RSS
 

MonatsausLESE: Januar 2018

01 Feb

januar2018

Neues Jahr, neues Leseglück (na hoffentlich) – und es geht gleich da weiter, wo ich schon im Dezember angefangen hatte. Nämlich mit dem Abbauen der ältesten ungelesenen Bücher, die ich mittlerweile seit 2013/2014 herumliegen habe. Bis jetzt läuft es ganz gut, das eine oder andere Buch muss ich zwar aussortieren (manchmal verliert man nach so langer Zeit doch die Lust auf ein Buch oder es gefällt mir einfach generell nicht), aber die meisten bisher an- und durchgelesenen Bücher gefallen mir doch recht gut. Und wie immer stelle ich mir x-mal die Frage: Warum hast du das nicht eher gelesen? ;)

Statistisches (ohne Sachbücher)
Anzahl Bücher: 10
Seiten-Gesamtzahl: 4011

***

monatsauslese_januar18_4

Die Teemeisterin (Ellis Avery) 576 Seiten
Ja, auch hier denke ich mir: hättest du eher lesen sollen. Aber nicht weil es so gut war, sondern eigentlich eher im Gegenteil. Jetzt hat ein gar nicht mal so tolles Buch so lange Regalplatz eingenommen :/ Na, was soll’s. Ich konnte jedenfalls weder mit den Protagonisten noch mit der Handlung so recht warm werden. Zum einen war das Pacing ziemlich seltsam – manchmal waren riesige Zeitsprünge in der Handlung, manchmal verging die Zeit so gar nicht. Dann wurde auf Ereignisse vorgegriffen und danach sprang die Handlung chronologisch wieder ein Stück zurück….und das alles war oft nicht mal gleich ersichtlich und dementsprechend verwirrend. Die Schilderung der Teezeremonie fand ich auch etwas dürftig. Ich meine, ich weiß zwar aus anderen Medien, wie eine Teezeremonie abläuft….anhand von diesem Buch hier hätte ich es mir aber nicht vorstellen können. Und das, wo doch die Zeremonie den Dreh- und Angelpunkt des Buches darstellt. Etwas seltsam fand ich auch, wie besonders am Ende des Buches plötzlich eine lesbische Liebesgeschichte eine große Rolle spielte. Nichts gegen LGBT-Literatur, aber es wirkte hier doch etwas erzwungen (wie wahrscheinlich ist es bitte, dass sich zwei jeweils französisch-japanische lesbische Pärchen in Amerika treffen???) und nur deswegen das Buch zu lesen lohnt auch nicht. dazu war dieser Part wiederum zu wenig ausgearbeitet. Naja, letztlich ist zwar einiges drin in diesem Buch, aber halt nichts so richtig. Es gibt definitiv bessere Romane zum Thema Japan.

Die Stunde des Samurai (Takashi Matsuoka) 510 Seiten
Jetzt ist es auch schon wieder ein paar Jahre her, dass ich das andere Buch aus dieser Duologie gelesen habe, nämlich „Die Geliebte des Samurai“. (Was für Nonsens-Titel…im Original heißen die Bücher Autumn Bridge und Cloud of Sparrows, was jeweils Bezug zum Inhalt hat….) Ich weiß noch, wie sehr mich das Buch damals begeistert hat, auch wenn ich mich nicht mehr an alle Details der Handlung erinnern konnte. Dieses Mal war ich nicht ganz so begeistert, aber trotz allem ist auch die ‚Stunde des Samurai‘ ein lesenswertes Buch. Der Unterschied ist wahrscheinlich, dass hier mehr der Blickwinkel der Amerikaner und ihre Hintergrundstory im Mittelpunkt stand, während das andere Buch den Fokus mehr auf die Japaner legte.

monatsauslese_januar18_3

Raumschiff Japan (Hisako Matsubara) 320 Seiten
Das ist nun wohl leider wirklich das letzte Buch, welches ich von der Autorin lesen kann (außer ich finde noch eines, das ich bisher nicht kenne) und wieder war ich überzeugt. Es gibt viele Bücher über Japan, seine Geschichte und die Unterschiede zu unserer Kultur, allerdings sind die meisten davon von westlichen Autoren. Aber wie sehen die Japaner es eigentlich? Diese Frage wird beantwortet und außerdem wird mit dem Vorurteil aufgeräumt, dass Japan vor der Meiji-Restauration ach so rückständig war und wie erstaunlich es doch ist, dass Japan so schnell Anschluss an den Westen gefunden hat. Nein, so rückständig war Japan gar nicht: im Gegenteil, in mancherlei Hinsicht war das Land uns Europäern sogar voraus (eine Feudalherrschaft wie in Europa gab es z.B. in der Form nicht). Besonders schockiert hat mich, dass genau die Dinge, die der Westen am meisten an Japan kritisiert hat eben von Westlern so vorgegeben und von den Japanern in ihrem Bestreben auch am Tisch der Weltmächte sitzen zu dürfen übernommen worden. So hieß es z.B. erst, es wäre rückständig, wenn der Tenno als Kaiser seines Landes keinen großen Grundbesitz hat, woraufhin ihm diverse Ländereien zugesprochen wurden. Und das nur, damit später der Westen die Ungerechtigkeit anprangern konnte warum der Kaiser so viel Land besitzt…. Und das ist nur ein Beispiel. Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, der sich für das Thema Japan oder japanische Geschichte interessiert.

monatsauslese_januar18_5

Kurs auf Spaniens Küste (Patrick O’Brian) 508 Seiten
Der Auftakt zu einer Buchreihe, von der ein Band auch unter dem Titel Master & Commander verfilmt wurde. Den Film kenne ich nicht, das Buch hat mich aber angesprochen und es wird wahrscheinlich auch nicht mein letztes aus der Reihe sein. Zwar schreckt es einen erstmal ab, dass man hier gerade mit „Seglerlatein“ überschüttet wird und irgendwann angesichts der ganzen Begriffe nur noch Bahnhof versteht. Irgendwann findet man sich aber doch besser zurecht und die Handlung war sowieso spannend genug um den Leser in seinen Bann zu ziehen. Allerdings hätte man die Fachbegriffe besser erklären können: es gibt da eine Szene, in der ein Matrose dem ebenfalls völlig ahnungslosen Schiffsarzt Doktor Maturin ein paar Grundbegriffe erläutert. Allerdings derart verwirrend, dass der Doktor (und der Leser) immer noch nicht wirklich schlauer sind – an der Stelle hätte ich als Autor den Doktor mal ein paar Fragen stellen lassen, so hätte man Erklärungen unauffällig untergebracht. Oder richtet sich das Buch an eine Zielgruppe mit besseren Seefahrt-Kenntnissen? Ich weiß es nicht, aber auch als notorische Landratte habe ich das Buch gerne gelesen und Spaß dabei gehabt mir Abenteuer auf einem Kriegsschiff vorzustellen.

Die spanische Braut (Georgette Heyer) 510 Seiten
Apropos Kriegsschiff, generell hatte ich es im Januar irgendwie mit dem Thema Militär. Man würde es zwar anhand des Buchtitels nicht unbedingt vermuten, aber das Buch dreht sich um Wellingtons Spanien-Feldzug. Wie schon in ‚Barbara und die Schlacht von Waterloo‘ hat Georgette Heyer es auch hier wieder geschafft Feldzüge und Schlachtengetümmel spannend und anschaulich zu beschreiben. Die Geschichte um die titelgebende spanische Braut Juana und ihren Mann Harry war da für mich persönlich fast eine Nebensache. Auch wenn das jeder andere Rezensent gefühlt mal wieder anders sieht, haha. Aber irgendwie habe ich ein Faible für historische Schlachten.

monatsauslese_januar18_1

A Murder of Crows / An Air of Treason (P.F.Chisholm) 258/313 Seiten
Hm, irgendwie bin ich von der Reihe nicht mehr so begeistert wie ich es nach den ersten 3 auf Deutsch gelesenen Bände war. Besonders der Ausflug nach London hätte nicht sein müssen, ich fand gerade schön dass die Handlung mal in einer anderen Region von England spielte. Immerhin geht es jetzt wieder zurück nach Norden, aber so bald werde ich die nächsten Bände nicht kaufen. Klingt jetzt alles sehr negativ, aber ganz okay waren die Bücher trotzdem. Besonders ‚An Air of Treason‘ hatte jede Menge Szenen mit Sergeant Dodd, welcher für mich sowieso der heimliche Held der Bücher ist. Mit Sir Robert Carey werde ich irgendwie nicht so recht warm.

monatsauslese_januar18_2

Sherlock Holmes und der Fall Sigmund Freud (Nicholas Meyer) 283 Seiten
Die originalen Holmes-Geschichten habe ich ja sowieso schon längst gelesen, und trotz der Menge an vorhandenen Holmes-Werken von anderen Autoren ist es nicht ganz einfach, noch gute Bücher um den Meisterdetektiv zu finden. Dieses hier war aber definitiv ein gutes. Mir ist z.B. immer wichtig ob die Beziehung zwischen Holmes und Watson originalgetreu wiedergegeben wird (wenn sich die beiden duzen graust es mir), was hier der Fall war. Und auch sonst hatte der Fall einiges zu bieten: ein interessantes Verbrechen, Szenen in Wien, eine abenteuerliche Verfolgungsjagd mit einer Dampflok und zu guter Letzt einen geradezu menschlichen Holmes (der aber trotzdem unverkennbar ganz der Alte blieb). Also, ich war jedenfalls begeistert!

Sherlock Holmes und das Phantom der Oper (Nicholas Meyer) 285 Seiten
Weil Holmes‘ Abenteuer in Wien so spannend war, habe ich gleich zum nächsten Buch von Nicholas Meyer gegriffen. Diesmal erzählt Holmes selber seine Erinnerungen an einen Fall aus der Zeit nach seinem vermeintlichen Tod, weswegen das Buch sich nicht ganz wie ein originaler Holmes anfühlt. Dazu kommt, dass ich persönlich die Phantom-der-Oper-Geschichte nicht so sehr interessant finde. Dafür ist dieser Fall allerdings doch noch ziemlich gut gelungen und etwa das Wiedersehen von Holmes mit Irene Adler war schon toll. Insgesamt schon auch ein gutes Buch, wenn auch nicht so gut wie der Fall um Sigmund Freud.

monatsauslese_januar18_6

Moomin (Tove Jansson) 448 Seiten
Eigentlich kein Buch, sondern ein Comic….aber ich schummle einfach mal ein bisschen ;) Immerhin ist es ja auch ein sehr dickes Buch und wahrscheinlich das schwerste in meiner Sammlung. Wie ich es beim Lesen der Bücher schon hundertmal erzählt habe: ich liebe die Mumins und ihre Abenteuer einfach und als ich von einer englischen Gesamtausgabe der Comicstrips erfuhr musste diese Ausgabe einfach her! Zwar ist der Preis erstmal etwas hoch (50-60€), allerdings hat man dafür auch alle Comics beisammen und spart letztlich doch noch gegenüber der deutschen Ausgabe, die in mehrere Bände aufgeteilt ist. Zum Inhalt: die Comics boten jede Menge Anlass zum Schmunzeln und Lachen und ich finde es immer wieder besonders lustig wenn Moomin und seine Freundin Snorkmaiden sich über das alte Thema ‚typisch Frau – typisch Mann‘ streiten. Gerade auch wegen den Themen richten sich die Comics auch mehr als die Bücher an erwachsene Leser…wobei man als Fan sowieso beide Versionen lesen will und wird ;)

Matsu

☆ One hell of a fangirl ☆ Matsu liebt nicht nur Anime & Manga, sondern mag auch Videogames, Bücher, Geschichte, Modellbau und vieles mehr!

More Posts - Website - Twitter - Facebook

 
No Comments

Geschrieben von Matsu in Reviews, Buchvorstellungen

 

Tags: A Murder of Crows, An Air of Treason, Die Stunde des Samurai, Die Teemeisterin, Die spanische Braut, Kurs auf Spaniens Küste, Moomin, Raumschiff Japan, Sherlock Holmes und das Phantom der Oper, Sherlock Holmes und der Fall Sigmund Freud

 

Leave a Reply