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Angezockt: Pokemon Sonne (3DS)

06 Dez

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Seit die neuen Pokemon-Games angekündigt wurden und auch die ersten Infos etwa zu neuen Pokemon durchsickerten war ich ja alles andere als überzeugt. Bei der gezeigten Footage aus den Games haben mich diverse kleine Dinge gestört und auch die meisten neuen Pokemon haben mir designtechnisch einfach nicht zugesagt. Zeitweise war ich deswegen sogar am Überlegen mir diesmal keines der Games zum Release zu holen, was in Sachen Pokemon eine absolute Seltenheit dargestellt hätte, denn in den meisten Generationen seit 2001 war ich immer von Anfang an mit dabei. Trotzdem hatte ich mir irgendwann Pokemon Sonne vorbestellt – hat sich diese Entscheidung gelohnt?

Mein erstes Problem waren ja schon die Starter. Bisher konnte ich in jedem Pokemon-Game zumindest einen klaren Favoriten benennen, oft gefielen mir sogar mehrere oder alle der drei Varianten. Diesmal hat mir spontan keines der drei zugesagt, nach einem Blick auf die späteren Entwicklungen habe ich mich dann aber für das Wasser-Pokemon Popplio entschieden. (Weil es gerade passt: ich habe das Game auf Englisch gespielt und verwende dementsprechend auch die englischen Namen von Pokemon, Personen und Orten.) Wasser war noch nie meine erste Wahl, also mal was ganz neues – und wenn ich mir das spätere Moveset meiner kleinen Robbe so anschaue bin ich mit der Entscheidung nun doch zufrieden. Die anderen beiden finde ich immer noch eher…naja. ^^ Ansonsten fand ich den Anfang schon ziemlich gut gemacht (etwa die dramatische Nebby-Rettungsszene auf der Brücke) und bekam zumindest Lust aufs Weiterspielen. Eines fiel mir aber gleich auf, was ich auch als sehr nervig empfand: das Spiel nimmt einen in jeglicher Hinsicht an die Hand und macht es einem so leicht wie noch nie in einem Pokemon-Game. Sei es nun der Rotom-Pokedex, der einem sogar angibt wo man als nächstes hingehen muss oder die Attacken-Effektivitätsanzeige in den Kämpfen. Überhaupt fühlte sich der ganze Beginn des Spiels wie ein großes Tutorial an. Und da frage ich mich doch, warum kann man das alles nicht einfach optional machen? In anderen Games wird man doch auch gefragt ob man diese oder jene Sache erklärt haben will und als Kenner der Games könnte man es einfach wegskippen. Oder die Effektivitätsanzeige, die mich das ganze Spiel hindurch genervt hat hätte doch bitte abschaltbar sein können. Es ist ja schön und gut Pokemon-Neulingen da ein bisschen entgegenzukommen, aber ich als Kenner weiß z.B. um die wechselseitige Effektivität der Typen und möchte das nicht jedesmal vorgegeben bekommen. Da muss man ja in den Kämpfen so gar nicht mehr denken…. Außerdem fühlte sich das ganze Game sehr linear an, eben weil man immer vorgegeben bekam wohin man jetzt zu gehen hatte. Abseits davon gab es nicht sehr viel zu erkunden – das hat sich in den vorigen Pokemon-Games einfach besser angefühlt.

sunmoon

Sexy Grüße aus Alola 8D

Aber natürlich war nicht alles schlecht, viele Dinge haben mir auch gut gefallen. Die Story etwa war für ein Pokemon-Game wirklich gut und spannend erzählt und inszeniert – selbst einige kleine Überraschungen gab es da, die ich aber nicht spoilern will. In dieser Hinsicht wurde selbst Pokemon X/Y übertroffen, welches bisher in der Hinsicht mein Favorit war. Und auch die anderen Charaktere waren mir so sympathisch wie es Charas aus einem Pokemon-Game wohl fast noch nie waren. Vor allem Lillie musste man einfach mögen, es war so schön ihre Entwicklung im Laufe der Story mitzuerleben. Und selbst das gegnerische Team hat mir so sehr gefallen wie noch kein anderes zuvor. Gut, die waren immer alle cool und böse, aber diesmal bekamen wir Team Skull, einen liebenswerten Haufen Hip-Hop-Loser 8D Auch all die anderen Charas wie Hau, Professor Kukui, die Kahunas und viele mehr habe ich wirklich liebgewonnen auf meiner Reise durch Alola. Womit wir gleich beim nächsten Punkt wären: das eindeutig an Hawaii angelehnte Setting hat mir auch echt gut gefallen! Anfangs fragte ich mich ja schon ob es auf den vier kleinen Inseln nicht zu wenig zu entdecken geben würde, aber das hat sich als unbegründet herausgestellt. Gar nicht mal so übel fand ich auch die Änderung, dass es diesmal zum ersten Mal in der Geschichte der Reihe keine Arenaleiter zu besiegen gilt – sondern man sich diversen Trials stellen muss, die nicht immer unbedingt nur einen Trainerkampf beinhalten. In dem Punkt war ich vorher zugegeben skeptisch, aber das war eigentlich eine schöne Abwechslung. Nur leider sorgte das unter anderem dafür dass das Game so linear wirkte, denn oft hieß es „bewältige erst Trial XY, bevor du hier weiterkommst). Aber okay, damit konnte ich leben.

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Auch noch wirklich positiv ist die Optik! Zwar fand ich anfangs die Laufanimation meines eigenen Charakters verdammt komisch (und tue es ehrlich gesagt immer noch), kann sich das Game in den meisten Punkten wirklich sehen lassen. Der Unterschied zu OR/AS ist schon immens, gerade wenn man mal den direkten Vergleich sucht. Letztens habe ich mal meine OR-Edition gestartet und war spontan mal geschockt wie groß der grafische Unterschied ist. Vor allem in den Kämpfen finde ich die Optik wesentlich hübscher – dass man jetzt seinen Spielercharakter und auch die gegnerischen Trainer hinter den Pokemon stehen sieht weckt schöne Erinnerungen an die Pokemon-Games damals auf dem Gamecube. Irgendwie kommt da mehr Stimmung auf, wenn der Trainer seinen Schützlingen unmittelbar beistehen kann.

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Ein bisschen negativ muss ich jetzt doch noch mal werden. Denn wie schon mal angerissen fand ich die neuen Pokemon-Designs alles andere als schön. Trotzdem habe ich mir alle Mühe gegeben, ein Team aus neuen Pokemon bzw. den neuen Alola-Formen alter Pokemon zusammenzustellen….immer wieder die alten Gesichter im Team haben ist ja auch nichts. Mein Team bestand am Ende dann aus Primarina, Salazzle, Lycanroc, Oricorio, Alola-Ninetales und Silvally. Immerhin, einige der Neulinge habe ich letztlich doch liebgewonnen. Ich denke mal Rockruff/Lycanroc und Silvally werden sich unter meine absoluten Lieblingspokemon einreihen. Was ich aber wirklich nicht sehr sinnvoll fand sind die Z-Moves. Wirklich gebraucht hat man die im Spielverlauf nicht und ich vermute mal dass die vor allem aus Marketinggründen eingeführt worden. Immerhin gibt es ja als Spielzeug auch prompt einen Z-Ring zu kaufen….naja, wer’s braucht. Ist wohl eher an die junge Zielgruppe gerichtet.

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So, das war jetzt alles ziemlich wirr, aber egal ;) Mein Fazit: große Erwartungen an die neue Generation hatte ich wie gesagt nicht, vielleicht auch deswegen wurde ich aber positiv überrascht und hatte wieder meinen Spaß beim Spielen. Da hätte es doch diese ganze rührselige Nostalgie-Werbekampagne und Co. gar nicht gebraucht, denn die hatte mich eher abgeschreckt. Aber was soll’s, das Endprodukt war jedenfalls zufriedenstellend und ich habe meine Zeit in Alola sehr genossen.

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Matsu

One hell of a fangirl! Matsu liebt Anime und Manga, hat aber auch eine große Leidenschaft für Bücher, Geschichte, Videogames und vieles mehr....

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1 Comment

Geschrieben von Matsu in Games, Reviews

 

Tags: Pokemon, Pokemon Mond, Pokemon Sonne, Pokemon Sun

  1. Shukon

    14. Dezember 2016 at 15:41

    Hey :)
    Ich war sehr skeptisch was die neue Generation anging. Vor allem, wegen den vielen Erneuerungen. Hat sich ja einiges verändert, wenn man Mal die alten Editionen betrachtet.

    Letztendlich habe ich mich aber dazu entschieden mir Pokemon Mond zu kaufen um mir eine eigene Meinung zu bilden. Bin zwar noch nicht durch aber kann jetzt schon behaupten das mir das Spiel sehr gefällt und zu meinen Lieblings Teilen der Reihe gehört!

    Die Erneuerungen sind gar nicht so schlimm, wie gedacht, finde diese sogar erfrischend und tun dem Spiel wirklich gut! Bin gespannt wie es noch so wird. :)

    LG
    Shukon

     
 

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