RSS
 

MonatsausLESE: Januar 2017

01 Feb

januar2017

Neues Jahr, neues (Lese)Glück (das habe ich schon letztes Jahr geschrieben lol) – und immerhin habe ich es gleich zu Jahresbeginn geschafft meine seit Dezember andauernde Leseflaute größtenteils zu überwinden. Ganz zufrieden bin ich trotzdem wieder nicht, aber naja, dafür dass ich neben dem Lesen noch eine Menge anderer Dinge gemacht habe ist es doch eine relativ ordentliche Menge geworden. Da ich auch nicht allzu viele Bücher gekauft und eben einige gelesen (plus ein paar aussortiert) habe müsste am Monatsende ein kleines Minus für den Leseberg übrigbleiben.

Statistisches (ohne Sachbücher)
Anzahl Bücher: 15
Seiten-Gesamtzahl: 3971

***

monatsauslese_jan17_8

Tödliche Flucht / Baker Street 221b / Erste Kollektion (Francis London) 72/51/147 Seiten
Schade, nun habe ich schon alle bisher erhältlichen Holmes-Geschichten von Francis London gelesen. Ich hoffe mal sehr, dass noch weitere kommen werden! Denn wie schon die im Dezember gelesenen Geschichten haben auch diese hier mir wirklich gut gefallen. Wieder wurde die Atmosphäre der Originalgeschichten gut wiedergegeben. Sehr interessant fand ich übrigens die Erzählung „Graf Negretto Sylvius“, die größtenteils mit einer existierenden Geschichte übereinstimmt, aber einige interessante Details aus einem anderen Blickwinkel hinzufügt. Jedenfalls, für Holmes-Fans auf der Suche nach mehr Lesestoff kann ich diese Erzählungen hier empfehlen!

monatsauslese_jan17_5

Miss Daisy und der Mord im Flying Scotsman (Carola Dunn) 239 Seiten
Um gegen eine Leseflaute anzukämpfen gibt es nicht besseres als die guten alten englischen Krimis. Deswegen habe ich mich jetzt mal der Miss Daisy-Reihe gewidmet, von der ich zum Glück ganze 6 Bücher auf Vorrat hatte. In diesem Band geht es um einen Mord im berühmten Flying Scotsman – einem Zug, der zwischen London und Edinburgh verkehrt. An Bord sind diverse Mitglieder eines Familienclans, der ein großes Erbe vom sterbenden Familienoberhaupt erwartet. Dummerweise steht noch ein eigenbrötlerischer Onkel zwischen dem Erbe und der Familie…und prompt wird dieser Onkel ermordet. Und wer ist natürlich auch im Zug? Miss Daisy natürlich, und so hilft sie prompt bei den Ermittlungen. Für mich war das wohl der bisher beste Band der Reihe, dank einigen wirklich sympathischen Charakteren und einem interessanten Mordschauplatz.

Miss Daisy und die Entführung der Millionärin (Carola Dunn) 282 Seiten
Und es ging gleich gut weiter, denn auch dieser Band hat mir richtig gut gefallen! Und das obwohl er so ganz anders war als der vorige. Diesmal wird die Freundin von Daisys Jugendfreund Philip entführt und gemeinsam mit einigen Freunden starten sie eine Suchaktion in der englischen Provinz. Dummerweise bekommt Daisys Verlobter, Alec Fletcher von Scotland Yard, Wind von der Sache – und das, obwohl die Entführer ausdrücklich verboten haben die Polizei zu informieren… Da war ich wirklich gespannt ob alles gut gehen würde! Ein Highlight des Buches war der Auftritt von Daisys Vetter Edgar, der inmitten von all dem Chaos nur sein Hobby, die Schmetterlingsjagd, im Kopf hatte. :)

Miss Daisy und der Tote auf dem Wasser (Carola Dunn) 270 Seiten
Da ich das Setting diesmal nicht ganz so interessant fand war dieser Band etwas schwächer als die vorigen…aber nur etwas. Diesmal ging es um eine Ruderregatta, bei der nach einigen unschönen Ereignissen eines der Mitglieder einer Rudermannschaft dran glauben musste. Obwohl alles auf einen bestimmten Täter hinwies, hielt ich ihn für unschuldig und hatte damit auch recht, yeah! ;)

monatsauslese_jan17_4

Miss Daisy und der tote Professor (Carola Dunn) 260 Seiten
Dieses Mal ist der Schauplatz ein kleines englisches Dörfchen und handlungstechnisch geht es erst um anonyme Briefe mit schmutzigem Inhalt…bis ein Mord geschieht. Besteht zwischen beiden Fällen ein Zusammenhang? Das gilt es herauszufinden. Die Atmosphäre im Dorf mit klatschenden alten Frauen und weiteren typischen Charakteren hat mir auch gefallen und mich direkt an manche Miss Marple-Fälle erinnert.

Rattle His Bones (Carola Dunn) 250 Seiten
Keine Ahnung warum, aber dieser Band ist nie auf Deutsch erschienen, der nächste aber schon. Hmmm. Jedenfalls musste ich deswegen auf die englische Variante zurückgreifen, was mich nicht besonders gestört hat und in diesem Fall sogar ziemlich lustig war, da einer der Charaktere immer wieder plötzlich deutsche Wörter einstreute und auch sonst ein, naja, interessantes Englisch sprach. Das wäre in der Übersetzung sicher nicht so lustig rübergekommen! Inhaltlich ging es um einen Juwelendiebstahl im Museum und nach dem spannenden Beginn des Buches war ich richtig neugierig auf die Auflösung des Falles!

Miss Daisy und der Tote auf dem Luxusliner (Carola Dunn) 271 Seiten
Eigentlich müsste es jetzt „Mrs. Daisy“ heißen, denn am Beginn des Bandes heiratet Daisy endlich ihren Alec. Ihn finde ich übrigens eigentlich ziemlich blass….obwohl er eine der Hauptfiguren ist bleibt er immer recht farblos und ich kann nicht sonderlich viel mit ihm anfangen. Aber das könnte man auch über das ganze Buch sagen. Eigentlich war ich von diesem Band geradezu enttäuscht. Der Fall war nicht gerade spannend und das Highlight: eigentlich wurde er gar nicht richtig aufgeklärt, sondern Alec hat ohne wirkliche Beweise zu haben eine Theorie aufgestellt, die dann kurzerhand als wahr hingestellt wurde. Bei der Theorie wurde natürlich ausgerechnet einer Person die Tat angehängt, die Alec, Daisy und Co. unsympathisch finden…. Was für ein Quatsch und sehr unbefriedigend. Ob es daran liegt, dass dieser Band der letzte auf Deutsch erschienene war? Nun muss ich irgendwann auf Englisch weiterlesen, hoffentlich wird es dann wieder besser.

monatsauslese_jan17_3

Die großen Detektive (Edgar Allen Poe/Arthur Conan Doyle/Gilbert Keith Chesterton) 316 Seiten
Zugegeben, die Geschichten von Doyle habe ich ausgelassen, da ich mittlerweile fast alle Sherlock Holmes-Storys schon beinahe auswendig kenne ;) Interessant waren aber Poes Geschichten über Auguste Dupin – dem man deutlich anmerkt, dass er als Vorbild für Sherlock Holmes gedient hat. Wenn Dupin ausführlich seine Schlussfolgerungen darlegt kommt man nicht umhin, sich an Holmes erinnert zu fühlen. Und die Pater Brown-Geschichten lese ich auch recht gerne. Auch wenn ich zuerst die beiden deutschen Pater Brown-Filme aus den 60ern (?) kannte und die nicht viel mit den Büchern zu tun haben. ^^

monatsauslese_jan17_7

Das schwarze Pulver von Meister Hou (Tran-Nhat) 318 Seiten
Eine Premiere: das ist das erste Buch mit dem Schauplatz Vietnam, welches ich gelesen habe. Es hat mir auch ziemlich gut gefallen, vor allem dank der vielen skurrilen Charaktere. Umso größer war dann wiederum der Kontrast zur eigentlichen Handlung und zum Kriminalfall, um den es geht – denn da geht es umso ernster und brutaler zu. Unbedingt erwähnen möchte ich auch ein Kapitel, in dem der Arzt Doktor Porc einen Patienten versorgt, der ein Glied seines Körpers nicht mehr hochkriegt und an dem zu Behandlungszwecken seine Frau kräftig herumreiben muss. Na, habt ihr jetzt an was Unanständiges gedacht? Ich zugegeben auch ;) Bis ich am Kapitelende erfuhr, dass es sich um den Arm des Mannes handelte. Ich musste so lachen 8D

monatsauslese_jan17_6

Die Rache des jungen Meh 272 Seiten
Am Anfang dachte ich erstmal „wann kommt nun endlich der junge Meh vor und wofür will er sich rächen?“. Nun ja, aber wie so oft bei chinesischen Klassikern braucht die Handlung eine Weile, beovr man weiß wo es eigentlich hingeht. Aber auch schon bis dahin habe ich das Buch gerne gelesen und war dann regelrecht gespannt ob die Charaktere irgendwann noch zu einem guten Ende kommen. Auch wieder ein chinesisches Werk, welches mir gut gefallen hat.

Blumenschatten hinter dem Vorhang (Ting Yao Kang) 770 Seiten
Wenn ich mich nicht täusche ist es schon wieder zwei Jahre her, seit ich den chinesischen Literaturklassiker „Kin Ping Meh“ gelesen habe. Daher war mir die Handlung nicht mehr so ganz präsent, als ich nun die Fortsetzung gelesen habe. (Übrigens wusste ich erst gar nicht, dass es sich hier um die Fortsetzung handelt.) Allerdings erinnert man sich durch die Beschreibungen im Buch schnell wieder an die Charaktere und ihre Eigenarten. Das Thema des Werkes ist vor allem die Tatsache, dass sich böses Handeln irgendwann rächen wird – vielleicht auch erst in einer nächsten Existenz – und sich gutes Handeln irgendwann bezahlt machen wird. Dementsprechend müssen einige der bekannten Charaktere für ihre Sünden aus dem Kin Ping Meh schwer büßen, und das in den verschiedensten Formen. Und obwohl das Werk als moralischer Leitfaden gedacht war ist es überhaupt keine trockene Kost, sondern liest sich sehr unterhaltsam und hat auch wie das Kin Ping Meh die eine oder andere erotische Szene zu bieten. Und die machen mir immer besonders Spaß – wenn sich der „demütige Untertan“ des Mannes plötzlich „aufrichtet und in die Hinterpforte des Nachbargartens“ hineinwill muss man einfach schmunzeln. ;)

monatsauslese_jan17_2

Chinesische Liebesgedichte / Pflaumenblüte und verschneiter Bambus 218/235 Seiten
Während ersteres mir wirklich gut gefallen hat, wollte bei zweiterem der Funke nicht so ganz überspringen. Da hat mir einfach die Gedichtauswahl nicht besonders gefallen. Und damit dieser Abschnitt nicht so extrem kurz wird möchte ich mein Lieblingsgedicht aus dem ersten Buch zitieren:
„Willst du meine Treue messen,
denk an Fichten und Zypressen:
die halten Frost und Stürmen stand –
So werd auch ich dich nie vergessen.“
(Verfasser unbekannt)

***

monatsauslese_jan17_1

Auch ein interessantes Sachbuch habe ich diesen Monat beendet: „Das Herz der Religionen“ vom Dalai Lama. Das Thema der (nicht immer ganz friedlichen) Beziehungen zwischen den Anhängern der verschiedenen Religionen ist heute aktueller denn je. Doch nach der Lektüre des Buches kann man zu dem Schluss kommen, dass dieses Problem eigentlich gar keines sein müsste, wenn nur die Gläubigen die Grundsätze ihrer Religionen zum Thema Nächstenliebe und Güte wirklich beherzigen würden. Ich als nicht religiöser Mensch kann das natürlich nicht direkt nachvollziehen – allerdings sind Werte wie Liebe und Güte nunmal universale Werte für alle Menschen und sollte sich jeder daran halten wäre die Welt definitiv besser. So banal das auch klingen mag. Leider glaube ich nicht wirklich daran, dass die Menschheit das jemals umsetzen wird. Trotzdem, der Ansatz und damit das Buch ist interessant und lesenswert.

Tweet about this on TwitterShare on FacebookShare on Google+Share on TumblrEmail this to someone

Matsu

One hell of a fangirl! Matsu liebt Anime und Manga, hat aber auch eine große Leidenschaft für Bücher, Geschichte, Videogames und vieles mehr....

Email - Twitter - Facebook

 
No Comments

Geschrieben von Matsu in Buchvorstellungen, Reviews

 

Tags: Baker Street 221b, Blumenschatten hinter dem Vorhang, Chinesische Liebesgedichte, Das Herz der Religionen, Das schwarze Pulver von Meister Hou, Die großen Detektive, Die Rache des jungen Meh, Erste Kollektion, Miss Daisy und der Mord im Flying Scotsman, Miss Daisy und der Tote auf dem Luxusliner, Miss Daisy und der Tote auf dem Wasser, Miss Daisy und der tote Professor, Miss Daisy und die Entführung der Millionärin, Pflaumenblüte und verschneiter Bambus, Rattle His Bones, Sherlock Holmes, Tödliche Flucht

 

Leave a Reply