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MonatsausLESE: September 2017

03 Okt

september17

(Neues Titelbild, yay! ;D)

Dieser Monat stand im Zeichen des Serienabbaus. Gleich 2 Fantasy-Reihen, die ich schon länger vor mir hergeschoben habe, wurden jetzt endlich weggelesen. Da zumindest die eine Reihe richtig gut war, ist der September im Großen und Ganzen ein zufriedenstellender Lesemonat gewesen.

Statistisches (ohne Sachbücher)
Anzahl Bücher: 10
Seiten-Gesamtzahl: 4602

***

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The Kiss of the Concubine (Judith Arnopp) 329 Seiten

Naja. Schlecht war dieses Buch hier zwar nicht direkt, aber ich habe schon bessere Bücher über Anne Boleyn gelesen. Zum einen hat mich gestört, dass wichtige Ereignisse, sofern sie Anne nicht direkt betrafen, nur am Rand erwähnt oder gar ausgelassen wurden. Das fühlte sich manchmal an als hätte man Kapitel übersprungen und sorgte dafür, dass Anne als Ich-Erzählerin recht oberflächlich und uninteressiert am Geschehen um sie herum wirkte. Außerdem gefiel mir die Darstellung einiger Personen nicht wirklich. Cromwell war eben mal wieder der böse, eigennützige Manipulator niederer Geburt und Henry…der war hier zwar kein simpler Tyrann (was ja sicher auch nicht ganz der Realität entsprechen mag), aber dafür ging seine Darstellung wieder zu sehr ins andere Extrem. Hier wurde er mir oft zu unsicher und zu manipulierbar dargestellt. Natürlich gab es immer Menschen, die Einfluss auf ihn hatten (was seine oft widersprüchlichen Entscheidungen erklären mag), aber das alleine kann ja nun kaum ausschließlich sein ganzes Handeln bestimmt haben – als so schwächlich kann ich mir einen der berüchtigsten Herrscher aller Zeiten nicht vorstellen. Jedenfalls, was Bücher über Anne Boleyn angeht habe ich letztes Jahr „Das Vermächtnis der Anne Boleyn“ gelesen und das gefiel mir deutlich besser. Obwohl es ebenfalls in Ich-Erzählerform geschrieben war konnte ich mich dort wesentlich besser durch Annes Erzählstimme in die damalige Zeit und in die anderen Personen hineinfühlen. Sollte also jemand sich für das Thema interessieren würde ich „The Kiss of the Concubine“ nur bedingt empfehlen. (Was ist das überhaupt für ein Titel? Anne war eben nicht Henrys Konkubine….)

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Im Zeichen des Mammuts (Tobias O. Meißner)

Endlich, endlich habe ich mir diese Buchreihe vorgenommen. Ich fand Band 1 damals richtig gut (ist jetzt glaube ich auch schon wieder fast 3 Jahre her o.O) – vor allem wegen der innovativen Storyidee Naturschutz und Fantasy zu verbinden, aber dann habe ich die Reihe doch länger liegenlassen. Natürlich denke ich jetzt wieder ich hätte die Bücher eher lesen sollen, haha. Ich gehe gleich noch etwas auf die einzelnen Bände ein, aber eines gleich vorweg: es ist extrem schade, dass der Verlag offensichtlich diese auf 12 Bände angelegte Reihe auf 6 Bände kürzen ließ. Man merkt schon deutlich, dass diese 6 Bände eigentlich nur der erste Abschnitt einer längeren Geschichte waren. Trotzdem hat es der Autor noch gut geschafft, ein mehr oder weniger zufriedenstellendes Ende zu basteln. Immerhin, aber ich würde mir trotzdem sehr wünschen, dass es irgendwann bei einem anderen Verlag weitergeht. Ich glaube nicht daran, aber ich hoffe darauf. So wie es die Streiter des Mammuts manchmal tun mussten ;) (Und immerhin habe ich gelesen, dass die Reihe scheinbar ein Lieblingsprojekt des Autors ist. Das gibt mir noch etwas zusätzliche Hoffnung.)

Die letzten Worte des Wolfs (348 Seiten)

Das Mammut bekommt einen neuen Mitstreiter: den Lichtmagier Eljazokad. Die restlichen Charaktere hatte ich noch erstaunlich gut in Erinnerung, so dass es nicht lange dauerte, bis ich wieder wusste wer wer ist. Ansonsten gibt es gleich einen Auftrag, bei dem sich alle die die Reihe als Öko-Fantasy für Gutmenschen bezeichnen bestätigt fühlen dürften (Recht haben sie trotzdem nicht ;D): die Rettung einer ganzen Herde Wale. Einfach wird das natürlich nicht und die Streiter des Mammuts bekommen es auf ihrer Mission sogar mit einem Werwolf zu tun. In diesem Band merkte man auch schon deutlich wie schlecht es um Mammut-Anführer Rodraeg steht, der immer noch unter der in Band 1 erlittenen und normalerweise tödlichen Schwarzwachs-Vergiftung litt. Da war ich schon gespannt was mit ihm passieren würde!

Das vergessene Zepter (391 Seiten)

Diesmal wird nicht die Umwelt gerettet, sondern es geht auf eine mehr fantasy-mäßige Quest. Die Riesen, ein durch Menschenhand bedrohtes und fast ausgerottetes Volk, beauftragen das Mammut mit der Beschaffung eines magischen Zepters. Dazu muss sich die Gruppe in einer Höhle diversen Prüfungen durch die Wächtes des Zepters stellen. Und das führt alle an ihre Grenzen, denn es bedeutet auch sich den eigenen verborgenen Ängsten zu stellen. Am Ende bringt die Erfüllung des Auftrags zwar viel Positives für alle mit sich, aber es bedeutet auch den Abschied eines Kameraden von den ersten beiden Missionen….

Die Brücke der brennenden Blumen (376 Seiten)

Der wohl ungewöhnlichste Band der Reihe. Schon alleine, weil Rodraeg diesmal die meiste Zeit gar nicht vorkommt und Eljazokad und Bestar sowie ihre neue Mitstreiterin Tjarka die Hauptpersonen sind. Aber auch, weil weite Teile des Buches nicht in der bisherigen Welt spielen – sondern in einer doch irgendwie realen Traumwelt. Zugegeben, da war ich erst skeptisch und einige doch etwas heftige Szenen sorgten dafür, dass das Buch nicht mein Favorit aus der Reihe ist. Aber: die andere Welt ist dermaßen faszinierend, dass ich sie gerne noch länger erkundet hätte. Da könnte man wahrscheinlich ein eigenes Spinoff daraus machen. Und das Ende warnte den Leser zwar schon vor, dass es traurig und dramatisch werden würde…aber auf die folgenden Ereignisse war ich dann doch nicht vorbereitet.

Der Mann, der nicht geboren wurde (367 Seiten)

Der Titel ist eigentlich ein übler Spoiler…so musste ich beim Lesen nie raten was sich hinter der oft erwähnten Abkürzung DMDNGW verbirgt. Trotzdem, wer nun dieser Mann ist wusste man deswegen noch lange nicht. Ich habe sehr genossen, dass der erste Teil des Buches einen direkt krimihaften Touch hatte (bis auf diesen Paukenschlag ganz am Anfang des Buches…all the feels) – immerhin ging es um diverse Morde in Warchaim, derer das Mammut zu Unrecht bezichtigt wurde. Die Auflösung, wie alles gewesen war hat mich dann total überrascht, aber eigentlich war es logisch. Und dann kam noch dieser Punkt in der Geschichte, in der alles vorbei zu sein schien. Das Mammut schien besiegt und dann kam noch das Finale des Bandes. Wow, vielleicht der beste Band der Reihe! Wobei mir die einfachen Umweltrettungsaufträge auch immer sehr gefallen haben.

Die Vergangenheit des Regens (377 Seiten)

Im Vergleich zum Drama im vorigen Band geht es diesmal verhältnismäßig ruhig zu. Die Überreste des Mammuts formieren sich erneut und haben einen neuen Auftrag: zusammen mit anderen Mitstreitern gilt es das mysteriöse Sterben des Regenwaldes zu erforschen. Nach all der Dramatik habe ich es direkt genossen, dass es erstmal ein ziemlich einfacher Auftrag zu sein schien, aber es kam natürlich wie es kommen musste, denn auch der Regenwald birgt eine Menge Gefahren. Trotzdem, auch der Band hat mich wieder sehr mitgerissen und wie gesagt hat er ein offenes Ende bekommen, welches man aber so stehenlassen könnte. Nur, schon alleine der Epilog sorgt dann wiederum dafür, dass man unbedingt eine Fortsetzung will! Ich bleibe dabei, hoffentlich kommt die irgendwann noch.

Die Soldaten (Tobias O. Meißner) 500 Seiten
Spielt in der selben Welt wie die Mammut-Reihe und deswegen kommt einem auch der eine oder andere Sachverhalt gleich bekannt vor (ein im Feindesland verschollener tätowierter Magier….irgendwo habe ich das schonmal gehört… ;)). Ansonsten halten sich die Verbindungen aber in Grenzen, denn statt um die Rettung der Umwelt geht es hier um, nun ja, Soldaten. Genauer gesagt einen Haufen Rekruten, die nicht gerade dem Idealbild eines tapferen Soldaten entsprechen und trotzdem zu einer kampfstarken Kompanie geformt werden sollen. Und ich hätte es nicht erwartet, aber die Ausbildung der Rekruten las sich wirklich gut. Da ist auch erstaunlich, dass man im Laufe der Handlung jeden der Charaktere wirklich ziemlich gut kennen lernte. Anfangs wusste ich nicht so recht hinter welchem Namen sich nun welcher Charakter verbirgt, aber das änderte sich erstaunlich schnell. Das Ende kommt dann aber relativ plötzlich und blieb sehr offen. Auch da kann ich eigentlich einerseits nur nach einer Fortsetzung quengeln. Andererseits hat das Ende in seiner Brutalität die Sinnlosigkeit des Krieges gut deutlich gemacht. Und die Tatsache, dass die einfachen Soldaten zwar ihr Leben opfern, um irgendetwas zu beschützen…aber das Leben trotzdem immer weitergeht wie bisher, egal wie viele von ihnen auf einer Mission gestorben sind.

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Lanze und Licht / Drache und Diamant (Kai Meyer) 383/413 Seiten
Band 1 der Wolkenvolk-Trilogie hatte mich damals richtig begeistert. Ein Setting im alten China, eine von Leonardo da Vinci erfundene künstliche Wolke auf der Menschen leben, Drachen, Schwertkämpferinnen….und vieles mehr. Leider, leider, konnten die beiden Nachfolgebände nicht daran anknüpfen. Klar, es gab wieder einige wirklich gute Szenen. Wenn der Fokus auf Wisperwind und Feiqing oder Alessias Entdeckungen lag bin ich der Handlung gebannt gefolgt. Auch Nuguas Sichtweise war noch interessant. Aber dann war da Niccolo. Ich weiß nicht mehr, was ich in Band 1 über ihn dachte, aber der Junge ging mir so dermaßen auf die Nerven. Da verliebt er sich durch einen Fluch in die Assassinin Mondkind (die von den Bösen gesendet wurde) und beschützt sie deswegen noch gegen Angriffe seiner eigenen Verbündeten. So weit, so gut (oder so schlecht). Aber dass er nicht im Geringsten Anstalten macht sich gegen den Fluch aufzulehnen, sich einbildet dass das natürlich die echte große Liebe ist und dann auch noch Nugua vor den Kopf stößt (die sich ernsthaft um ihn gesorgt hat) war mir dann zu viel. Das Ende der Story war dann auch etwas zu dick aufgetragen für meinen Geschmack. Und dass Niccolo nach Mondkinds Tod dann auf einmal wahrnimmt dass Nugua überhaupt existiert und sich dann auch noch an sie dranhängt….nee, musste nicht sein. Eigentlich schade, wo die Idee so gut ist und Band 1 auch viel Lust auf mehr gemacht hat.

Königin im Exil (diverse Autoren) 1118 Seiten
Ich fühle mich fast ein bisschen schlecht, die ganzen über 1000 Seiten als gelesen anzurechnen, da ich zugegebenermaßen manche der Geschichten nur überflogen oder gar ganz geskippt habe, weil sie mir einfach zu blöd waren. Eigentlich hätte ich auch damit gerechnet, dass es hier ausschließlich um Fantasy-Geschichten geht, aber das war nicht der Fall. Aber gerade eine der Nicht-Fantasy-Geschichten hat mir gut gefallen, nämlich „Raisa Stepanowa“ von Carrie Vaughn. Russische Kampfpilotinnen…ich habe mich irgendwie an Strike Witches erinnert gefühlt, aber natürlich war die Geschichte wesentlich ernster als das. Trotzdem sehr gut! Mein eigentlicher Kaufgrund waren aber die Geschichten von Diana Gabaldon und George R.R. Martin. Erstere war so lala, muss man nicht gelesen haben, aber es war interessant Jamie aus Outlander mal als ganz jungen Mann kennen zu lernen. Zweitere war dagegen richtig gut. Mir könnten zwar eigentlich die Targaryens nicht egaler sein (ja, Daenerys mag ich mittlerweile auch nicht mehr wirklich….und ich war ja eh immer ein Lannister-Loyalist :D), aber diese Kriegschronik vom Tanz der Drachen war sehr unterhaltsam zu lesen und dafür alleine hat sich das Buch schon irgendwie gelohnt. Gut, Vollpreis hätte ich nicht bezahlt, aber die vier Euro als Mängelexemplar konnte man schon dafür und für die restlichen brauchbaren Geschichten investieren. Insgesamt ist die Auswahl der Storys aber etwas enttäuschend, doch vielleicht hat man mehr Spaß wenn man die Bücher von einigen der beteiligten Autoren kennt (es ist z.B. eine Harry Dresden-Geschichte dabei oder etwas von Joe Abercrombie sowie Brandon Sanderson).

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Matsu

One hell of a fangirl! Matsu liebt Anime und Manga, hat aber auch eine große Leidenschaft für Bücher, Geschichte, Videogames und vieles mehr....

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Geschrieben von Matsu in Buchvorstellungen, Reviews

 

Tags: Das vergessene Zepter, Der Mann der nicht geboren wurde, Die Brücke der brennenden Blumen, DIe letzten Worte des Wolfs, Die Soldaten, Die Vergangenheit des Regens, Drache und Diamant, Im Zeichen des Mammuts, Königin im Exil, Lanze und Licht, The Kiss of the Concubine

 

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