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MonatsausLESE: November 2019

03 Dez

Wow, der November hat sich fast mal wieder wie ein normaler Lesemonat angefühlt! Neun Bücher habe ich schon länger nicht mehr geschafft. Zwar sind keine besonders dicken Schinken dabei, aber immerhin. Damit habe ich nun auch fast mein diesjähriges Leseziel von 60 Büchern erreicht.

Statistisches (ohne Sachbücher)
Anzahl Bücher: 9
Seiten-Gesamtzahl: 2509 Seiten

***

Alice in Brexitland (Leavis Carroll) 102 Seiten
Wahrscheinlich das kürzeste Buch, welches ich in diesem Jahr gelesen habe…und auch direkt eines der besten :D Ich bin aus irgendeinem Grund erst kürzlich auf die Idee gekommen mal nachzuschauen was es so an Büchern zum Thema Brexit gibt, und während ich zwar eigentlich eher nach ernsthaften Sachbüchern suchen wollte bin ich prompt über Satirisches dazu gestoßen. Am meisten angesprochen hat mich „Alice im Brexitland“, dementsprechend habe ich prompt zugegriffen und das Büchlein auch gleich durchgelesen. Und es ist einfach herrlich! Zwar war mir natürlich bewusst wie verrückt die ganze Brexit-Sache ist, wie gut sich das Thema aber mit Alice im Wunderland kombinieren lässt hätte ich nicht gedacht. Das Experiment ist aber gelungen, mein Humor wurde jedenfalls genau getroffen. Es ist aber auch hilfreich bzw. eigentlich sogar nötig, dass man sich ein bisschen in der aktuellen britischen Politik auskennt, um die diversen Anspielungen auf die beteiligten Personen versteht. Was bei mir der Fall ist, und dann macht das Lesen aber gleich umso mehr Laune. Ein Highlight ist zum Beispiel die Grinsekatze, die sich vehement für den Brexit ausgesprochen hat…aber kaum, dass es dann an die Umsetzung ging natürlich verschwunden ist (hmmm….kommt mir bekannt vor). Oder wer auch nicht fehlen darf, wenn er bei dem Thema auch eigentlich nur eine Randfigur ist: Trumpty Dumpty…wer das wohl sein könnte? ;D Nach der Lektüre kann man jedenfalls eigentlich nur zu einem Fazit kommen: das Brexitland ist noch viel verrückter, als es das Wunderland je sein könnte! (Allerdings…ich habe jetzt auch Lust drauf bekommen das Original mal wieder zu lesen. Zeit, meine Ausgabe mal rauszusuchen.)

The Italian Secretary (Caleb Carr) 278 Seiten
Mittlerweile habe ich ja bereits einiges an Sherlock Holmes-Pastiches gelesen, mit gemischten Ergebnissen. Manches war richtig gut, manches fühlte sich so gar nicht nach Holmes an. Dieses Buch hier würde ich in der Mitte einordnen. Die Atmosphäre war ganz gelungen, finde ich, auch wenn sich die Handlung nicht wie üblich in London und Umgebung, sondern in Schottland abspielt. Auch der Kriminalfall basierend auf einer historischen Spukgeschichte war an sich nicht übel. Allerdings, und das ist mein größter Kritikpunkt: die Geschichte hätte gut und gerne ein ganzes Stück kürzer sein können. Manche Szenen fühlten sich arg gestreckt an. Und außerdem fand ich nicht so recht gelungen, wie Sherlocks Bruder Mycroft dargestellt war. Normalerweise gilt er ja Sherlock als ebenbürtig, was den Intellekt angeht. Hier war er aber die meiste Zeit eher ratlos (und Sherlock hatte sogar Angst, dass er sich dem Tatverdächtigen gegenüber verplappern würde, weswegen er ihm nicht alle Fakten zum Fall anvertraute…hä?), was ich nicht so recht nachvollziehen konnte. Und das Ende der Geschichte war dann auch etwas abrupt und wirr. Schade eigentlich, denn man hätte aus den guten Ansätzen mehr machen können.

London Killing (diverse Autoren) 286 Seiten
Eine Sammlung von Krimi-Kurzgeschichten, die alle in London und Umgebung spielen…und die ich nur zufällig irgendwo gekauft habe. Dafür hat mich die gute Geschichtenauswahl aber überrascht! Bis auf die Sherlock Holmes-Story „Sechsmal Napoleon“ waren die anderen Geschichten auch alle neu für mich bzw. konnte ich mich im Falle von Agatha Christies Story nicht mehr wirklich an den Inhalt erinnern. Die Christie-Geschichte war dann zusammen mit „Es gehören zwei dazu“ von Cyril Hare und „Das blaue Kreuz“ von G.K. Chesterton auch gleich bei meinen Favoriten mit dabei. Aber bis auf „Miss Emeline“ haben mir die anderen Geschichten auch alle recht gut gefallen. Also eine wirklich gute Zusammenstellung und ich spiele fast mit dem Gedanken mit die Bände zu New York und Paris aus dieser Reihe noch zu holen…

Murder under the Christmas Tree (diverse Autoren) 278 Seiten
Das Endergebnis an Büchern in diesem Monat sieht gar nicht danach aus, aber zeitweise hatte ich trotzdem keine richtige Lust auf irgendein Buch. Deswegen habe ich dann einfach verfrüht zu einer Anthologie mit Weihnachtskrimis gegriffen. Und glücklicherweise war das auch gleich ein Glücksgriff! Denn mir haben eigentlich alle Geschichten wirklich gut gefallen, bis auf zwei Ausnahmen (A Traditional Christmas und Cinders). Besonders überrascht hat mich, dass die letzte Geschichte „The Price of Light“ im Jahre 1135 spielt….jetzt frage ich mich direkt wie es wäre, wenn es eine Anthologie nur mit historischen Weihnachtsgeschichten gäbe. Wäre eigentlich auch mal eine Idee.

Murder on Christmas Eve (diverse Autoren) 233 Seiten
Und weil es mit der einen Anthologie so gut geklappt hat, habe ich mir im Anschluss gleich noch die zweite von meinem Stapel vorgenommen. Auch hier konnte mich die Qualität der Geschichten überzeugen. Mein Favorit war die Geschichte „As Dark as Christmas Gets“ von Lawrence Block. Da müsste ich eigentlich direkt mal nachschauen ob es mehr solche Kurzgeschichten vom Autor gibt. Jedenfalls bin ich jetzt schonmal auf die kommende Weihnachtszeit eingestimmt und hoffentlich fehlt mir die festliche Krimi-Kost im Dezember nicht, falls meine Lesemotivation mal wieder im Keller ist, haha.

Stich ins Wespennest (D.E. Stevenson) 351 Seiten
Ich war mir gar nicht so ganz klar, um was für ein Buch es sich hier eigentlich handelt. Einen Krimi? Falsch gelegen, obwohl manche der Charaktere durchaus stellenweise etwas mordlustig waren, haha. Stattdessen haben wir es mit einem humorvollen, unterhaltsamen Roman zu tun: eine alleinstehende Frau Ende 30 schreibt in den 1930ern aus Geldmangel ein Buch. Und da sie nach einer Aussage keine Fantasie hat, dienen ihr die Bewohner ihres Dörfchens Silverstream als Vorbilder. Und die sind darüber größtenteils weniger glücklich, denn in dem Buch kommt so manche unausgesprochene Wahrheit ans Licht. Jetzt stellt sich die Frage, wer der Autor ist. Und da wir als Leser das natürlich von Anfang an wissen, macht es umso mehr Spaß Silverstreams Bewohnern beim Rätselraten und Ermitteln zuzusehen. Und dabei, wie durch das Buch letztlich doch mal einige Bewegung in das verschlafene Dörfchen und seine Bewohner kommt. Ich als Fan von englischen Krimis, welche in derselben Zeit und manchmal auch in kleinen Dörfchen spielen habe mich gleich heimisch und gut unterhalten gefühlt. Allerdings weiß ich nun nicht, ob ich die Fortsetzungen auch lesen oder es bei diesem Buch belassen sollte. Ich würde ja gerne mehr davon lesen, aber die Folgebände sollen nicht mehr an dieses Buch herankommen. Hm.

Wenn die Mausefalle schließt / Der Zug fährt ab (Martha Grimes) 188 Seiten
Von Martha Grimes kennt man ja sonst eher Krimis – ich habe in den letzten Jahren ja fast alle Bände ihrer Inspektor Jury-Reihe gelesen. Hier handelt es sich aber um kurze Romane bzw. eine Art Charakterstudien. In beiden Geschichten ging es jeweils um die Begegnung zwischen einer einsam und zurückgezogen lebenden Frau und einem Mann – in einem Fall ein Theaterschauspieler, im anderen ein Reiseschriftsteller. Beide Berufe spielen sich jedoch in einer ganz anderen Welt ab als die Lebensrealität der Frauen, daher war es durchaus spannend zu sehen wie solch unterschiedliche Menschen trotzdem ihre Zeit miteinander verbringen. Und besonders bei der zweiten Geschichte hat mich die Wendung am Ende überrascht, insgesamt fand ich die Geschichten aber eher durchschnittlich unterhaltsam. Da sind mir doch die Krimis der Autorin lieber…und selbst die sind ja zuweilen auch durchwachsen. ^^

Der Präsident (Sam Bourne) 477 Seiten
Ich gebe zu, das Buch habe ich eigentlich vorwiegend wegen dem Cover und teilweise wegen dem Text auf dem Backcover gekauft und gelesen („Stell dir vor, der mächtigste Mann der Welt wäre ein gefährlicher Egomane…“). xD Lustig ist, dass der Präsident im Buch nicht einmal beim Namen genannt wird, aber man kann sich natürlich gleich denken auf welchem realen Vorbild er basiert. Der Anfang des Buches war dann auch gleich richtig spannend und dramatisch und etwa bis zur Hälfte war ich von der Handlung gefesselt. Aber irgendwie…war spätetens nach dem versuchten Attentat die Luft raus und ich habe dann nur noch schnell das Buch zuende gebracht. Vielleicht lag das auch daran, dass ich mich mit der Hauptfigur Maggie Costello nur schwer anfreunden konnte und so gar keinen Bezug zu ihr gefunden habe. Und als es dann mehr um sie ging wurde es prompt langweiliger. Immerhin, der Schluss war dann wieder recht gelungen, wenn auch letztlich irgendwie an den Haaren herbeigezogen (dass es zu einem Impeachment-Verfahren kommt passt ja gerade super…da habe ich das Buch zur richtigen Zeit gelesen!). Aber es gibt Thriller, die mir besser gefallen…und überhaupt lese ich das Genre ja eher selten.

Mr. President – Liebe ist alles (Katy Evans) 316 Seiten
Und gleich noch ein Präsident, allerdings ein ganz anderer. xD Das Buch war eigentlich mehr ein Impulskauf, weil mich der Gedanke an einen sexy US-Präsidenten ausgesprochen gereizt hat, haha. Ein Politik ist jedenfalls mal ein etwas anderer Partner in einem Liebesroman…wobei ich ja normal eh höchstens Paranormal Romance lese. Aber sei es drum, die Kombi von einer Lovestory und politischen Machtspielen hat mich wirklich angesprochen. Nach dem Lesen muss ich sagen, es hätte etwas mehr Politik und etwas weniger Erotik sein dürfen. Charlotte und Matthew waren gefühlt auf mehr Seiten damit beschäftigt sich gegenseitig auszuziehen, anstatt zu arbeiten. (Und ich bin wahrscheinlich die einzige Person auf dieser Welt, die sich davon stören lässt lol) Wobei aber durchaus auch dieser andere Aspekt zu seinem Recht kam, nur für meinen Geschmack halt nicht genug. Schön fand ich aber, dass das Buch ohne große Krisen auskommt und sich die beiden Hauptpersonen einfach wirklich und ehrlich lieben. Das ist ja sonst immer mein Hauptproblem bei jeder Art von Romantik in Medien: diese unsäglichen Missverständnisse, Eifersüchteleien und Co. Und auch der Schreibstil hat mir gefallen, also falls ich mal Lust auf ein Buch aus dem Genre haben sollte behalte ich die Autorin mal im Hinterkopf.

Matsu

☆ One hell of a fangirl ☆ Matsu liebt nicht nur Anime & Manga, sondern mag auch Videogames, Bücher, Geschichte, Modellbau und vieles mehr!

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Geschrieben von Matsu in Reviews, Buchvorstellungen

 

Tags: Alice in Brexitland, Der Präsident, London Killing, Mr. President - Liebe ist alles, Murder on Christmas Eve, Murder under the Christmas Tree, Stich ins Wespennest, The Italian Secretary, Wenn die Mausefalle schließt / Der Zug fährt ab

 

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