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Angezockt: Root Letter & World of Final Fantasy

21 Apr

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Und wieder zwei Games durch. Hätte ich nicht laufend Neuzugänge wäre bei meiner Durchspielquote der Pile of Shame wohl schon lange nicht mehr vorhanden. Aber naja, man braucht ja etwas Spiele-Auswahl, nicht? ;)

Root Letter ist eine Mystery-VN, in der es darum geht ein Geheimnis aus der Vergangenheit aufzuklären: Was meinte Aya, die damalige Brieffreundin des Protagonisten mit ihrem letztem Brief, in dem es hieß „Ich habe jemanden getötet“? Und was ist aus Aya geworden? Dem Protagonisten mit dem Standardnamen Takayuki lässt das keine Ruhe und er macht sich auf die Suche nach der Wahrheit. So weit, so gut, das klingt ja eigentlich alles ziemlich spannend. Und während das Game auch durchaus echt gute Ansätze hatte (wie eben die Storyidee) war die Umsetzung leider weniger gut. Das fängt schon beim Protagonisten an, in dessen Rolle wir als Spieler ja immerhin schlüpfen müssen. Spaß macht das aber nicht so wirklich, denn über weite Strecken ist der Protag ungefähr so sympathisch wie Donald Trump. Er bohrt in alte Wunden von Ayas Schulfreunden, nur um eine Antwort aus ihnen herauszulocken und schreckt dabei auch nicht vor Dingen zurück, die für die jeweilige Person traumatisch sind. Generell benimmt er sich wie die Axt im Walde, und in die Rolle eines solchen Typen zu schlüpfen war nicht gerade schön…. Dazu kommt dann noch die englische Übersetzung der Texte. Oftmals weichen die auswählbaren Dialogoptionen von dem Text ab den der Protag dann auch wirklich ausspricht, Gegenstände und Orte heißen plötzlich anders und diverse weitere kleine Ungereimtheiten stören das Gesamtbild. Und fühlten sich manche Enden einfach wie purer Nonsens an, da sie so gar nicht zum Rest des Spiels passen wollten: warum in einem Ende etwa diverse Charaktere einen Tod wie aus einem Horror-Game sterben mussten und warum in einem anderen plötzlich Aliens wirklich existierten….naja. Die restlichen Enden waren dafür aber immerhin okay, wenn auch das finale Ending doch ein bisschen unzufriedenstellend war. So bleibt leider ein durchwachsener Eindruck vom Spiel zurück. Wahrscheinlich bislang mein schwächstes Vita-Spiel, aber wenn man über die Schwächen hinwegsehen kann und mit dem Genre etwas anfangen kann, kann man trotzdem mal reinschauen.

Während Root Letter – wie die meisten Visual Novels – eher schnell durchgespielt war, habe ich mir als nächstes mit World of Final Fantasy doch ein wesentlich zeitintensiveres Game ausgesucht. Wobei, die eigentliche Story lässt sich noch ziemlich flott abschließen – bei mir standen am Ende gut 30 Stunden zu Buche. Und ich habe alles andere als schnell gespielt plus diverse Backtracking-Ausflüge unternommen um alle Schatztruhen zu öffnen und mehr Miragen zu sammeln. Wenn man sich aber entweder an die Platin-Trophäe setzt oder ganz allgemein alles im Spiel mögliche entdecken will kommt man definitiv nicht unter 50 Stunden weg. Wenn man aber so wie ich Spaß mit dem Spiel hat kommt einem die Spielzeit kürzer vor. Zumindest die Story verging geradezu wie im Flug und über die diversen Gags aus der deutschen Übersetzung musste ich des Öfteren kichern. (Bei den ganzen Wortspielen habe ich mich direkt an Tales of Hearts R erinnert gefühlt – war da etwa dasselbe Lokalisationsteam am Werk?) Und als alter Pokemon-, Digimon- und Youkai Watch-Veteran kann man mich mit Monster-Sammelspielen immer ködern…dementsprechend hat mich auch dieses Element des Spiels überzeugt. Interessant sind in dem Zusammenhang auch die vielen Möglichkeiten, die das „Stapeln“ mit sich bringt. Stapelt man etwa zwei Miragen, welche den „Feuer“-Zauber beherrschen, kann man fortan das stärkere „Feura“ im Kampf einsetzen. Da lohnt es sich doppelt zu überlegen wen man in die Kämpfe mitnimmt. An die wirklich starken Miragen kommt man natürlich erst gegen Ende des Spiels, aber da der Schwierigkeitsgrad in der Story insgesamt sehr human ist ist das kein großes Problem. Wenn man ein bisschen rumprobiert findet man schnell eine schlagkräftige Combo, mit der selbst die meisten Bosskämpfe keine großen Hindernisse darstellen. All das Monster-Sammeln und -kombinieren macht jedenfalls eine Menge Laune….da tue ich mir das stundenlange Grinden für die Trophäen gerne an. Alleine das Freischalten neuer Fähigkeiten für die Miragen war es das wert.
Natürlich ist aber nicht alles gut. Fangen wir mal mit der noch harmlosesten Nörgelei an, die nur die Trophy-Jäger betrifft: es gibt in dem Game 4 Minispiele, für die es je eine Trophäe gibt und die einen sehr schnell zur Weißglut bringen können…. Stellt euch auf Frustmomente ein, gerade wenn ihr in Minispielen ähnlich schlecht seid wie ich ;) Aber da das eh nicht jeden betrifft kann man drüber hinwegsehen. Was ich aber schon etwas blöder finde ist die Tatsache, dass man sich sowohl die japanische als auch die englische Vertonung nur mit einem Code aus der Day One Edition herunterladen kann. Naja, für Vita-Spieler ist es ja nichts Neues, wenn man sich die optionale japanische Sprachdatei erst aus dem PSN laden muss. Nur: dass gar keine Synchro gleich im Spiel enthalten ist habe ich auch noch nicht erlebt. Und wenn es schon so ist hätte man den Ton generell gratis im PSN anbieten können, statt ihn Day One-exklusiv zu machen. Da ich nicht auf den japanischen Ton verzichten wollte habe ich dann noch zur Day One-Edition gegriffen….immerhin war die japanische Synchro ziemlich gut, wenn man mich fragt. Na gut – auch die Synchro-Frage kann man noch irgendwo als Geschmackssache abtun, vielleicht braucht der eine oder andere keinen Ton…. Was aber wirklich ein nerviges Problem war sind die Ladezeiten in der Vita-Version. Ihr wechselt von einem Gebiet ins andere? Ladescreen. Ihr beendet einen Kampf und wartet darauf euch im Dungeon wiederzufinden? Ladescreen. Ein feindliches Monster greift an? Nein, kein Ladescreen, aber doch eine merkliche Verzögerung. Ich selbst habe zwar keinen direkten Vergleich, soweit ich das aber mitbekommen habe soll die PS4-Version in der Hinsicht wesentlich besser dran sein. Gerade beim Grinden am Ende des Spiels gingen mit die Ladescreens nach den Kämpfen doch irgendwann auf den Geist. Wer also die Wahl hat sollte vielleicht eher die PS4-Version spielen…dass das Feature seine Miragen mit anderen Spielern zu tauschen in der Vita-Version nicht online (sondern nur Ad-Hoc) möglich ist, ist da nur ein weiteres Argument.
Tja, wie gesagt hatte das Spiel (und genauer gesagt scheinbar besonders die Vita-Version) seine Schwächen. Trotzdem: die Monstersammelei war ungemein motivierend, die Charaktere und der Chibi-Grafikstil waren mir sehr sympathisch und überhaupt war es im Großen und Ganzen doch eine spaßige Spielerfahrung.

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Matsu

One hell of a fangirl! Matsu liebt Anime und Manga, hat aber auch eine große Leidenschaft für Bücher, Geschichte, Videogames und vieles mehr....

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Geschrieben von Matsu in Games, Reviews

 

Tags: PS Vita, Root Letter, World of Final Fantasy

 

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