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MonatsausLESE: Juli 2017

01 Aug

july2017

Diesen Monat habe ich endlich ein paar dicke Fantasy-Schinken abgearbeitet. Und wie irgendwie immer im Sommer hatte ich auch wieder Lust auf etwas klassische japanische Literatur. Gut, dass mein Vorrat da noch ein paar Bücher hergab ;)

Statistisches (ohne Sachbücher)
Anzahl Bücher: 11
Seiten-Gesamtzahl: 5059

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City of Heavenly Fire (Cassandra Clare) 640 Seiten
Naja, gleich mal vorweg, mich konnte dieses Reihenfinale so gar nicht überzeugen (und ich werde in diesem Text kräftig spoilern). Dazu gab es einfach zu viele kleine und größere Dinge, die mich genervt haben. Das fängt schon bei den diversen eingestreuten Kapiteln mit der Geschichte von Emma und Julian – ja, mir ist klar dass die nächste Trilogie der Autorin sich um diese beiden dreht und die Reihen ja handlungstechnisch alle miteinander verbunden sind. Aber muss man deswegen so offensichtliche Werbung für die neuen Charaktere machen? Mich haben die Kapitel ja eigentlich auch eher abgeschreckt, all diese Geschwister die sich niemand merken kann… Irgendwann lese ich die neue Trilogie vielleicht doch, aber die Werbung wirkte etwas gezwungen und hat das Buch unnötig gestreckt. Überhaupt zog sich das Buch diesmal ziemlich hin – sonst war es immer wesentlich spannender, aber diesmal…irgendwie nicht so. Dass Jace und Clary dann auch noch ausgerechnet in einer Höhle in einer Dämonendimension miteinander schlafen war jetzt auch etwas…naja, fragwürdig? Da geht es die ganze Zeit „hilfe, die Welt ist in Gefahr und alles ist furchtbar“, aber dazu reicht es dann noch und Jace hat auf die Mission den großen Bösen zu erledigen auch praktischerweise noch ein Kondom mitgenommen. Also das war irgendwie eher unfreiwillig komisch. xD Und apropos großer Böser: erst hieß es die ganze Zeit, dass keiner Sebastian etwas anhaben kann (hat er auch selbst immer betont) und dann reicht doch ein bisschen himmlisches Feuer und das war’s dann. Und dann noch diese Sterbeszene…auf dem Totenbett bereut dann der abgrundtief böse Sebastian (Ich meine, er IST abgrundtief böse! Er hat Dämonenblut in seinen Adern! Valentine hat ihn großgezogen! Und sagte ich schon, dass er echt böse ist?) seine Taten und alle verzeihen ihm eben mal. Okay…. Überhaupt war er als Antagonist etwas lahm: warum wollte er denn nun die Welt erobern/zerstören/whatever? Einfach weil er es kann? Oder weil er – achtung, jetzt kommts – böse ist? Hach ja…. Zu guter Letzt muss dann natürlich Simon wieder noch als Plot Device herhalten. Es reicht ja nicht, dass der arme Junge erst zum Vampir wurde, nein, jetzt nehmen wir das wieder zurück und machen am Ende einen Shadowhunter aus ihm. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass diese Wendung nur kam, damit alle halbwegs ein Happy End bekommen können. (Wer übrigens kein Happy End kriegt ist Maureen. Gut, der hätte ich auch keines gewünscht, aber irgendwie war sie als Charakter an sich so sinnlos. Hat sie eigentlich nur existiert, damit die Szene mit Simon im Rüschenoutfit in einem Käfig eingebaut werden konnte? Vermutlich.) Okay, genug gerantet. Jedenfalls tut es mir wirklich leid, dass die Serie für mich nun mit einem so negativen Gefühl enden muss. Wie ich schon bei den vorigen Bänden erwähnt hatte fand ich zwar nicht immer alles toll, aber die Buchreihe hatte doch eine ziemlich Anziehungskraft auf mich, sonst hätte ich sie nicht so schnell durchgelesen. Insgesamt hatte ich ja Spaß beim Lesen und es geht mir jetzt auch nicht so wie anderen Rezensenten, die regelrecht enttäuscht von der Autorin sind und keines ihrer Bücher mehr anrühren wollen. Die Infernal Devices-Trilogie und den Magnus Bane-Band lese ich jedenfalls definitiv noch. Trotzdem – CoHF war leider eine Enttäuschung und für mich kein würdiger Abschluss der Reihe.

Das Jahr des Greifen (Wolfgang Hohlbein/Bernhard Hennen) 748 Seiten
Hm, das war insgesamt ein Buch, welches mich mit eher gemischten Gefühlen zurücklässt. Die Belagerung der Stadt Greifenfurt war an sich interessant, ebenso die Konflikte, welche unter den eingeschlossenen Menschen im Angesicht der Bedrohung ausbrachen. Nur später ließ das Buch dann nach, als etwa ein Charakter auf dem Weg um Hilfe zu holen diverse Irrwege machte und irgendwie noch in eine Art Feenreich stolperte. Da hätte man durchaus Teile weglassen können. Manche Dinge waren aber wiederum vermutlich der Tatsache geschuldet, dass das Buch aus der ‚Das Schwarze Auge‘-Reihe stammt. Warum etwa eine Vampirin in unterirdischen Katakomben eingesperrt wird und als Bedrohung bezeichnet wird, nur um dann gar nicht wieder aufzutauchen….wahrscheinlich kommt dieser Handlungsstrang dann in irgendeinem anderen DSA-Buch wieder vor? Na, was soll’s. Für mich eindeutig am interessantesten waren die Interaktionen der Charaktere. Es ist leider nur zu menschlich, dass Menschen nun mal in schweren Lagen einen Sündenbock brauchen – und in diesem Fall war es der Mann, welcher die Stadt eigentlich vor der Belagerung schützen sollte. Gerade deswegen konnte ich mich in seine Lage erstaunlich gut hineinversetzen. Insgesamt war das Buch also nicht schlecht, aber mein neues Lieblingsbuch wird es halt auch nicht gerade.

Der dunkle Mönch & Das Zeitalter der Dämonenkriege: Todfeind (R.A.Salvatore) 520/414 Seiten
Da deutsche Verlage eine komische Veröffentlichungspolitik haben erschien Band 2 (Todfeind) bei einem anderen Verlag und wurde auch noch als Band 1 angepriesen…. Naja, so oder so, diese Salvatore-Reihe mag ich wirklich nicht. Ein cooler, lässiger Held, der hinter der Fassade eigentlich schwach ist muss ja nichts Schlechtes sein, aber mit Bransen konnte ich nicht viel anfangen. Da wird er immer als schwer körperlich behindert geschildert und dann kann er nur indem er mit einem magischen Stein seinen Chi-Fluss korrigiert plötzlich einfach alles und macht einen auf Robin Hood. Natürlich hatte man anfangs irgendwie Mitleid mit Bransen, als er das ewiger Opfer fieser Hänseleien wurde. Aber trotzdem: als Charakter an sich wurde er für mich einfach nicht interessant und/oder liebenswert. Ich werde hier also nicht weiterlesen, zumal Todfeind dann auch noch für meinen Geschmack zu verworren wurde. Einziger Pluspunkt: dass in Todfeind die Geschichte auch mal aus der Sicht der Pauri-Zwerge geschildert wurde, die in ‚Der dunkle Mönch‘ nur als blutgierige Brutalos dargestellt wurden.

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Imperium des Lichts (Torsten Fink) 575 Seiten
Wie irgendwie immer bei den Büchern des Autors gibt es ein sehr offenes Ende – aber hier hat mich das diesmal nicht mal gestört. Ich wüsste ohnehin nicht, ob es gut gewesen wäre weiterzuschreiben, so bleibt es halt der Fantasie des Lesers überlassen was dann passiert. Ansonsten hat mir das Buch wieder sehr gut gefallen. Diesmal spielt die Handlung nicht in einer Wüstenlandschaft wie die beiden Trilogien, die ich bereits gelesen habe. Das titelgebende Imperium des Lichts ist stark an das Römische Reich angelehnt und die finsteren Gebiete, in die die Charaktere reisen erinnern an die endlosen Wälder und Siedlungen der Germanen. Da ich mich sehr fürs alte Rom interessiere hat mir das Setting schonmal gefallen, und auch die Handlung konnte mich überzeugen. Ich mag diese Geschichten, in denen eine Gruppe Helden (oder in diesem Fall eine ganze Legion) auszieht um irgendein Ziel zu erreichen und in denen es vor allem um den Weg dorthin an sich geht. Also wieder ein wirklich guter Roman – und wie gesagt kann man das Ende zwar so stehenlassen, aber trotzdem würde ich mir mehr Bücher aus dem Imperium des Lichts wünschen!

Klingenfieber (Tobias O. Meißner) 432 Seiten
Hm. Erstmal ist die Inhaltsangabe hinten auf dem Buch wieder etwas irreführend, denn die erweckt den Eindruck, dass wir es hier mit einem sehr actionlastigen Buch zu tun haben. Und das ist es über weite Strecken nicht. Genau das fand ich aber gut, die erste Hälfte – in der Erenis und Stenrei von Dorf zu Dorf ziehen und Stenrei es langsam schafft ihr Vertrauen zu erwecken – hat mir richtig gut gefallen und meinetwegen hätte es so weitergehen können. Etwa ab dem Flashback in Erenis‘ Kindheit fand ich es dann nicht mehr so mitreißend. Den kurzen Prolog-Abschnitt am Ende sowie die Waldmenschen mit Holzröhrchen um ihre Männlichkeit (ja, so stand es im Buch) fand ich dagegen eher albern bis befremdlich. Naja, es gibt bessere Fantasy-Bücher, aber die Idee einer starken weiblichen Kämpferin und das Fehlen der obligatorischen Romanze hat mir grundsätzlich gut gefallen.

Die Zwerge (Markus Heitz) 636 Seiten
Ja, okay, das Buch ist Standard-Fantasykost und es erwarten den Leser keine großen Überraschungen. Aber im Gegensatz zu vielen anderen Lesern mag ich die gute alte klassische Fantasy mit Elfen/Elben, Zwergen, Orks und Co. immer noch sehr gerne. Und so war es auch wieder ein Genuss, den Zwerg Tungdil und seine Gefährten auf seiner heldenhaften Reise zu begleiten. Überhaupt kommen die Zwerge in den meisten Fantasy-Romanen etwas kurz, aber ich mochte dieses Völkchen schon immer und da ist es umso schöner, sie jetzt mal im Mittelpunkt einer Geschichte zu erleben. Die restlichen Bände der Reihe hole ich mir auf jeden Fall irgendwann noch.

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Weg zu Japan (Hisako Matsubara) 365 Seiten
Nein, ich bin mit meinen Matsubara-Lobeshymnen noch nicht am Ende ;) Dieses Buch hier könnte man genaugenommen zwar auch als Sachbuch einordnen, aber da auch die Beobachtungen der Autorin eine Rolle spielen zähle ich es mal nicht als solches. Es geht um die Geschichte Japans, insbesondere die Entwicklung des Christentums in Japan von den Anfängen bis heute spielt eine große Rolle. (Wie die Christen auf ihren Missionierungsreisen früher vorgingen macht mich immer wieder aufs Neue wütend…aber das ist ein anderes Thema) Aber auch andere Themen, wie das unterschiedliche Verhältnis von Europäern und Japanern zur Arbeit werden angeschnitten. Und gerade das Thema war wirklich interessant. Da braucht es wohl wirklich einen Blick von außen, denn dass unser heutiges eher negatives Verhältnis zur Arbeit (die dient halt zum Leben, Spaß an der Tätigkeit ist da zweitrangig) vielleicht mit der christlichen Prägung Europas zusammenhängt – darauf wäre ich nicht unbedingt gekommen, aber genau betrachtet klingt die These schlüssig. Wenn es stimmt sieht man mal wie die hiesige Kultur dann selbst unreligiöse Menschen prägt. Wer sich also für diese Themen interessiert, dem sei auch dieses Buch der Autorin wieder empfohlen!

Kagero Nikki: Tagebuch einer japanischen Edelfrau ums Jahr 980 294 Seiten
Nach den Aufzeichnungen von Sei Shonagon und Lady Sarashina ist das nun also das dritte Tagebuch einer Frau aus der Heian-Periode. Sei Shonagons Kopfkissenbuch gehört ja zu meinen Lieblingsbüchern, während ich Sarashinas Tagebuch etwas sehr melancholisch fand. Das Kagero Nikki reiht sich hier praktisch dazwischen ein. Das Leben der Autorin war nicht leicht und vor allem geprägt von der Tatsache, dass sie die Nebenfrau eines scheinbar eher unzuverlässigen Adligen namens Kaneie. Ihre ständige Sorge, ob ihr seine Liebe weiterhin gilt – und was es für Folgen haben würde, wenn es nicht so ist – ziehen sich durchs ganze Buch und wenn mir persönlich dieses Thema natürlich fremd ist, konnte man doch nicht anders als mit der Autorin mitzufühlen. Trotzdem: auch wenn sie häufig melancholisch Gedanken hatte, war der Grundton des Buches doch nicht so düster wie Sarashinas Tagebuch. Es gibt auch optimistischere Passagen, etwa auch wenn die Autorin ihren Stolz über ihren Sohn zum Ausdruck bringt. Ich fand das Tagebuch jedenfalls sehr lesenswert, einmal mehr konnte ich damit einen Ausflug in ein fernes Land und eine ferne Zeit machen.

Die vertauschten Geschwister 270 Seiten
Die Geschwister in diesem Roman werden gar nicht wirklich vertauscht, sondern sie tauschen gewissermaßen nur ihre Rollen. Die Schwester wird für einen jungen Mann gehalten und der Bruder für eine holde Hofdame. Natürlich ein interessantes Konzept, welches der Roman auch richtig gut und unterhaltsam umgesetzt hat. Zwar finde ich es etwas schade, dass letzlich doch wieder „alles in Ordnung kommt“ und beide am Ende doch irgendwann ihre geschlechtstypischen Rollen einnehmen – naja, aber bei einem Roman aus dieser Zeit war jetzt auch nicht unbedingt die große Emanzipation zu erwarten. Aber trotzdem: die weibliche Hauptperson Surigoromo ist auch in ihrer Frauenrolle eine starke Person mit einem eigenen Willen und lässt sich etwa nicht von den süßen Liebesbekundungen eines Schürzenjägers am Hof einwickeln. Dazu scheut sie sich auch nicht davor, schwierige Entscheidungen zu treffen. Letztlich muss ich also sagen, dass mir das Lesen viel Spaß gemacht hat – gerade auch, weil ich auch in modernen Geschichten (besonders Mangas/Animes) Gender Bender und das Spiel mit den Geschlechterrollen immer interessant finde. Übrigens ist das Buch leider nur noch verdammt schwer zu bekommen…ich hatte letztens großes Glück mal ein Gebrauchtexemplar aufzutreiben. Die geduldige Suche hat sich aber gelohnt.

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Konfuzius und der Räuber Zhi 165 Seiten
Naja. Eigentlich sollte das Buch eher heißen „Konfuzius war doof“ oder so ähnlich ;) Denn das ist mehr oder weniger der Inhalt, selbst die Bildergeschichten zeigen den Gelehrten nur von einer negativen Seite. Das finde ich etwas einseitig, vielleicht hätte man je eine positive und eine negative Geschichte gegenüberstellen können? Natürlich ist Konfuzius-Kritik durchaus legitim, nur war das halt aus dem Buchtitel nicht so ersichtlich und deswegen fand ich es so nicht ganz angebracht.

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Ich habe mal wieder ein älteres Sachbuch gelesen – dementsprechend spielt sich der geschilderte Alltag in Japan in den 1980er Jahren ab. Das macht das Buch aber nicht weniger interessant, denn Themen wie japanische Traditionen und Feste bleiben aktuell. Trotzdem also eine lohnenswerte Lektüre!

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Matsu

One hell of a fangirl! Matsu liebt Anime und Manga, hat aber auch eine große Leidenschaft für Bücher, Geschichte, Videogames und vieles mehr....

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Geschrieben von Matsu in Buchvorstellungen, Reviews

 

Tags: Alltag in Japan, City of Heavenly Fire, Das Jahr des Greifen, Der dunkle Mönch, Die vertauschten Geschwister, DIe Zwerge, Imperium des Lichts, Kagero Nikki, Klingenfieber, Konfuzius und der Räuber Zhi, Todfeind, Weg zu Japan

 

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