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MonatsausLESE: Mai 2017

01 Jun

mai2017

Drei englische Bücher in diesem Monat, whoa! Wehe das verleitet mich dazu nächsten Monat gar keines zu lesen, wenn ich nun einmal so gut dabei bin ;) Ansonsten war der Lesemonat ganz okay, einige Bücher habe ich zwar relativ niedrig bewertet, aber andere waren dafür umso besser. Deswegen kann ich eigentlich nicht meckern! Na gut, vielleicht darüber, dass ich einige Mängelexemplare gekauft habe und damit wieder ein paar Neuzugänge zu verbuchen hatte…. ^^‘

Statistisches (ohne Sachbücher)
Anzahl Bücher: 10
Seiten-Gesamtzahl: 4455

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Das Spiel der Götter 1: Die Gärten des Mondes (Steven Erikson) 798 Seiten
Diese Reihe spaltet die Fantasy-Leser in zwei Lager: da sind auf der einen Seite geradezu fanatische Anhänger, die DSdG für die beste Fantasy-Reihe aller Zeiten halten und jedem, der sie nicht mag jeglichen Sachverstand absprechen. Und auf der anderen Seite sind da diejenigen, die die Reihe einfach nur verwirrend finden und meist schon nach wenigen Seiten keine Lust mehr haben. Ich kann eigentlich keinem der beiden Lager wirklich zustimmen. Zwar wird die Reihe definitiv nicht meine neue Lieblings-Fantasyreihe, aber so verwirrend fand ich sie jetzt nicht? Am Anfang wurde man zwar mit etwas vielen Charakteren und Schauplätzen überschüttet, aber man hatte ja noch die Hoffnung dass es irgendwann besser werden würde. Und irgendwann habe ich dann die Zusammenhänge auch mehr oder weniger verstanden. Was ich aber bemängeln muss: zum einen wird sehr wenig erklärt, etwa was das Magiesystem oder das Prinzip des „Aufsteigens“ (scheinbar die Gottwerdung normaler Menschen?) angeht. Die Fans der Reihe werden da sagen „Da muss man als Leser halt etwas mitdenken und aufpassen!“ – aber das hilft nur bedingt, bestimmte Dinge müssen einfach erklärt werden, finde ich. Vielleicht kommt das noch irgendwann, aber wenn wichtige Dinge erst viele Bände später erklärt werden ist das nicht unbedingt ganz optimal… Ein weiteres Problem, das ich mit der Reihe habe ist die Tatsache, dass die Charaktere mir größtenteils mehr oder weniger egal sind. Da trifft es den Leser auch nicht wirklich emotional, wenn jemand stirbt. Ich finde da macht es Game of Thrones bzw. ASOIAF deutlich besser, wo einen selbst der Tod manches Nebencharakters hart treffen kann. Ich bin mal gespannt wie sich das in den kommenden Bänden entwickeln wird.

Das Spiel der Götter 2+3: Das Reich der sieben Städte & Im Bann der Wüste (Steven Erikson) 511/603 Seiten
Ab Band 2 wurden die englischen Originalbände vom deutschen Verlag aufgeteilt, also entsprechen diese beiden deutschen Bände einem englischen Band. Diesmal findet die Story nochmal an komplett anderen Handlungsschauplätzen statt als im vorigen Band, immerhin tauchen aber einige altbekannte Charaktere wieder auf. Auch wenn diesmal einige Charaktere dabei sind, die ziemlich interessante Backstories haben (Felisin und Icarium zum Beispiel), kommen doch keine wirklichen Emotionen auf was deren Schicksal betrifft. Und gerade die Szenen vom großen Feldzug in der Wüste waren teilweise etwas zäh und langwierig (gut, das Ende des Zuges konnte mich mal etwas schocken, das muss ich zugeben – war wohl die erste Szene die mich wirklich irgendwo bewegt hat). Wirklich begeistert bin ich auch weiterhin nicht, und selbst bei einer relativ langen Buchreihe kann man dem Autor nicht ewig Zeit zugestehen, um den Leser endlich wirklich mitzureißen. Und mit „mitreißen“ meine ich auch nicht, dass es unbedingt immer brutaler werden muss… Vorerst lese ich aber weiter, weil ich ohnehin noch ein paar Bände bereits gekauft habe, aber sobald ich die alle durchhabe stelle ich mir bestimmt nochmal die Frage ob ich für die Reihe weiter Geld ausgeben möchte. Immerhin war das Ende von Im Bann der Wüste zum ersten Mal so etwas wie spannend, so dass ich zumindest gerne wissen möchte was da weiter passieren wird (nur dauert es sicher ewig bis diese Storyline wieder aufgegriffen wird…).

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The Mortal Instruments 2: City of Ashes (Cassandra Clare) 415 Seiten
Band 1 hatte ich vor gut einem Jahr noch auf Deutsch gelesen, aber da ich kurz vor Weihnachten die Gelegenheit hatte die komplette 6-bändige Reihe für nur 20 Euro auf Englisch zu bekommen habe ich die Sprache gewechselt. Sonderlich komplex ist die verwendete Sprache ja nicht, also liest sich auch die englische Version sehr leicht und zügig. Wie schon der erste Band hat mich City of Ashes zwar nicht vom Hocker gehauen, aber doch ziemlich gefesselt, so dass ich es recht schnell durchgelesen hatte. Zum Beispiel fand ich es sehr spannend, was mit Simon passiert ist – er ist übrigens immer noch mein Lieblingscharakter, während ich zu den meisten anderen Chars noch keine richtige Meinung habe (was mich übrigens etwas wundert, sowohl Clary als auch Jace müssten mich mit ihrem Verhalten eigentlich tierisch nerven, aber irgendwie….tun sie es nicht? :O). Alec und Magnus sind ja z.B. unbestritten irgendwie ein nettes Pairing, nur fehlt mir da etwas die Backstory. Warum sind die beiden plötzlich zusammen, einfach weil sie beide Interesse an Männern haben? Oder müsste da nicht noch etwas mehr zwischen den beiden sein? Hoffentlich kommt da später noch etwas, denn gerade Magnus ist als Charakter auch sehr interessant. Und ansonsten…wie gesagt haut mich die Story jetzt nicht um, aber ich möchte doch immer wissen wie es weitergeht. Übrigens war ich ja zeitweise fast geneigt Valentine recht zu geben, denn die Methoden und die Ansichten der Shadowhunters sind manchmal wirklich recht fraglich….nur ist der gute Valentine in der Hinsicht auch nicht viel besser, finde ich. Naja, mal sehen was da noch kommt, da ich die ganze Reihe nun mal gekauft habe werde ich sie auch definitiv zuende lesen.

The Tudors: Thy Will Be Done (Elizabeth Massie) 293 Seiten
Die Novelization der dritten Staffel, welche definitiv nicht meine Lieblingsstaffel war (Cromwell ;_;), wofür ja aber das Buch nichts kann. Das war wieder durchaus unterhaltsam zu lesen, auch wenn man die TV-Serie schon kennt. Schade, dass es zu S4 kein Buch mehr gegeben hat! Schön war übrigens auch, dass es diverse Cromwell/Rich-Momente gab…und als Cromwell Richard Rich an einer Stelle dann auch noch den Spitznamen Richie verpasste hatte ich aber einen ernsthaften Fangirl-Moment 8D (Übrigens, wann gibt es einen neuen Band von C.J. Sansoms Reihe für meine ganzen Rich-Fangirl-Needs?)

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Chengli and the Silk Road Caravan (Hildi Kang) 178 Seiten
Vielleicht ist mein Urteil nicht ganz fair, da es sich hier immerhin um ein Kinder/Jugendbuch handelt, aber besonders gut gefallen hat mir Chenglis Abenteuer an der Seidenstraße nicht. Andererseits, ich habe auch schon Bücher für eine junge Zielgruppe gelesen, die ich richtig toll fand – Jeff Stones Five Ancestors-Reihe etwa. Aber obwohl das Buch recht kurz ist waren weite Teile der Handlung etwas langweilig für mich. Für Kinder, die vielleicht auch noch keine große Berührung mit dem Thema China hatten, ist es aber durchaus empfehlenswert, könnte ich mir vorstellen. Nur gehört es halt nicht unbedingt zu den Kinderbüchern, die auch einen Erwachsenen gut unterhalten können. Was ja aber wohl auch nicht der Anspruch des Buches ist.

Die Söhne des Drachen (Da Chen) 558 Seiten
Mal wieder ein Spontankauf, der sich aber wirklich gelohnt hat, denn das Buch war wirklich gut. Es geht um die beiden Halbbrüder Shento und Tan: während ersterer der uneheliche Sohn seines Vaters ist und in seiner Jugend kein besonders leichtes Leben hat, ist letzterer der Erbe der Familie Long, welche in Maos Regierung normalerweise hohe Ämter besetzt. Eigentlich denkt man da beim Lesen, dass die Sympathien klar verteilt sind und man mit dem Underdog mitfühlen würde, oder? Doch das ist nicht so, denn Shento wird später auf Umwegen erst der Leibwächter und schließlich die rechte Hand des Präsidenten Heng Tu – und in dessen Namen nutzt er die Macht des Regierungs- und Militärapparates um Regimegegner auszuschalten. Später missbraucht er seine Macht sogar, um persönlichen Feinden wie eben seinem Vater und Halbbruder das Leben zur Hölle zu machen. Tan und seine Familie verlieren jedoch alles, ihre hohen Ämter und ihren Reichtum…doch Tan gibt nicht auf und arbeitet sich wieder nach oben. Außerdem unterstützt er später die Kritiker des chinesischen Regimes und zieht deshalb erst recht Shentos Feindschaft auf sich. Dass auch noch dazu kommt, dass beide Brüder dieselbe Frau lieben, macht das Drama perfekt. Irgendwann hat mich die Handlung so in ihren Bann gezogen, dass ich das Buch sehr schnell durchhatte. Man fühlt sich geradezu ins Geschehen hineinversetzt und erlebt alles hautnah mit – und nebenbei habe ich auch wieder ein bisschen über China gelernt. Wahrscheinlich sollte ich mich doch mal mit der neuzeitlichen Geschichte Chinas auseinandersetzen – Schlagworte wie die Kulturrevolution oder das Tian’anmen-Massaker kennt man ja, aber ich schätze darüber werde ich mal mehr nachlesen.

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Brokatrausch (Hisako Matsubara) 287 Seiten
Das ist mein drittes Buch von Hisako Matsubara, und wieder war ich einfach nur begeistert. Auch wenn die Handlung eigentlich langsam voranschreitet hat sie mich so gefesselt, dass ich das Buch an zwei Abenden durchgelesen habe. Das Buch spielt in den 1910er Jahren, und es geht um das junge Ehepaar Nagayuki und Tomiko. Gerade als Tomiko ein Kind erwartet eröffnet ihr Vater (der gleichzeitig auch Nagayukis Adoptivvater ist, wie in alten Samurai-Familien nicht unüblich) seiner Familie, dass Nagayuki nach Amerika gehen und als gemachter Mann mit Reichtümern zurückkehren soll. Gegen den Protest seiner Frau gehorcht Nagayuki dem Befehl des Vaters. Tomiko hingegen verbietet der Vater die Reise nach Amerika – ein echter Samurai braucht keine Frau an seiner Seite, um Erfolg zu haben. Für Tomiko beginnt eine lange Zeit des Wartens und Leidens – und gerade als sie nach 6 Jahren Pläne schmiedet ihrem geliebten Mann nach Amerika zu folgen trifft eine Nachricht ein, die ihr Leben völlig aus der Bahn wirft. Wie gesagt hat mich die Handlung so in ihren Bann gezogen, dass ich unbedingt wissen wollte ob es für Nagayuki und Tomiko ein Happy End geben würde, wenn auch schon der Klappentext wenig Hoffnung gemacht hat. Trotzdem hat mich die Dramatik gegen Ende des Buches noch überrascht und das Ende hat mich richtig mitgenommen. Auch wenn sie mittlerweile nur noch in ziemlich alten Auflagen und nur noch gebraucht zu bekommen sind lohnt es sich echt die Bücher der Autorin zu lesen!

Die Tokaido-Straße (Lucia St.Clair Robson) 560 Seiten
Leider ein insgesamt enttäuschendes Buch für mich, auch wenn die Thematik eigentlich interessant ist – es kommen Elemente aus der berühmten Geschichte der 47 Ronin sowie eine schwierige Reise auf der Tokaido-Straße vor. Doch während das Buch das Leben auf der Tokaido zwar gut beschreibt und die Szenen dort geradezu vor dem inneren Auge des Lesers zum Leben erweckt ist alles andere meiner Meinung nach leider eher weniger toll. Die Charaktere konnten so gar nicht mein Interesse oder gar meine Sympathien erwecken, die weibliche Hauptperson Katze ist einerseits zu perfekt, andererseits unsympathisch arrogant (da hilft auch ihre spätere Wandlung nicht viel, die ist eher unglaubwürdig) und ihr Gegenpart Hanshiro bleibt mehr als blass. Außerdem gibt die Rachegeschichte der Ronin doch nun wirklich so viel her – warum wurde das nur auf ein paar Seiten am Ende schnell abgehandelt? Ich verstehe ja, dass Katzes Reise der Mittelpunkt der Geschichte war, aber etwas dramatischer hätte es da doch sein dürfen…. Naja, wie so oft ist das aber wahrscheinlich Geschmackssache. Gerade auf Goodreads hat das Buch fast nur positive Rezensionen…mein Ding war es aber jedenfalls definitiv nicht. Und damit habe ich einmal mehr gelernt: wenn mich ein Buch von Anfang an langweilt sollte ich es besser abbrechen um mir Frust und Zeit zu sparen ;)

Der Rubin des Samurai (Dorothy und Thomas Hoobler) 252 Seiten
Da war mein nächste Griff ins Bücherregal doch erfolgreicher, denn dieses Jugendbuch hier fand ich richtig gut! Auch für Erwachsene ist es unterhaltsam zu lesen, und während der Fall eines gestohlenen Rubins anfangs ganz einfach zu sein scheint wird es doch noch verwirrender. Und nebenbei können die alten und jungen Leser noch etwas über das Wesen der Samurai sowie über das Kabuki-Theater lernen. Lustig fand ich übrigens, dass auch hier die Tokaido und die Geschichte der 47 Ronin in der Handlung eine Rolle spielen, nur hat mir dieses Buch hier viel besser gefallen ;) Ich bin mal gespannt wie es mit Richter Ooka und seinem neuen Adoptivsohn Seikei – der sich nichts mehr wünscht als ein echter Samurai zu werden – in den nächsten Bänden weitergehen wird. Denn wie ich gemerkt habe handelt es sich hier um den Auftakt zu einer mehrbändigen Reihe. Hoffentlich bleiben die Bücher so gut! Aber eins möchte ich noch sagen: auf Amazon wird das Buch ab 12 Jahren empfohlen und laut Rezensionen lesen es schon jüngere Kinder…das wundert mich aber, weil es besonders eine Szene gab, die für jüngere Kinder vielleicht doch etwas brutal sein könnte? Andererseits, heute schocken auch blutigere Szenen wahrscheinlich niemanden mehr. Die Jugend von heute! *mit dem Krückstock fuchtel* ;)

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Matsu

One hell of a fangirl! Matsu liebt Anime und Manga, hat aber auch eine große Leidenschaft für Bücher, Geschichte, Videogames und vieles mehr....

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Geschrieben von Matsu in Buchvorstellungen, Reviews

 

Tags: Brokatrausch, Chengli and the Silk Road Caravan, City of Ashes, Das Reich der sieben Städte, Der Rubin des Samurai, Die Gärten des Mondes, Die Söhne des Drachen, Die Tokaido-Straße, Im Bann der Wüste, The Tudors, Thy Will Be Done

 

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