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MonatsausLESE: Dezember 2017

04 Jan

december17

Das Jahr ist wieder mal vorbei und wie es in den letzten Jahren schon zu einer Tradition geworden ist, habe ich es unter anderem mit weihnachtlichen Krimis beendet. Außerdem habe ich endlich mal damit begonnen, „Altlasten“ abzuarbeiten – sprich, die Bücher, die ich in den Jahren 2013 und 2014 gekauft habe. Eigentlich ist das mein Vorhaben fürs neue Jahr, aber warum nicht schon jetzt damit anfangen?

Statistisches (ohne Sachbücher)
Anzahl Bücher: 10
Seiten-Gesamtzahl: 3938

***

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A Christmas Party (Georgette Heyer) 379 Seiten
Ich nehme es gleich vorweg, das war definitiv der beste Weihnachtskrimi in diesem Jahr. Da kann ich auch verzeihen, dass das Buch eigentlich unter einem anderen Titel erschienen ist und mal wieder zum Weihnachtskrimi umgelabelt wurde. Aber die weihnachtlich-mörderische Atmosphäre kam so schön rüber! Auch die Charaktere fand ich allesamt interessant (wenn auch nicht unbedingt in allen Fällen liebenswert, aber das war wohl so angelegt) und der Fall versprach auch Spannung. Übrigens kam ich erstaunlich schnell darauf, wie die Tat genau passiert ist (irgendwann wurde mir klar, dass das verschwundene Buch über Kaiserin Sisi eine Rolle spielt und da war mir alles klar) und habe mich sehr darüber amüsiert wie lange die Polizisten brauchten um zum gleichen Schluss zu kommen. Inspector Hemingway war mir übrigens nicht sehr sympathisch, hoffentlich hält mich das nicht davon ab die restlichen Krimis von Georgette Heyer zu genießen. Und ihre historischen Romane muss ich mir jetzt auch mal vornehmen…zwei davon liegen schon wieder seit Urzeiten bei mir herum und landen jetzt gleich mal auf dem Lesestapel.

Silent Nights: Christmas Mysteries (Martin Edwards) 287 Seiten
Leider eine recht durchwachsene Sammlung von weihnachtlichen Kurzkrimis, die Martin Edwards hier zusammengestellt hat. Immerhin, Klassiker wie „The Blue Carbuncle“ von Arthur Conan Doyle oder „The Necklace of Pearls“ von Dorothy Sayers waren mit enthalten. Die kannte ich aber schon und der Rest der Storys war größtenteils okay bis etwas langweilig. Mal abgesehen von den mir schon bekannten Geschichten war ganz klar „A Problem in White“ von Nicholas Blake mein Favorit. Leider muss ich zugeben nicht auf die Lösung des Falles gekommen zu sein, obwohl er extra zum Miträtseln konzipiert war und ich mich hinterher geärgert habe, wie ich so offensichtliche Hinweise übersehen konnte. Argh.

Another Little Christmas Murder (Lorna Nicholl Morgan) 248 Seiten
Hier muss ich den englischen Verlag mal kritisieren: zwar handelt es sich hier um einen klassischen englischen Krimi, welcher auch noch in eine eingeschneiten Landhaus spielt. Allerdings hat er genau NICHTS mit Weihnachten zu tun. Eigentlich war der Originaltitel auch lediglich „Another Little Murder“…. Allerdings hätte Weihnachten da auch nicht mehr viel retten können, besonders gut fand ich das Buch am Ende so oder so nicht. Anfangs war es zwar ganz interessant, aber leider plätscherte die Handlung dann vor sich hin und gipfelte dann in einem etwas überdramatischen Finale. Tja, es kann halt nicht jeder englische Landhauskrimi ein Hit sein.

Crime at Christmas (C.H.B. Kitchin) 249 Seiten
Es geht aber halt immer noch etwas schlechter, denn im Vergleich zum vorigen Buch war dieses hier sogar noch langweiliger. Schon der Fall an sich und die ganze Atmosphäre waren nicht gerade der Hit (obwohl diesmal sogar wirklich Weihnachten war!), aber dann noch dieser unsägliche Ich-Erzähler. Ich war ja schon skeptisch, als ich am Anfang des Buches erfuhr, dass er Börsenmakler ist. Aber so ein Protagonist ist mir lange nicht untergekommen. Nach jedem kleinen, halbwegs dramatischen Vorfall legt sich der Gute erstmal stundenlang ins Bett, weil ihn das alles so schockt, dann kommt ihm irgendein genialer Einfall zum Mord und er findet sich selber wieder ganz toll. Dann zieht ihn auch noch – völlig grundlos, das habe ich bis jetzt nicht verstanden – der ermittelnde Polizeibeamte voll ins Vertrauen und bespricht Details des Falls mit ihm. WTF. Und dann noch diese Aufklärung am Ende des Buches in Interviewform zwischen Protagonist und Leser. Da hat er mich als Leser praktisch auch noch in seinem arroganten Tonfall angesprochen. Nein, Mr. Malcolm Warren, ich möchte lieber keine weitere Bekanntschaft mit ihnen schließen, danke.

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Mrs. Pollifax macht weiter/Mrs. Pollifax in China/Mrs. Pollifax auf Safari (Dorothy Gilman) 542 Seiten
Dieser Dreierband lag jetzt auch ewig bei mir herum, weil ich mir nicht so recht vorstellen konnte ob eine, laut Backcover, „amerikanische Cousine von Miss Marple“ mich wirklich würde überzeugen können. Die Antwort darauf ist ja – und nun stehe ich wieder vor dem Problem, dass die anderen Bände der Reihe nur noch schwer und in uralten Ausgaben zu bekommen sind…. Aber mal von vorne. Mrs. Pollifax kann sich dem Vergleich mit Miss Marple durchaus stellen, finde ich. Zwar wäre Miss Marple nie auf die Idee gekommen als Undercover-Agentin unterwegs zu sein und Feinde mit einem Karateschlag auszuschalten. Eines haben die beiden jedoch auf jeden Fall gemeinsam, und das ist die Tatsache, dass niemand von solchen harmlosen netten alten Damen denken würde, dass sie es kriminalistisch gesehen faustdick hinter den Ohren haben. Ich mochte Mrs. Pollifax jedenfalls gleich sehr gerne, genauso wie viele der anderen Charaktere, denen sie auf ihren Reisen in geheimer Mission so begegnete. Ich kann gar nicht sagen welche Geschichte ich am besten fand…vielleicht die in China, weil mich China persönlich eben interessiert. Aber gut waren auf jeden Fall alle drei und ich werde die Reihe weiter verfolgen. Eventuell dann halt auf Englisch.

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Napoleone – Siegerin des Herzens/In der Sonne des Ruhms/Im Zeichen des Adlers (Juliette Benzoni) 717 Seiten
Lustigerweise bin ich auf diese Trilogie gestoßen, als ich Bücher über Napoleon gesucht habe. Da muss ich dem deutschen Verlag doch glatt für die Namensänderung danken, denn im Original hieß die titelgebende Heldin Hortense. Aber wenn sie eh schon das Patenkind Napoleons ist, am gleichen Tag geboren ist wie sein Sohn und auch noch zu Napoleons Anhängern zählt, wieso soll sie dann nicht auch Napoleone heißen, nicht? Inhaltlich war die Handlung gar nicht mal so kitschig, wie ich dachte – und deswegen hat mir die Trilogie wider Erwarten auch ausgesprochen gut gefallen. Klar gibt es die eine oder andere schwülstig-dramatische Szene und ein paar Liebeswirrungen. Aber besonders Band 2 und 3 drehten sich meistens eher um politische Intrigen und den Kampf Napoleones um ihre Unabhängigkeit von ihrem düsteren, schurkischen Onkel. Und das war erstaunlich spannend und unterhaltsam zu lesen, besonders der letzte Teil, welcher in Wien spielte hat mir gut gefallen. Etwas aufgesetzt fand ich zugegeben das Happy End am Schluss….erst sah alles superdramatisch und hoffnungslos für Napoleones Liebe aus, und dann klärt sich auf einmal alles auf. Obwohl, /wie/ sich alles klärte fand ich noch gut gemacht, aber warum es zu dem ganzen Drama kam…hm. Trotzdem aber eine unterhaltsame Trilogie. Wie gut, dass ich mich nicht von der einen negativen Rezension auf Amazon habe abschrecken lassen.

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Barbara und die Schlacht von Waterloo (Georgette Heyer) 500 Seiten
Und da ist ja gleich einer der historischen Romane von Georgette Heyer! Dieser Roman mit dem etwas seltsam klingenden Titel (die wörtliche Übersetzung des Titel „Eine berüchtigte Armee“ wäre ja auch gar nicht gegangen….) lag nun seit 2013 herum und ich kann mich wieder nur fragen warum ich damit so lange gewartet habe. Denn ich fand ihn echt super! Schon die Szenen in der englischen Gesellschaft in Brüssel während dem Krieg gegen Napoleon sind überaus interessant zu lesen, und als dann noch die Schilderung der Schlacht von Waterloo dazukam war ich richtig begeistert. Erstmal musste man zwar aufpassen, um bei all den Personen den Überblick zu behalten, aber glücklicherweise kenne ich ein paar der handelnden Militärs und den ungefähren Ablauf der Schlacht schon aus Sachbüchern. So war es nicht ganz so schwierig. Aber wie auch immer, es hat sich jedenfalls gelohnt dranzubleiben. Auch das Ende wird trotz seiner Romantik nicht kitschig. So mag ich das und jetzt werden endgültig weitere Romane der Autorin gekauft!

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Die Akte Varus (Hans Dieter Stöver) 381 Seiten
Ich muss zugeben, dass die Varusschlacht – trotz ihres unbestritten großen Einflusses auf die weitere Entwicklung der germanischen Gebiete und damit auch Deutschlands – nicht zu den Dingen gehört, die mich rund ums Thema Römisches Reich besonders interessieren. Trotzdem hatte ich es hier mit einem interessanten Roman zu tun, welcher die menschliche Seite der Tragödie beleuchtet. Und das sowohl im Lager der unterlegenen Römer als auch auf Seiten der siegreichen Germanen. Das gab der Handlung einen etwas anderen Aspekt, der das Buch lesenswert machte, denn wenn ich ehrlich bin habe ich mir auch noch nie überlegt, was es eigentlich für die Überlebenden oder auch die Angehörigen von Varus bedeutete, mit dieser Niederlage umgehen zu müssen.

Das römische Weltwunder (Hans Dieter Stöver) 285 Seiten
Hm, im Vergleich zu den anderen Büchern des Autors fand ich dieses hier etwas weniger gut. Mir wurde es hier mit den Fakten zum Kolosseum etwas zu viel – sonst gelingt es immer so gut, die historischen Fakten so in der Handlung unterzubringen, dass man kaum merkt wie viel man eigentlich gerade gelernt hat. Die ganzen Dinge über das Kolosseum habe ich mir leider nicht wirklich gemerkt. Und dann ließen sich die Charaktere an einer Stelle auch noch über Nero aus und ich habe mir nur vorgestellt wie meine Waifu das aufnehmen würde….äh, ich schweife ab ;D Naja, jedenfalls war es trotzdem wieder relativ lehrreich, aber eben nicht so gut wie die anderen Bücher vom Autor.

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Unsterblich wie die Nacht (Mina Hepsen) 350 Seiten
Dieses Buch hätte so gut sein können. Hätte, wohlgemerkt. Denn insgesamt stellte es sich für mich als ziemlicher Flop heraus. Vampire in der feinen Londoner Gesellschaft sind doch eine Idee, aus der man so viel hätte machen können. (Die Parasol Protectorate-Reihe hat diesen Aspekt etwa ziemlich gut hinbekommen.) Leider lief dazu aber zu viel schief. Da sind zum einen die beiden Hauptcharaktere. Schön, dass Angelica so wahnsinnig belesen ist und mit Buchzitaten um sich werfen kann, leider bleibt sie aber trotzdem ein extrem farbloser Charakter. Noch schlimmer ist der Vampir Alexander, welcher ein bisschen dramatische Backstory bekommt, so dass man natürlich total versteht warum er so düster ist und nie lächelt etc. Dann kommt aber halt Angelica daher und ist natürlich die Auserwählte, die nicht nur Alexanders Herz, sondern auch die ganze Vampirrasse retten kann! Meh…. Nun ja. Der Plot war also auch nicht der Hammer und die Vampire sind zu guter Letzt auch eher unvampirisch. Sonnenlicht, Knoblauch und Kreuze können ihnen nichts anhaben und statt Menschen leerzusaugen geben sie sich mit tierischem Lebenssaft zufrieden. Wieso eigentlich nicht gleich Tomatensaft, lol. Gut, so spare ich mir das Geld für die restlichen Bände. Aber um das Setting ist es mir doch etwas schade.

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Matsu

One hell of a fangirl! Matsu liebt Anime und Manga, hat aber auch eine große Leidenschaft für Bücher, Geschichte, Videogames und vieles mehr....

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Geschrieben von Matsu in Buchvorstellungen, Reviews

 

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