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MonatsausLESE: April 2018

01 Mai

april2018

Der April war so ein richtiger Durchschnittsmonat. Eigentlich schade, denn weil es privat für mich alles andere als gut lief hätte ich mir ein Buch gewünscht, in welches ich mich richtig vertiefen könnte…. Am Ende habe ich die gelesenen Bücher dann aber fast alle auf Goodreads mit 3 Sternen bewertet – schlecht waren sie also nicht, aber auch nicht begeisternd. Hoffentlich habe ich im Mai mit der Literaturauswahl wieder mehr Glück!

Statistisches (ohne Sachbücher)
Anzahl Bücher: 8
Seiten-Gesamtzahl: 2741

***

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Der Waldläufer (Karl May) 462 Seiten
Zwar handelt es sich hier um eine Nacherzählung einer Erzählung von Gabriel Ferry, welche Karl May zu diesem Roman inspiriert hat. Trotzdem fühlte sich das Buch irgendwie so gar nicht nach Karl May an, wenn man mal vom Schauplatz ‘wilder Westen’ absieht. Gestört hat mich das aber nicht, es war trotzdem ein solider Abenteuerroman und ich fand gut, wie dem Leser nach und nach klar wurde, wer sich wirklich hinter manchem angeblich ehrbaren Westmann verbarg. Und vor allem, wie der Anfang des Buches mit der restlichen Handlung in Verbindung steht. Und noch eins hat das Buch gut hinbekommen: es hat meine Lust aufs Wild-West-Thema wieder geweckt, daher….

Hadschi Halef Omar im Wilden Westen (Karl Hohenthal) 512 Seiten
….habe ich mir dann auch gleich noch diesen Band hier vorgenommen. Hinter Karl Hohenthal, einem Pseudonym welches Karl May in jungen Jahren selber nutzte, verbirgt sich ein anonymer Autor, der mit diesem Werk eine Hommage an Karl Mays Werke schaffen wollte. Und das ist meiner Meinung nach auch gut gelungen. Zwar ist die Handlung manchmal etwas langatmig und kommt nicht so recht vorwärts, aber das war in den Originalwerken auch zuweilen der Fall. Aber die altbekannten Charaktere erkennt man natürlich gleich wieder (auch wenn sie keine 1:1 Kopien des Originals sind…das wäre ja auch unmöglich!) und die für dieses Buch neu erfundenen Personen wie der Königlich-Bayerische Mundkoch Theobald Hirtreiter (inklusive bayerischem Dialekt – überhaupt war der Gebrauch von Bayerisch, Sächsisch und Schwäbisch im Buch so herrlich <3) sind so skurril-witzig (oder im Fall der Schurken so beeindruckend böse), dass ich sie mir durchaus auch beim “echten” Karl May hätte vorstellen können. Und auch die Idee eines Aufeinandertreffens von Hadschi Halef Omar und Winnetou – und damit auch der beiden Identitäten Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi – fand ich richtig spannend. Nur eines ist schade: warum gibt es keine Fortsetzung? Nach diesem Ende könnte ich mir nun direkt vorstellen, wie Winnetou seinen Blutsbruder nun im Gegenzug in die Wüste begleitet und dort an seiner Seite gegen die Schurken des Orients kämpft! Also das würde ich wirklich gerne lesen, jetzt wo ich so darüber nachdenke… Eins steht jedenfalls fest, irgendwann muss ich alle meine gesammelten Karl May-Bücher nochmal lesen und vielleicht noch die fehlenden, unbekannteren Titel meiner Sammlung hinzufügen.

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Warriors 3-6 (Erin Hunter) 312/315/313/315 Seiten
Nachdem mich die ersten beiden Bände nicht direkt begeistert hatten, stellte Band 3 dann gleich einen Höhepunkt der Serie dar. Der war mal richtig spannend, vor allem weil hier die leidige Problematik mit Tigerclaw endlich geklärt wurde. Danach ging es aber wieder ein bisschen bergab, blieb aber trotzdem recht unterhaltsam und die Charakterentwicklung mancher Katzen war schön mitzuerleben. Der finale Band war dann aber doch irgendwie eine Enttäuschung. Dass der große Böse innerhalb von Sekunden von einem noch größeren Bösen (der in den vorigen Bänden nie aufgetaucht ist und nicht mehr erwähnt wurde) einfach mal so beseitigt wird…naja. Und das Ende war dann generell etwas lahm, außerdem waren die ganzen Prophezeiungen vom StarClan schon arg durchsichtig. Nur FEUER kann unseren Clan retten, heißt es….und FIREheart kommt nicht darauf was damit gemeint sein könnte… Gut, da merkt man wahrscheinlich, dass ich nicht mehr zur Zielgruppe der Bücher gehöre, aber scheinbar gibt es auch viele total begeisterte erwachsene Leser. Nun ja, lesen kann man die Bücher durchaus, besonders wenn man Katzen mag. Ich finde, es ist gut gelungen wie die Katzen als Hauptpersonen nunmal irgendwie zwangsläufig sozusagen menschliche Züge annehmen (immerhin planen sie hinterlistige Manöver gegen andere Clans, perfide Racheaktionen, eine Mieze schwingt sich geradezu zum Diktator auf), aber man merkt trotzdem immer dass es sich bei den handelnden “Personen” um Katzen handelt. Teilweise wurde aber der Schreibstil etwas repetitiv, wenn sich zum gefühlt hundertsten Mal Fireheart eine Wühlmaus vom Futtervorrat nimmt und sie verspeist wird es doch etwas langweilig (das hätte man evtl. ja nicht jedesmal erwähnen müssen). Insgesamt war es keine schlechte Buchreihe, aber mein Ding ist es einfach nicht mehr so ganz. Worüber ich fast etwas froh bin, so muss ich nicht die mittlerweile schier unzähligen Fortsetzungen und Nebenhandlungen kämpfen und das alles kaufen ;)

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Klassische Kriminalgeschichten (diverse Autoren) 314 Seiten
Namen wie Friedrich Schiller oder Heinrich von Kleist erwartet man nicht unbedingt im Inhaltsverzeichnis einer Krimisammlung, deswegen war es äußerst interessant zu sehen, dass auch so klassische Autoren sich dem Thema Verbrechen gewidmet haben. Natürlich nicht in der Form einer klassischen Detektivgeschichte a la Sherlock Holmes oder Miss Marple, sondern mehr vom moralischen Standpunkt aus gesehen. Trotzdem, das war interessant zu lesen! Besonders gut gefallen haben mir aus dieser Sammlung die Geschichten “Das Fräulein von Scuderi” von E.T.A Hoffmann sowie “Mister Higginbothams Katastrophe” von Nathaniel Hawthorne.

Tochter der Samurai (I. Sugimoto) 198 Seiten
Einerseits ist die Schilderung einer japanischen Kindheit kurz nach dem Ende der Samuraizeit ja durchaus interessant. Andererseits mochte ich die späteren Kapitel, welche teilweise in Amerika spielten, nicht mehr ganz so gerne. Die Autorin war manchmal arg demütig gegenüber Amerika, seinen Sitten und Menschen. Immerhin, das Gespür für die eigene, japanische, Kultur hat sie aber trotzdem nicht verloren. Insgesamt hatte das Buch für mich einen traurigen Unterton. Auch wenn eigentlich der Aufbruch in eine neue Zeit geschildert wird merkt man doch umso deutlicher, wie viel bei einem solchen Umbruch auch jedesmal verlorengeht. Seien es jahrhundertealte Traditionen oder die klassische japanische Familie. So gesehen war das Buch aber doch wieder faszinierender Lesestoff, auch wenn ich gehört habe dass es sich eigentlich eher um einen Roman als um eine wirkliche Autobiografie der Autorin handelt. Darauf hätte man evtl. hinweisen können…aber da meine Ausgabe des Buches aus dem Jahre 1958 stammt, will ich mal nicht so sein ;)

Matsu

☆ One hell of a fangirl ☆ Matsu liebt nicht nur Anime & Manga, sondern mag auch Videogames, Bücher, Geschichte, Modellbau und vieles mehr!

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Geschrieben von Matsu in Reviews, Buchvorstellungen

 
 

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