Menge Bücher gibt, die ich nachholen kann!

Five on Brexit Island (Bruno Vincent) 103 Seiten
Ich habe als Kind zwar selber nie die “Fünf Freunde”-Bücher gelesen, aber die Idee Kinderbuchhelden in einer Version für Erwachsene umzusetzen hörte sich ganz lustig an und natürlich hat mich auch das Thema wieder angelockt, nachdem ich mit Alice im Brexitland so gute Erfahrungen gemacht habe. Ganz so gut war dieses Buch hier zwar nicht, aber recht witzig waren manche Stellen immerhin, so dass ich beim Lesen doch meinen Spaß hatte.

Companions Codex III: Vengeance of the Iron Dwarf (R.A.Salvatore) 421 Seiten
Wie schon der vorige Band – und diese Trilogie insgesamt – hat mir auch der Abschluss von Companions Codex wieder eine Menge Lesespaß gebracht. Die Reihe um den Dunkelelfen Drizzt hat mit der Rückkehr der Gefährten nun wirklich endgültig zu alter Stärke zurückgefunden. Natürlich ist das keine große Fantasy-Literatur a la ASOIAF, aber die detailliert geschilderten Kampf- und Schlachtenszenen machen einfach Laune und die Machenschaften der Dunkelelfen sind immer wieder aufs neue spannend. Mal sehen was Jarlaxle in den nächsten Bänden noch so anstellen wird. Und die Frage, ob Mielikki wirklich so eine gütige Göttin ist wie behauptet steht ja auch immer noch im Raum. Mich wundert bei den Büchern nur eines: wie lange ich immer zum Lesen brauche. Eigentlich lese ich auch auf Englisch sehr schnell und so kompliziert ist der Schreibstil ja eigentlich nicht, aber ich brauche für meine Verhältnisse immer ewig für eins der Bücher. Ob ich doch wieder auf die deutsche Version umsteigen soll, hmmm….

Die Zeichen der Furcht & Die Hexe von Dunwich (David Pirie) 463 & 462 Seiten
Vor mittlerweile genau vier Jahren (kann das wirklich so lange her sein???) habe ich den ersten Band dieser Trilogie gelesen. Und wahrscheinlich bin ich mittlerweile doch anspruchvoller geworden (obwohl…ich und anspruchsvoll), denn mein Fazit zum ersten Band fiel noch recht positiv aus, was ich nach der Lektüre von Band 2 und 3 so nicht wiederholen könnte. Die Idee statt Holmes und Watson den Schöpfer der Sherlock Holmes-Geschichten, Arthur Conan Doyle, und das reale Vorbild von Holmes, Professor Joseph Bell, ermitteln zu lassen ist ja durchaus gut. Aber: was hat das ganze dann eigentlich noch mit Sherlock Holmes zu tun? Die Parallelen halten sich stark in Grenzen, egal wie da angedeutet wird, dass der Bösewicht aus dieser Trilogie die Vorlage für Moriarty sein soll etc. (Was ich persönlich auch schon unsinnig finde, Moriarty im Kanon wurde schließlich als genialer Kopf eines Verbrechernetzwerks dargestellt, nicht als blutdurstiger Psychokiller wie Cream in dieser Trilogie….) Alleine schon der Schreibstil lehnt sich nicht mal ansatzweise ans Original an, und die diversen blutigen, brutalen und ekligen Szenen sind gerade das, über dessen Abwesenheit ich im Holmes-Kanon so froh bin. Wer düstere und blutige historische Krimis mag, kann die Trilogie sicher lesen, aber der Holmes-Fan verpasst nicht wirklich etwas. (Mir hat btw auch nicht so wirklich gefallen wie der Autor im Nachwort versucht unbedingt dramatische Ereignisse in Doyles Lebenslauf hineinzulesen…so nach dem Motto “wer Krimis schreibt muss irgendwas schlimmes erlebt haben”. Es kann ja nicht jeder Krimiautor die Taten aus “erster Hand” kennen, es gibt auch sowas wie Fantasie…)

Der Goldraub (Frank Thomas) 174 Seiten
Bisher hatte ich nur einen Band mit Kurzgeschichten-Pastiches von Frank Thomas gelesen, allerdings hat mir schon da der Stil sehr gut gefallen. Dementsprechend können sich auch die Romane sehen lassen, mit denen ich jetzt endlich angefangen habe. Den Puristen könnte es möglicherweise stören, dass der Autor eigene, nicht aus dem Kanon bekannte Charaktere einbaut. Da es sich bei diesen Charakteren aber um Holmes’ Helfer aus der Unterwelt handelt und es immer angedeutet wurde, dass Holmes über ein Informantennetzwerk aus (Ex-)Gangstern verfügt finde ich es sogar gar nicht mal schlecht, dass diese Informanten in diesen Pastiches hier mal sozusagen ein Gesicht und einen Namen bekommen. Ansonsten kann ich wirklich nicht meckern, zwar sind die Fälle manchmal etwas actionreicher als die Originale, aber die Atmosphäre und vor allem die Chemie zwischen Holmes und Watson stimmt. Holmes betont hier sogar oft, wie ihn Watson häufig auf einen guten Gedanken bringt und dass die beiden im Team die Fälle bearbeiten. Schön, denn ein extrem blöd dargestellter Watson ist für mich ein ziemliches no-go. ^^ Ach ja, der Fall an sich war auch interessant, wenn ich auch den verwickelten Bankgeschäften um die Goldbarren nicht immer ganz folgen konnte. Und mir hat gefallen, wie Billy the Kid gekonnt in die Geschichte eingebaut wurde, ohne dass es aufgesetzt wirkte!

Der Goldene Vogel (Frank Thomas) 142 Seiten
Während der vorige Fall eine noch relativ britische Sache blieb, mischen diesmal ein chinesischer Gangsterboss und ein ausländischer Klient mit…und Holmes und Watson machen Ausflüge nach Istanbul und Berlin. Ziemlich actionlastig, aber trotzdem wieder echt spaßig. Und wieder hat der gute Watson auch regelrechte Badass-Szenen. Gefällt mir gut~ Wobei es zwar auch die eine oder andere unsinnige Szene gab (ich sage nur geschmolzenes Gold), aber das trübte zumindest für mich den Gesamteindruck nicht wirklich.

Das Heilige Schwert (Frank Thomas) 144 Seiten
Auch hier erwartet Holmes, Watson und die Leser wieder eine spannende Verfolgungsjagd durch Europa und Ägypten. Und auch die fiesen Chinesen sind wieder mit dabei. Also mir hat es wieder gut gefallen…besonders toll fand ich irgendwie die Szenen, in denen Watson schildert wie Holmes sich in bergeweise Büchern zum Thema Ägypten vergräbt und ihn später sogar in ein Buch vertieft vor einem Buchladen trifft. ^^ Aber auch das große Finale im ägyptischen Tal der Könige und wie ein Bezug auf reale Schauplätze und Ereignisse genommen wurde war super.

Die Mädchen aus Panama (Frank Thomas) 144 Seiten
Nach all den Ausflügen in andere Länder reisen Holmes und Watson diesmal nur in England umher. Es gilt, den Mord an einem Banker aufzuklären…doch es stellt sich schnell heraus, dass der Fall in Wirklichkeit viel weitere Kreise zieht und der Schauplatz sich mitnichten auf das Büro des Bankers beschränkt. Stattdessen geht es bald um einen Kunstdiebstahl in großem Stil – aber ist es wirklich so einfach oder steckt da noch mehr dahinter? Die Auflösung und vor allem die Identität des Täters kam dann für mich ziemlich überraschend, muss ich sagen. Allerdings frage ich mich gerade auch ob die Frage nach dem Mörder des Bankers – womit der ganze Spaß ja immerhin begonnen hatte – eigentlich wirklich geklärt wurde. Wobei ich das vielleicht auch einfach vergessen habe, weil ich beim Lesen so müde war lol.

Das Gespenst von London (Arthur Kiederle) 128 Seiten
Man beachte das Format des Buches. xD Klein aber oho, so könnte man dieses Sherlock Holmes-Pastiche zusammenfassen. Natürlich ist die Geschichte recht kurz, aber die Holmes-Atmosphäre wurde gut eingefangen und der Fall war ebenfalls interessant. Und selten scheint das Büchlein auch noch zu sein, also eine schöne Ergänzung meiner Sammlung!

Der Erpresser von Edinburgh (Francis London) 43 Seiten
Eine ebenfalls sehr kurze Geschichte, die uns einen beinahe ungewöhnlich emotionalen Holmes präsentiert. Und prompt machen ihm die Emotionen fast einen Strich durch die Rechnung, was die Lösung des Falles angeht. Deswegen endet die Geschichte auch auf einer recht traurigen Note, obwohl Holmes letztlich doch noch hinter die Wahrheit kommt. Ungewöhnlich, aber wieder eine sehr gute Kurzgeschichte!

Die französischen Wertpapiere (Francis London) 112 Seiten
Vielleicht das bisher beste Pastiche vom Autor. Wir erleben – eingebettet in einen verwickelten Kriminalfall mit politischer Dimension – zum einen eine ungewöhnliche Meinungsverschiedenheit zwischen Sherlock und seinem Bruder. Und zum anderen streckt Moriarty hier schon frühzeitig seine Fühler aus und unterwandert ein bedeutendes britisches Ministerium. Und Holmes hat die Gefahr zwar frühzeitig bekannt, wie wir aber aus dem Kanon wissen wird es ihm leider nicht gelingen dem Napoleon des Verbrechens das Handwerk zu legen, bevor er wirklich zu krimineller Höchstform auflaufen kann. Ich fand sehr gelungen, wie sich das Pastiche in den Kanon einfügt und ihn glaubhaft erweitert. Hoffentlich kommt in der Richtung noch mehr vom Autor, wobei ich von dessen Holmes-Geschichten ohnehin eigentlich immer überzeugt bin!

Matsu

☆ One hell of a fangirl ☆ Matsu liebt nicht nur Anime & Manga, sondern mag auch Videogames, Bücher, Geschichte, Modellbau und vieles mehr!

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Geschrieben von Matsu in Reviews, Buchvorstellungen

 

Tags: Auf geht's Jeeves!, Das Gespenst von London, Das Heilige Schwert, Der Erpresser von Edinburgh, Der Goldene Vogel, Der Goldraub, Der Ruf der Phönixflöte, Die Hexe von Dunwich, Die Mädchen aus Panama, Die Zeichen der Furcht, Die französischen Wertpapiere, Five on Brexit Island, Kitchen, Vengeance of the Iron Dwarf

 

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