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MonatsausLESE: Juni 2017

04 Jul

june2017

Also irgendwie lese ich jetzt jeden Monat um die 10 Bücher, was? Aber okay, ist ja kein schlechter Schnitt! Diesen Monat haben sich sogar die Einkäufe in Grenzen gehalten, also dürfte am Ende ein Minus für den Leseberg stehen. Yeah!

Statistisches (ohne Sachbücher)
Anzahl Bücher: 12
Seiten-Gesamtzahl: 5745

***

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Das Spiel der Götter 4+5: Die eisige Zeit & Der Tag des Sehers (Steven Erikson) 638/766 Seiten
Nachdem am Ende des vorigen Bandes „Im Bann der Wüste“ doch mal Spannung aufkam, geht es diesmal mit einer anderen Storyline weiter, die ich persönlich weniger gut fand. Es geht um den Kreuzzug von Dujek Einarms Heer gegen die sogenannte Pannionische Domäne, wo ein Seher die verarmte Bevölkerung unter seine Kontrolle gebracht hat – was zu Abartigkeiten wie Kannibalismus und Leichenschändung unter seinen Anhängern geführt hat. Auf nähere Details über diese Abartigkeiten hätte ich jetzt ehrlich gesagt verzichten können, aber wahrscheinlich sollte die plakativ vom Autor zur Schau gestellte Grausamkeit Emotionen beim Leser erwecken. Was aber völlig unter den Tisch fiel: was hat dieser Seher nun eigentlich gepredigt, dass Millionen Menschen sich ihm angeschlossen und alle Moral haben fallen lassen? Ein paar Informationen wären da vielleicht für das Verständnis nützlich gewesen, aber warum auch, wenn es die Grausamkeit auch tut… Ansonsten wird noch die Lage in einer von den Pannionern belagerten Stadt geschildert und auch da türmen sich die Toten nur so auf. Sorry, aber ein Haus, welches bis zum Bersten mit Toten gefüllt ist ist schon ein leichter Overkill und zieht die Dramatik dann schon fast eher ins Lächerliche. (Immerhin – mit Grantl war diesmal ein wirklich spannender Charakter dabei, den wir hoffentlich später wieder zu sehen bekommen.) Etwas interessanter waren da schon die Ereignisse rund um den Armeetross, Silberfuchs‘ unnatürlich schnelles Wachstum etwa oder Parans Zwiespalt. Andererseits gab es auch dort ein paar negative Dinge…welchen Zweck Kallor nun eigentlich hatte, außer rumzunerven und letztlich einen bestimmten Char umzubringen verstehe ich nicht so recht. Das wirkte etwas gezwungen auf mich, aber keine Ahnung, vielleicht habe ich da auch was überlesen. Gut war dagegen wiederum, wie die Handlung einen Bogen geschlagen hat vom erst unverständlichen Beginn von „Die eisige Zeit“ bis hin zum Ende von „Der Tag des Sehers“. Wenn die Bücher mal auf diese Weise den einen oder anderen Aha-Moment liefern – dann habe ich sogar manchmal etwas Spaß beim Lesen. Aber meistens gehen diese Momente mMn unter, wenn es daneben eine Grausamkeit oder irgendetwas anderes phänomenal gigantisches gibt. Aber wie würden da die echten Erikson-Fans anmerken: da habe ich als Leser einfach nicht genug mitgedacht und bin selber Schuld, wenn ich zu blöd bin um die Genialität der Bücher zu erkennen! ;D

Das Spiel der Götter 6+7: Der Krieg der Schwestern & Das Haus der Ketten (Steven Erikson) 601/604 Seiten
Endlich sind wir von der Storyline um den Pannionischen Seher weg und es geht wieder ins Reich der Sieben Städte. Was dort passiert, finde ich persönlich wesentlich interessanter. Am Anfang von „Der Krieg der Schwestern“ habe ich trotzdem erstmal gestutzt, als es plötzlich um völlig neue und unbekannte Charaktere ging, die ich nicht so recht einordnen konnte. Aber gerade diese Kapitel haben mir irgendwie besonders gut gefallen – das war also mal ein gelungener Start in diesen Teil der Handlung. Ansonsten ging es natürlich – das sagt ja schon der Titel – um den Krieg zwischen den Schwestern Tavore (mittlerweile zur Mandata der Imperatrix aufgestiegen) und Felisin (alias Sha’ik, die Rebellenführerin). Erwartet habe ich hier doch eine größere Schlacht, aber dann ging der Krieg in „Das Haus der Ketten“ doch recht unspektakulär vonstatten. Naja, zumindest was Schlachten-Action anging, passiert ist hinter den Kulissen natürlich einiges. Aber wie lapidar der Konflikt Tavore-Felisin dann ausging, da bin ich etwas geteilter Meinung. Mit etwas Abstand ist mein Eindruck dann aber doch recht positiv: es passt einfach zur ganzen Sinnlosigkeit dieses Krieges, wie es zuendegeht. Und auch Felisin scheint das am Ende zu erkennen. Insgesamt waren diese zwei Bände, die ja einen Originalband ergeben, wahrscheinlich bisher mein Lieblingsteil der Geschichte. Wäre schön, wenn es so bleiben würde und ich doch endlich anfangen würde, die Reihe zu mögen. Ich habe ja nun erst 7 dicke Bände davon gelesen, das ist ja fast nichts ;)

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The Mortal Instruments 3: City of Glass (Cassandra Clare) 496 Seiten
Oooh, Band war bisher definitiv mein Lieblingsband der Reihe. Obwohl ich anfangs skeptisch war, dass die Handlung praktisch ausschließlich in Idris bzw. Alicante spielen würde, war gerade das eine Sache die mir besonders gefallen hat. Aber dann wurde es richtig spannend, es gab Tragik und einen dramatischen Showdown. Mit Clary und Jace werde ich zwar immer noch nicht ganz warm, aber mittlerweile gibt es doch genug andere Charaktere, die ich mag. Und diese ganzen Enthüllungen in diesem Band, langsam sehe ich gar nicht mehr durch wer nun wen aufgezogen hat und wer wessen richtiger Vater ist. Ach, und Sebastian war mir übrigens gleich etwas suspekt, solche perfekten netten Typen haben doch meistens ein dunkles Geheimnis.

The Mortal Instruments 4: City of Fallen Angels (Cassandra Clare) 439 Seiten
Man merkt schon, dass nach City of Glass die ursprüngliche Trilogie beendet war und es danach wohl relativ ungeplant weiterging. Positiv war, dass Simon diesmal ziemlich im Mittelpunkt stand. Das Thema, wie er mit seinem neuen Vampirdasein umgehen soll gibt einfach guten Stoff für die Handlung her. Auch sonst habe ich das Buch wieder gewohnt zügig durchgelesen und ich fand es jetzt nicht schlecht oder so. Aber diesmal haben es Clary und Jace dann doch geschafft, mich wirklich zu nerven. Clary, weil sie mal wieder einfach drauflosrannte und sich damit sinnlos in Gefahr brachte – was ist so schwer daran mal irgendjemanden mitzunehmen, bevor man in ein dämonenverseuchtes Gebäude rennt? Und Jace, weil sein ewiges „ist bin böse, weil Valentine mich aufgezogen hat“ und „ich bestrafe mich wegen irgendwas selbst indem ich mich von Clary fernhalte“. Urgh. Auch nervig war, dass ausgerechnet Isabelle (die selber nach eigener Aussage in keiner exklusiven Beziehung mit jemandem sein möchte) Simon anbitcht, weil er mit ihr und Maia angebandelt hatte. Weil sie selber nur Fremde datet und keine Freunde von Simon ist das was total anderes! (Spoiler: Nope, ist es nicht und seit wann war sie bitte so eng mit Maia befreundet?) Ach, und dass Alec sich so anstellt weil Magnus – immerhin ein jahrhundertealter Warlock – vor ihm schon mit anderen Personen eine Beziehung hatte. Nun ist es ja selbst bei Menschen nicht gänzlich unmöglich, dass der eigene Partner vielleicht schon frühere Beziehungen hatte, warum sollte es dann bitte bei jemandem wie Magnus anders sein? Ich weiß nicht, aber diese Eifersuchtsszenen waren so out of character und tragen irgendwie nicht dazu bei, dass ich Alec mehr mag als vorher. Klingt jetzt wieder alles sehr negativ, ich weiß. Aber irgendwie mag ich die Reihe halt doch. Genug jedenfalls, um mittlerweile schon weitere Bücher der Autorin bestellt zu haben. ^^‘

The Mortal Instruments 5: City of Lost Souls (Cassandra Clare) 546 Seiten
Ups, eigentlich wollte ich nach dem 4. Band erst nächsten Monat weiterlesen, aber so konnte der Cliffhanger dann auch nicht stehenbleiben…. Und obwohl Clary mir mit ihrer Hals-über-Kopf-Aktion wieder auf die Nerven ging, hat mir dieser Band insgesamt wieder mehr gefallen. Dass Sebastian nicht auf einmal zum Nice Guy mutiert sein kann war auch klar, aber irgendwie war es interessant, ihn direkt…menschlich zu erleben, jetzt nachdem man die Wahrheit kennt. Jace konnte diesmal wenig für sein blöderes Verhalten, und in gewissen Momenten war er mir mal direkt sympathisch? Die wirkliche Stärke des Buches waren für mich aber mal wieder die anderen Charaktere. Vor allem der Konflikt mit Simon und seiner Familie, sowie die gemeinsame Rettungsaktion für Jace von Isabelle, Alec, Magnus und Simon. Und überhaupt, Alec und Magnus….da fühle ich gerade mal so etwas wie richtige Shipping-Feels für die beiden aufkommen und dann passiert DAS am Ende. Neeeeein! Tja, nun muss ich dann halt auch den letzten Band der Reihe zeitnah lesen. Dass ich die Bände so schnell verschlingen würde hätte ich jetzt auch nicht gedacht, aber fesselnd sind sie nunmal definitiv, so sehr mich manche Punkte auch daran nerven.

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Karpfentanz (Hisako Matsubara) 253 Seiten
Mir war erst gar nicht bewusst, dass „Karpfentanz“ die Fortsetzung von „Abendkranich“ ist – aber da ich letzteres wirklich wunderbar fand, freute es mich umso mehr. Zwar war dieses Buch hier nicht so beeindruckend wie sein Vorgänger, trotzdem hat es mir wieder richtig gut gefallen. Stand im vorigen Band noch Saya im Mittelpunkt, so ist es diesmal ihr Bruder Ryo – der ganz im Gegensatz zu seiner aufgeweckten und rebellischen Schwester immer unter der Kontroller der Mutter stand. Sei es die Schule, der Beruf oder die Wahl der zukünftigen Braut – alles gibt die Mutter ihrem Sohn vor, nur um damit ihre Frustrationen mit Saya zu kompensieren. Die hat zu allem Überfluss mittlerweile einen Deutschen geheiratet und damit in den Augen der Mutter Schande über die Familie gebracht. Natürlich kommt es wie es kommen muss – zwar beugt sich Ryo auch weiterhin dem Druck der Mutter und es passiert nicht wirklich ein großer Knall (womit ich gerechnet hätte). Trotzdem hat das Ende etwas sehr Tragisches, vielleicht gerade auch weil es ziemlich offen ausfällt. In jedem Fall wieder ein tolles Buch von einer viel zu unbekannten Autorin.

Hisako Matsubara’s kleine Weltausstellung (Hisako Matsubara) 130 Seiten
In diesem Büchlein versammelt die Autorin diverse kleine Geschichten – mal eher lustig, mal nachdenklich. Aber immer geht es um des Grundthema des Aufeinandertreffens von Osten und Westen bzw. Asien und Europa. Besonders gut fand ich „In einem barocken Saal“, wo es um den Begriff der Nächstenliebe im westlichen und östlichen Verständnis geht und um die Tatsache, dass die Europäer mit ihrer Betonung von christlichen Werten diese doch so selten wirklich leben und umsetzen. Ebenfalls sehr lesenswert!

Glückspforte (Hisako Matsubara) 303 Seiten
Dieses Buch ist ganz anders als die Bücher der Autorin, die ich vorher gelesen habe. Ich fand zeitweise etwas langatmig, gerade die Beschreibungen des Alltagslebens der Eheleute Maxill und Rosaly waren teilweise etwas nervig. Und dass die Geschichte diesmal zu einem Großteil in Deutschland spielte war auch ungewohnt. Aber durch das Intrigenspiel der Dame Uba war das Buch trotzdem unterhaltsam zu lesen, wenn ich mir auch deutlich mehr Uba-Kapitel gewünscht hätte. Die Wendung am Ende hat aber viel wieder gutgemacht, daher ist auch hier mein Gesamteindruck letztlich wieder positiv, wenn auch nicht ganz so gut wie etwa bei Abendkranich und Karpfentanz.

Brückenbogen (Hisako Matsubara) 268 Seiten
Und noch ein etwas anderes Buch der Autorin. Diesmal geht es um eine japanische Studentin, welche mit einem Lehrauftrag über japanischen Tanz an eine Universität in den USA kommt. Man erlebt ihr Alltagsleben mit und das bleibt größtenteils eher locker-freundlich, denn Yumi trifft vorwiegend nette Menschen und wird meist positiv aufgenommen. Zwar kommen vereinzelt Themen wie der Rassismus in Amerika gegenüber Schwarzen und auch Asiaten auf – oder eine japanische Gemeinde, in der ein Professor Wert darauf legt, nur „Elitejapaner“ heranzuziehen, die Japan in der Welt angemessen vertreten sollen. Doch im Großen und Ganzen könnte das ein lockerer Roman, fast schon ein Jugendroman sein. Könnte, wohlgemerkt – denn über allem schwebt die Tatsache, dass Yumi zu den Überlebenden des Atombombenabwurfs über Hiroshima gehört und in ständiger unterschwelliger Angst vor den Folgen lebt. Man hofft so sehr mit Yumi mit und freut sich als Leser auch mit, als sie das Thema – statt es weiter zu verdrängen – auch künstlerisch für die Amerikaner umsetzt. Doch gerade gegen Ende stellt man sich immer mehr die Frage, was mit Yumi passieren wird. Natürlich werde ich das hier jetzt nicht verraten. Aber ich muss mich wiederholen – noch ein wirklich lesenswertes Buch der Autorin.

Das Kurtisanenhaus (Amy Tan) 701 Seiten
Mein erstes Buch von Amy Tan und gerade wieder eines, welches in den Leserrezensionen schlecht abschneidet. Mir hat es aber doch gefallen – zwar hatte ich ein paar Startschwierigkeiten, aber dann war ich doch gespannt, welches Schicksal auf die junge Violet warten würde. Man erlebt als Leser eine Menge tragische Momente mit, doch gibt es zwischendurch immer wieder Hoffnung. Und das Ende empfand ich ebenfalls als sehr zufriedenstellend. Was man vielleicht als kleinen Negativpunkt nennen könnte: trotz all den schlimmen Dingen, die Violet zustoßen bleibt sie als Erzählerin doch immer relativ distanziert und unemotional. Mich hat das allerdings nicht direkt gestört, aber dem einen oder anderen Leser fehlt dadurch vielleicht der Bezug zum Erzählercharakter? Naja, ich bin jedenfalls froh, dass meine erste Erfahrung mit Amy Tan so positiv war und ich jetzt kein schlechtes Gewissen haben muss, weil ich schon alle ihre restlichen Bücher gekauft habe 8D

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Huch, meine Sachbuch-Rubrik habe ich in letzter Zeit doch vernachlässigt. Also, ich habe schon Sachbücher gelesen, nur halt vergessen sie zu erwähnen. Für Winter ist coming ändere ich das jetzt mal. In diesem Buch erklärt die Autorin, welche historischen Parallellen Story und Charaktere von Game of Thrones aufweisen. Und auch auf die fantastischeren Elemente wird eingegangen, die sich teilweise auf Sagen und Legenden zurückverfolgen lassen. Ich muss zugeben, dass ich den Schreibstil (oder lag es an der Übersetzung?) manchmal etwas anstrengend fand, weil zuweilen von einem Gedanken zum anderen gesprungen wurde, bzw. kam es mir zumindest so vor. Insgesamt ist das Buch für Fans der Bücher, aber auch der TV-Serie wirklich informativ. Einige Dinge, wie etwa dass die Handlung grob auf den englischen Rosenkriegen basiert, wusste ich schon, aber durch die Lektüre konnte ich noch einiges lernen.

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Matsu

One hell of a fangirl! Matsu liebt Anime und Manga, hat aber auch eine große Leidenschaft für Bücher, Geschichte, Videogames und vieles mehr....

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Geschrieben von Matsu in Buchvorstellungen, Reviews

 

Tags: Brückenbogen, City of Fallen Angels, City of Glass, City of Lost Souls, Das Haus der Ketten, Das Kurtisanenhaus, Der Krieg der Schwestern, Der Tag des Sehers, DIe eisige Zeit, Glückspforte, Hisako Matsubara's kleine Weltausstellung, Karpfentanz, Winter is coming

 

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