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MonatsausLESE: Oktober 2019

05 Nov

Ach herrje. Da war schon der September eher suboptimal, was das Lesen angeht…und dann kam der Oktober und setzte noch eines drauf. Und das im negativen Sinne. Ich hatte – eigentlich sehr ungewöhnlich für diese Jahreszeit – meistens so gar keine Lust ein Buch in die Hand zu nehmen. Teilweise lag das aber auch daran, dass ich mich momentan einfach nicht entscheiden kann was ich denn nun lesen soll. Da stehe ich manchmal vor dem Regal und grüble, dann sehe ich ein Buch was in Frage kommen könnte, aber kaum dass ich die ersten Seiten gelesen habe ist die Leselust schon wieder weg. Nicht gerade schön, aber hoffentlich legt sich das bald wieder. Wenn ich mir ältere MonatsausLESE-Posts so anschaue wünsche ich mir doch dass ich bald wieder so viel Spaß am Lesen haben werde wie damals. Bis dahin hangele ich mich irgendwie mühsam von Buch zu Buch und versuche zumindest mein Lesepensum für die Goodreads-Challenge zu schaffen sowie jeden Monat ein englisches Buch zu beenden. Das auch nicht mehr zu schaffen wäre dann doch zu viel (oder eher zuwenig) des Guten. ^^

Statistisches (ohne Sachbücher)
Anzahl Bücher: 3
Seiten-Gesamtzahl: 849

***

Legend of the Jade Dragon (Yasmine Galenorn) 278 Seiten
Schon beim ersten Buch aus dieser Reihe war mein größtes Problem die Hauptfigur Emerald. Und das hat sich auch im zweiten Band nicht geändert. Ich kann sie einfach nicht so recht mögen, ihr Verhalten anderen gegenüber (wie sie z.B. mit ihren Kindern umgeht oder sich von ihrem eindeutig nicht zu ihr passenden Freund behandeln lässt…) finde ich meist schwer nachvollziehbar bis nervig. Umso lustiger war es dann, als ihre beste Freundin ihr dann auch mal genau das an den Kopf geworfen hat und Emerald prompt schwer getroffen war. Vielleicht nimmt sie sich’s zu Herzen und wird in den kommenden Bänden sympathischer? Schön wäre es. Ansonsten wäre die Reihe ja doch ganz nett, die anderen Charaktere sind meist interessant und/oder liebenswert (selbst der randalierende Biker Jimbo stellte sich im Verlauf der Handlung als doch ziemlich cooler Typ heraus) und ich mag den Stil der Autorin einfach echt gerne. Eigentlich komisch, mich interessiert es in Büchern normalerweise null, was die Hauptcharaktere im Detail so anziehen, was sie für Makeup verwenden oder was und wo sie essen. Aber ich weiß nicht, schon in der Otherworld-Reihe hat das viel dazu beigetragen, dass ich mich direkt in die Handlung bzw. in die Welt der Charaktere hineingezogen fühle und es fast ist als wäre ich mit dabei. Klingt wahrscheinlich blöd, ist aber irgendwie so, haha. Ein gewisses Potenzial muss ich der Reihe also weiterhin zugestehen, wenn da nicht die Kritikpunkte wären könnte es aber alles noch besser sein.

Verlobung zu dritt (Georgette Heyer) 219 Seiten
Obwohl das Buch nun wirklich dünn ist lag es auch wieder ewig angelesen herum, auch das sagt etwas über meine Motivation zur Zeit aus…. Zugegeben, es lag auch daran dass mich der Anfang auch noch nicht so begeistert hat und ich dachte, dass ich dieses Buch deutlich weniger mögen würde als meine bisherigen Bücher von Georgette Heyer. Zumal ich die Heroine Eustacie eher nervig fand. Aber dann kam es doch wieder ganz anders. Spätestens, als sich ein Großteil der Handlung im Gasthof zum Roten Löwen abspielt und weitere Charaktere auftauchen wird es richtig gut. Es gab einfach so viele witzige Szenen und was ich persönlich auch super finde: obwohl es sich eigentlich auch um Liebesromane handelt, nimmt der Romantikanteil nie überhand und es wird nicht kitschig. Stattdessen entwickelt sich die Beziehung zwischen Miss Thane und Sir Tristram (übrigens sind die beiden die eigentlichen Hauptcharaktere und nicht Eustacie und ihr Liebster Ludovic, wie man anfangs vermuten konnte oder musste) wunderbar langsam und ist statt von großem Geschmachte eher von spritzigen Wortgefechten geprägt…also diese Art von Romanzen macht mir wirklich Spaß, wenn man sieht wie sich die Chemie zwischen den Partnern langsam entwickelt statt dass es gleich zur großen Liebe auf den ersten Blick kommt. Auch schön ist, dass man eigentlich alle Charaktere irgendwie mögen muss, selbst Eustacie und Ludovic, auch wenn die beiden manchmal etwas nerven können. Mein heimlicher Lieblingscharakter ist aber Miss Thanes Bruder Sir Hugh – der ist die ganze Zeit eigentlich mittendrin im Geschehen, kriegt aber nur die Hälfte davon mit, weil er sich vor allem damit beschäftigt sich einmal quer durch den Alkoholvorrat des Wirts zu probieren und mit Ludovic Karten zu spielen. Und trotzdem hat er einige wichtige Auftritte, die dann aber auch umso witziger sind. Und bei so vielen positiven Dingen ging es dann natürlich superschnell mit dem Durchlesen, als ich einmal in Fahrt war. Und ich habe direkt mal wieder einen Kandidaten für mein Lieblingsbuch des Jahres. Also, jedenfalls ist mein Fazit, dass ich nun 4 Bücher von Georgette Heyer gelesen habe und mir alle vier super gefallen haben – obwohl sie eigentlich alle total unterschiedlich waren. Deswegen erlaube ich mir jetzt einfach mal, bei guten Gelegenheiten schonmal ein paar weitere Werke der Autorin auf Vorrat zu kaufen. Und da sie ziemlich viel geschrieben hat wird sowohl das Kaufen als auch das Lesen sicherlich noch eine Weile dauern.

Die Schule der Liebenden (Vivien Shotwell) 352 Seiten
Ich weiß gar nicht mehr so ganz, wie und wo ich auf dieses Buch aufmerksam geworden bin, aber erstens hat mich der Inhalt rund um Mozart und klassische Musik im Allgemeinen angesprochen; und zweitens fand ich witzig dass die Autorin den gleichen Vornamen hat wie ich lol. Auch die Rezensionen waren sehr gut, aber leider kann ich diese Meinung nicht so ganz teilen. Zugegeben: das Buch liest sich sehr gut und flüssig weg, die gut 350 Seiten habe ich in nur 3 Tagen geschafft (und das ist bei meinem derzeitigen Tief schon eine Leistung…in meinen besten Tagen hätte ich es wohl am Stück durchgelesen). Auch der skizzenhafte Stil mit den kurzen Kapiteln hat mir eigentlich gefallen, das ist mal etwas anderes und die Handlung fühlte sich trotzdem nicht zerstückelt oder dergleichen an. (Wobei ich dadurch aber etwas das Zeitgefühl in der Handlung verloren habe….als mir am Ende klar wurde dass nach all den Ereignissen, die sich anfühlten wie über viele Jahre geschehen Anna nun gerade mal 21 Jahre alt ist konnte ich es kaum glauben…) Und weiterhin kam die Begeisterung für die Musik glaubhaft rüber. Ich persönlich bin ja total unmusikalisch und kann daher natürlich nicht wirklich nachfühlen wie es für Komponisten und Interpreten ist, ein neues Stück aufzuführen. Das hat das Buch aber sehr gut vermittelt, so dass man auch als „nur“ Klassik-Interessierter in die Welt von Mozart und Co. hineingezogen wurde. Klingt ja nun alles sehr positiv, also warum hat mir das Buch trotzdem nicht so recht gefallen? Nun ja, zum einen konnte ich mit der Hauptfigur Anna Storace so gar nicht mitfühlen. Ja, ihr passierten lauter schreckliche Dinge, sie fühlte sich immer wieder schlecht, was auch jedesmal wortreich geschildert wurde. Aber…so wirklich gefühlt habe ich das alles nicht. Anna blieb mir die ganze Zeit fremd (oft auch durch ihr unverständliches Verhalten, wenn sie z.B. mit einem Mann den sie verachtet eine Affäre beginnt etc.) und für mich persönlich ist eine sympathische Hauptfigur sehr wichtig, damit ich ein Buch wirklich genießen kann. Am besten waren da noch die Szenen, wenn Anna mit Mozart zusammen war. Leider kamen diese Momente insgesamt definitiv zu kurz, und das obwohl das Buch praktisch als Liebesgeschichte von Anna und Mozart beworben wurde. Letztlich blieb ich als Leser mit eher gemischten Gefühlen zurück. Trotz der positiven Punkte fehlte mir einfach etwas, um das Buch als wirklich gut einzustufen.

Matsu

☆ One hell of a fangirl ☆ Matsu liebt nicht nur Anime & Manga, sondern mag auch Videogames, Bücher, Geschichte, Modellbau und vieles mehr!

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Geschrieben von Matsu in Reviews, Buchvorstellungen

 

Tags: Die Schule der Liebenden, Legend of the Jade Dragon, Verlobung zu dritt

 

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