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Digital vs. real

13 Aug

DSCI3722

(oder auch: Matsu ist altmodisch) xD

Gehören Bilder von gut gefüllten Game-Regalen bald der Vergangenheit an? Wenn man sich anschaut wie viele Games schon gar kein Retail-Release mehr bekommen könnte man es denken.

Vor einer Weile hat mich eine Game-Ankündigung mal wieder richtig gefreut: Samurai Warriors 4 soll im Westen erscheinen! Und sogar für die PS Vita, da hat sich der Kauf des Geräts doch gleich doppelt gelohnt! In Gedanken rechnete ich mir schon aus ob mein Budget in dem Monat ausreichen würde und wo ich das Spiel bestellen könnte. Doch dann kam die Ernüchterung: Das Game erscheint nur als Download-Version….und meine Vorfreude bekam einen gewaltigen Dämpfer.

Denn ich bin ein Verfechter der guten, alten Retail-Versionen. Ich möchte meine Games im Regal stehen haben, möchte etwas in der Hand halten können, statt 40 Euro nur für digitale Daten zu bezahlen. Ja, vielleicht kann das manch einer nicht verstehen und findet meine Haltung blöd, aber so sehe ich das nunmal. Es kommt mittlerweile oft genug vor, dass ich einen Artikel über ein Game lese, denke „das klingt interessant“ und dann sehe: DL only. Das finde ich immer etwas enttäuschend, zum Glück finde ich bisher aber auch so noch genug interessante Games, mit denen ich meine Konsolen füttern kann. Bisher war auch bei den DL-only Sachen noch kein Must-play für mich dabei. Und was ich nun mit Samurai Warriors 4 mache? Ich weiß es noch nicht, vielleicht muss ich doch in den sauren Apfel beißen, weil ich mich auf das Game so sehr freue. Oder vielleicht gibt es wenigstens später mal einen Sale im E-Shop (gibt es sowas überhaupt? Hab da ehrlich gesagt null Ahnung davon xD)

Naja, bei den Games geht es noch irgendwie. Wenn auch ungern. ^^ Aber ein Punkt, bei dem ich mich nie komplett mit der digitalen Version anfreunden werde sind Bücher. Es geht einfach nichts über das Gefühl ein richtiges Buch in der Hand zu halten, den Geruch des Papiers zu riechen, gebannt die Seiten umzublättern…das kann mir kein Reader dieser Welt ersetzen! Natürlich hätte ich wesentlich weniger Platzprobleme, aber ich liebe meine überfüllten Bücherregale und fühle mich richtig wohl wenn ich so inmitten meiner eigenen „Bibliothek“ sitze. Deswegen hoffe ich wirklich, dass es auch in Zukunft noch Bücher geben wird und nicht alles nur noch als E-Book erscheint. Als zusätzliche Möglichkeit ist so ein Reader natürlich praktisch, für unterwegs zum Beispiel. Aber mir ginge ein großer Teil der Faszination Buch verloren, wenn ich beim Lesen nur noch ein Gerät in Händen halten würde. Und ein weiterer Punkt sind die Preise, oftmals sind die E-Books kaum billiger als die realen Pendants. Da lohnt es sich kaum. Außerdem kaufe (und verkaufe) ich viele Bücher auch gebraucht, was bei E-Books auch nicht so ohne weiteres geht. Deswegen: in Sachen Bücher bleibe ich hartnäckig ;)

book

Selbst DVDs (bzw. Blurays – ja, ich bin noch so veraltet und kaufe DVDs. ^^) muss man ja heute keine mehr kaufen, da es inzwischen jede Menge Streaming-Dienste gibt, bei denen man die Filme schnell und einfach online abrufen kann. Selbst für Animes gibt es das ja schon. Natürlich ist das praktisch, aber ich gebe zu, dass ich solche Angebote bisher nur nutze, wenn sie kostenlos sind (die Animes auf Clipfish z.B.). Bei einem kostenlosen Angebot kann ich schnell mal in etwas reinschauen, wenn mir langweilig ist. Meine Lieblingsserien und Filme möchte ich aber sowieso als DVD im Regal stehen haben, deswegen würde ich da eher ungern für Streams bezahlen. Grundsätzlich finde ich die Idee einer Art Online-Videothek aber nicht schlecht, möglicherweise werde ich mich da zukünftig mal näher damit befassen. Wobei ich eh nicht der große Film-Gucker bin.

Am ehesten mit dem Download-Kram anfreunden kann ich mich beim Thema Musik. Da ich sowieso meistens meine Musik über Computer bzw. Handy/MP3-Player und eher selten wirklich über CDs (eigentlich höre ich nur noch klassische Musik von CD, fällt mir gerade auf) fände ich in dem Fall die Daten-Version gar nicht so schlecht. Irgendwie gehören CDs zu den wenigen Dingen, die ich nicht so richtig sammle, sondern schlicht und ergreifend zum Anhören benutze. ^^ Am besten gefällt mir da aber die AutoRip-Funktion von Amazon, wo man beim Kauf einer „richtigen“ CD die Songs auch als Dateien zum Download ohne Aufpreis dazubekommt. So hat man die CD sozusagen zum Archivieren und die Dateien zum Anhören auf Handy und Co.

Tja, abschließend kann ich nur sagen: Es ist wohl ein Thema über das man streiten kann. Ich denke mal, in der Zukunft wird es besonders bei Games und Büchern auch nicht weniger werden, sondern eher mehr – aus Sammlersicht ist das natürlich schade, aber wer die Medien wirklich nur konsumieren will, dem dürfte es wohl egal sein ob er nun reine Daten oder etwas „Physisches“ kauft. Und es ist natürlich praktischer, wenn man z.B. nur den Reader mit in den Urlaub nehmen muss statt eines schweren Bücherstapels, das gebe ich zu. ^^ Ich gehöre aber jedenfalls zu denen, die den guten alten Retail-Gamereleases in vielen Fällen nachtrauern und für die nichts über das Gefühl geht ein richtiges Buch statt einem E-Reader in der Hand zu halten. Und ihr? :)

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Matsu

One hell of a fangirl! Matsu liebt Anime und Manga, hat aber auch eine große Leidenschaft für Bücher, Geschichte, Videogames und vieles mehr....

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10 Comments

Geschrieben von Matsu in Random Blah, Real Life

 

Tags: Bücher, Digital, DVD, Musik, Videogames

  1. Waffel

    13. August 2014 at 18:38

    Ich schätze schon, dass das Spiel auch noch als Retail Version kommen wird. In Japan gabs ja auch eine Retail Version. Es sieht immer schöner aus, wenn man die Spiele im Regal stehen hat. Da weiss man, was man hat, auch wenn einem beispielsweise mal das Internet ausfällt, kann man noch so viele Millionen von Spielen haben aber man kann diese nicht nutzen, weil man die ja nicht laden kann :D

    Btw

    Auch das PSN hat öfters mal Angebote, wenn du magst, sag ich dir Bescheid, wenn das Spiel im Angebot ist. Weihnachten ist immer riesen Auswahl und sonst monatlich immer wieder kleine Angebote :)

     
    • Matsu

      13. August 2014 at 18:53

      Hoffentlich! Immerhin ist dieses Jahr 10-jähriges Serienjubiläum von Samurai Warriors, da wäre es schon toll…

      Das wäre nett, ich hab den PSN ja nicht so im Auge ^^

       
      • Waffel

        13. August 2014 at 19:13

        ich schau mir jeden monat die großen updates an, werd dann auch für dich mal die kleinen im auge behalten :)

         
  2. Murasaki

    13. August 2014 at 20:24

    Auch wenn ich mir am Ende fast ausschließlich MP3s anhöre, so liebe ich meine CD-Sammlung aus Japan und ich muss sie einfach im Regal stehen haben. :) Schon allein die Aufmachungen der Booklets sind für mich das Geld wert und ich muss sie anfassen können.

    Bücher mag ich auch lieber in der gedruckten Variante, wobei ich ab und zu auch E-Books kaufe. Für unterwegs, im Urlaub zum Beispiel, sind E-Reader nicht schlecht.

     
  3. Amasia

    14. August 2014 at 13:44

    Kann ich vollkommen nachvollziehen. Ich bevorzuge auch die Retail-Versionen, lasse mich aber ab und an auch zu DL-Einkäufen herab. Bei Retail hat man auch einfach das sichere(re) Gefühl, die Spiele auch in ein paar Jahren noch zocken zu können, wohingegen man nie sicher weiß, was bei Datenverlust (z. B. Passwörter oder Festplattencrash) mit den Spielen passiert.

    E-Books kommen für mich aus demselben Grund wie bei dir auch überhaupt gar nicht in Frage. Ich brauche den Anblick und Duft von gebundenem Papier… Da würde mir echt was fehlen.

    (Übrigens danke, dass du meinen Blog noch bei dir listest. Allerdings denke ich, dass ich in nächster Zeit nicht dazu kommen werde, den mal weiterzuführen bzw. neu zu beginnen…)

     
  4. TheRealWinston

    15. August 2014 at 19:28

    Sicherlich schade wenn es in Zukunft keine Retailversionen von Spielen, Filmen, Bücher, etc. geben wird.
    Aber man muss bedenken das der digitale Vertrieb für die Publisher viele Vorteile beinhaltet.
    So werden zum bsp. die Druck bzw. Presskosten gestrichen und auch der Gewinn für die Händler muss beim Digitalen Kauf berücksichtigt werden. Weswegen sie es vergleichsweiße Günstiger anbieten könnten. Was sie aber dennoch nicht tun um einen höheren Gewinn einzufahren.
    Und zugleich fällt auch das Risiko für den Publisher/Vertreiber weg, auf unverkaufte Ware sitzen zu bleiben.
    Aber so schnell werden Retailversionen nicht von der Bildfläche verschwinden.
    Zum einen weil sich der Realverkauf irgendwo auch abeliert hat.
    Special Editions mit Goodies wie Figuren und dergleichen schlecht als digital Vertrieb verkaufen lassen.
    Und dann gibt es noch Konsumenten/Käufer, die eher weniger Technik affin sind und dann noch die Kleinen, die nicht so schnell an eine Kreditkarte rankommen können und für denen der Kauf einer Retailversion im Laden immer noch die einzige Möglichkeit ist (gibt zwar diesbezüglich auch ein paar verwöhnte Kinder, aber die wird es immer geben).
    Und die Publisher haben (hoffe ich zumindest) im Hinterkopf, das Festplatten immer noch eine Grenze haben, die mit Downloadversionen von Spielen (oder auch Filmen) immerhin schneller voll ist, als mit einer Retailversion.

    Und wieso Samurai Warriors 4 bei uns nur Download Only erscheint.
    Die Serie ist bei uns ein Nischenprodukt, weswegen die Download Only entscheidung wohl darin begründet liegt, das man auf keine Ware sitzen bleiben wollte bzw. die zu erwartenden Verkäufe zu niedrig sind um eine Retail Version zu Rechtfertigen. Wobei ich jetzt nicht weiß wie groß die Verkäufe in Europa/deutschsprachigen Raum von den Vorgängern waren.

     
  5. Light-chan

    16. August 2014 at 02:56

    Da sind wir uns im Großteil sehr änlich.
    Ich zahl nähmlich nur für was das ich mir dan ins Regal stellen kann und stolz sein kann, wie mein Garden of Sinners blu-ray Artbook ;-).
    Weil ich werde niee für only streams Geld ausgeben.

    Bei Büchern liebe ich auch den geruch, und als druck kommt natürlich auch eine viel bessere Atmosphäre auf.

    Aber so wie ich mit bekomme ist das mit dl only vorallem bei Games zurzeit total am weiterentwickeln (mit steam und so) sehr schade, vorallem für Sammler.

    Und bei Samurai Warrios 4 ab warten und tee trinken b.w. Manga und Bücher lesen ;-)

     
  6. JollyRose

    17. August 2014 at 01:07

    Ach, das ist echt ärgerlich mit Samurai Warriors 4. Dasselbe scheint glaub ich auch für Warriors Orochi 3 Ultimate zu gelten. Amazon listet nur PS4 als Retail. Was für mich heißt: Wenns keine PS3 Version gibt, kauf ich halt ne PS4, um die spielen zu können. Aber ich bevorzuge auch eher eine physische Kopie, deswegen komm ich wohl nicht drumrum, nun doch die neuen Konsolen ins Haus zu holen.

    Einer meiner Hauptgründe, warum ich keine Digital Copies mag: Die guten Titel brauchen sau viel Speicherplatz. Ich hab momentan nur 16GB auf der Festplatte meiner PS3, was heißt, 2-3 Spiele und die Platte ist voll. Es ist vielleicht praktisch, wenn man nun so Spiele hat, die im PS-Store grad echt günstig sind oder wenn man ein Playstation Plus Abo hat, da sind für mich aber oft Spiele dabei, die ich mir so nicht kaufen würd, aber wenns zum Download gerade gratis angeboten wird, ja dann hol ichs mir halt so! Das einzige Spiel, wo ich nicht drumherum kam, es mir digital zu kaufen, war das neue BlazBlue. Warum DAS aber digital only ist … Ärgerlich. Ebenso Dragengard 3, was ich mir so wohl nie besorgen werd. Den Speicherplatz und Downloadärger solls ja sowieso nicht wert sein :(

    Ich finde es auch einfach netter, wenn man eine Sammlung hat, die man präsentieren kann. Also ich bin eben der Meinung, wenns ne Retail Version gibt, hole ich lieber die. War auch mein Grund warum ich das amerikanische Project Diva f gekauft habe, denn hier in Europa gabs das ja mal wieder nur digital :) Und was die neuen Warriors Spiele eben angeht … Tja, ich spar mal auf die PS4 fürn Herbst!

     
  7. Glove

    3. September 2014 at 21:53

    Als PC Gamer sehe ist die Retaillose Zukunft bereits in der Gegenwart. Denn wenn man sich heute Retail Versionen eines Games kauft, ist man meistens dazu gezwungen diese auf Plattformen wie Steam, Origin uplay usw. runterzuladen bzw zumindest zu aktivieren. Teilweise gibt es nichtmal mehr DVDs in der Box sondern nur noch den Aktivierungscode.
    Das Finde ich einerseits schade, denn ich möchte mein Regal auch gefüllt sehen! Aber dann gibt es das riesen Gegenargument zu jeder Jahreszeit namens Steam Sales. Wieso sollte man für eine Retail Version die bis auf ein bisschen Plastik keinen Mehrwert mitbringt mehr bezahlen, wenn man Diese auch für die Hälfte abgreifen kann?
    Hinzu kommt das ich, selbst wenn noch Datenträger in der Retailvberison dabei sind, immer nur de Code eingebe und die Engl. Version auf Steam runterlade, da die DVD oft nur die Deutsche Version beinhalten bzw. ohnehin haufenweise Patches brauchen. Die Box verschwindet dann im Regal und wird niewieder rausgenommen.

    Gut ein Nachteil bei den Sales ist wohl, dass man dazu neigt mehr zu kaufen als nötig^^
    Aber wer kann schon wiederstehen wenn man gute Games für nen 5er oder weniger bekommt?

    Und neben Steam gibt es ja noch andere Plattformen die gute Angebote haben, besonders interressant finde ich z.B HumbleBundle, bei denen man sogar selber wählen kann was man bezahlen möchte bzw. wer das Geld bekommen soll.(Spenden,Devs usw.)
    Solche Plattformen könnten garnicht existieren würden die digitalen downloads nicht existieren.

    Mit Konsolen ist das natürlich ein völlig anderes Thema, da man die Games für gewöhnlich weiterverkaufen/verleihen kann.(Da würde ich nicht auf Retail verzichten wollen^^) Das gibt es bei uns PC Zockern schon lange nichtmehr, was mich allerdings auch nicht stört, denn dafür kosten unsere Games nunmal erheblich weniger ;)

    Kosten spielen hierbei auch nicht nur für uns Konsumenten eine Rolle, denn es müsste man jedes Game, Physikalisch in Läden bringen damit es verkauft werden kann, Hätten Indie Devs keine Chance. Retail Versionen kosten einen Haufen Geld und dieses fehlt den Meisten kleinen Devs nunmal, besonders wenn sie keinen Publisher haben.

    Naja das sind jedenfalls meine 2 cents^^

    Gruß Glove

     
  8. Michael S.

    23. September 2014 at 16:05

    Das Ganze ist schon ein kompliziertes Thema, was man nicht ganz schwarz-weiß ist und Argumente von beiden Seiten völlig nachvollziehbar sind.

    Ich verstehe sehr wohl die Begründung, dass man was für den Regal haben will. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte und genauso sagt ein Einblick in jemandes Regal auch ein tiefer Einblick in jemandes Charakter und deren Interessen. Zudem ist es einladend, durch jemandes offene Regale zu stöbern, als durch deren Festplatte zu wälzen, und das erstere ist auch eher gewollt.

    Ich verstehe auf der anderen Seite die Begründung, dass es Liefer- und Verpackungskosten abschafft. Als jemand, der sich in der Logistik versucht hat, kann ich sagen, dass es ein Vermittler ist, bei dem man wirklich erleichtert sein kann, wenn man ihn loswerden kann.

    Es soll aber herausgehoben werden, dass die Situation mit jedem Medium unabhängig ist und man sie nicht einheitlich verallgemeinert darstellen kann.

    So finde ich auch, dass die Musik für den digitalen Vertrieb am ehesten geeignet ist. Wenn man nicht die absolut beste und reinste Tonqualität will, dann sind Musikdateien meist 5MB groß, was auch zu ISDN-Zeiten flott herunterzuladen wäre. Zudem kannte ich persönlich in der Vergangenheit Musik eher aus dem Radio oder aus Musikkanälen. Daher fällt es mir einfach, sozusagen von Nicht-CDs auf Nicht-CDs umzusteigen.
    Dazu kommt auch, wie in den Kommentaren über mir angedeutet, dass Musikanten heutzutage immer mehr Möglichkeiten dazu kriegen, sich von den großen Verlegern unabhängig zu machen. Besonders ein Einstieg in die Musikindustrie ist nicht lukrativ und auch die, die groß rauskommen, kriegen einen mikroskopischen Anteil vom Gewinn bezahlt. Die großen Plattenfirmen sind notorisch dafür, dass sie jeden Cent vom Gewinn herausquetschen wollen, ohne den anderen was abzugeben. Das ganze ist auch statistisch bewiesen.
    Wenn ich stattdessen etwas auf Bandcamp kaufen will, geht der größte Anteil an die Musiker selbst.
    Das erinnert mich allerdings an einige Kunstprofessoren, die meinten, die Schallplatte wäre nach wie vor der beste Musikträger und dass sie sogar auf dem Weg zurück seien. Da sieht man wieder, wie gänzlich verschieden jemandes Ansichten von deren Umfeld geprägt werden können.

    Mit digitalem Filmvertrieb habe ich auch nicht viel auszusetzen. Da habe ich auch das meiste aus dem Fernsehen mitbekommen, da ist es kaum anders, sich einen Film online über einen Stream anzuschauen. Das einzige was fehlt, ist ein Sendeplan, aber selbst dann fangen einige Sender an, Programme fest nach vorgesetztem Sendeplan zu streamen. Zudem geht ein Film kaum über 1~2GB, was heutzutage innerhalb weniger Stunden heruntergeladen ist. Zudem dauern die meisten Filme nicht mehr als zwei Stunden und eine Serienepisode umso weniger.
    Meine Probleme liegen da eher, dass es in Deutschland keinen einheitlichen Filmservice wie Netflix gibt. Stattdessen muss man sich zwischen zwei Services entscheiden und ich bin mir nicht über deren jeweilige Vorteile sicher. Außerdem bin ich persönlich ein wenig von Film und Fernsehen herausgekommen und möchte keine Gebühr für etwas bezahlen, was ich kaum nutzen werde, kostenloser Probemonat oder nicht.
    Zum anderen gibt es ein Auflösungsproblem. Bei HD-Fernsehern und -Monitoren sind DVDs jetzt schon ein wenig überfällig und Bluray-Player sind auch nicht gerade günstig. Offizielle Anime-Streams haben unter anderem Probleme Fuß zu fassen, weil sie das meiste in einer Auflösung anbieten, die unter HD geht.
    Ich mag persönlich die Lösung am meisten, die South Park, Rick and Morty, Dan vs. und zig andere anbieten und vor allem im Westen immer mehr Fuß fasst. Neben der herkömmlichen Fernsehausstrahlung kann man sich die Folgen individuell in einem Stream anschauen und für die wahren Enthusiasten sind DVD- und Bluray-Sets erhältlich. Damit sehen sie ein, dass die meisten fernsehen als kostenlose Aktivität empfinden und das meiste Geld aus Werbegebühren und DVD-Verkäufen kommt.
    Dann gibt’s natürlich auch im Film die Indies. Die meisten sind gänzlich ins Internet umgestiegen und geben dabei zum Teil mehr Mühe und Kreativität als in einer traditionellen Film- und Fernsehproduktion. Mit dem Internet haben sie auch eine potenziell größere Audienz und die Filme verbleiben dort auch viel länger. So konnte man in Film und Musik Indie-Produktionen davor nur auf Festivals und gelegentlich auf nem Kulturkanal sehen und dann nie wieder.

    Bücher auf dem Bildschirm lesen gibt mir nach längerer Zeit Kopfschmerzen und ich verliere schnell dabei die Konzentration. Auch wenn E-Books Buchseiten immer genauer nachmachen können und man diese auch im Dunkeln lesen kann, finde ich trotzdem, dass es noch eine lange Zeit dauern wird, bis sie richtige Bücher überholt haben. Zudem kann ich bei Comics und Illustrationen den Zeichenstil auf Papier besser wertschätzen und die Linienführung besser begutachten.
    Das kommt auch von jemandem, dessen größte Leseerfahrung in der Pubertät aus Internetartikeln und -debatten besteht und verständlich nachvollzieht, warum auch die Kunst langsam digital geht.

    Zu den Thesen, dass Festplattenspeicher begrenzt ist und man von der Internetgeschwindigkeit her eigentlich noch nicht so weit ist, um schnell so viele Daten herunterladen zu können, kann ich bedauerlicherweise nur sagen, dass es leider der Preis ist, den man zahlt, wenn man sich für die Technikbranche interessiert; auch wenn die große Allgemeinheit noch nicht bereit für den nächsten Fortschritt ist, wird die Branche sicherstellen, dass es auf die Allgemeinheit aufgezwungen wird.

    Was alle digitalen Vertriebe verbindet ist der Kopierschutz. Die meisten Medien haben es von meiner Seite aus gut gelöst, wie ich es im nächsten Absatz nochmal beschreiben werde. Diese Lösungen kommen aber mit dem Preis, dass die richtig großen Firmen, egal aus welcher Industrie, sich weiterhin weigern, ihre Produkte ohne jeglichen Kopierschutz rauszubringen.
    Dazu kommt auch noch, dass es keinen 2nd-Hand-Markt im digitalen Bereich gibt. Dass man nichts weitergeben oder -verkaufen kann, ist schon konsumentenunfreundlich und in der EU sogar verfassungswidrig. Trotzdem hat kein Unternehmen wirklich nach einer richtigen Lösung gesucht.

    So wird schon seit 10 Jahren gegen DRM-Taktiken in der Musikindustrie protestiert. So konnte man beim Advent von iTunes nichts hören, ohne das gleichnamige Programm im Hintergrund läuft. Dazu hat iTunes selbst schädliche Dateien installiert, die auch schwer zu löschen waren. Limitierte Installationen sind auch ursprünglich aus digitalen Musikvertreibern. Das meiste wurde mit der Zeit jedoch ausgemerzt und es werden auch DRM-freie Varianten von jedem Lied angeboten, auch die von größeren Verlegern.
    Die Filmindustrie hat es, wie ich oben beschrieben habe, mit Streaming-Services gelöst. Wie oben jedoch erwähnt, passiert das alles mit großem Widerstand von den riesigen Filmkonzernen. So hat auch Netflix gelegentlich Abschwünge erlebt, weil die größeren Verleger ihre Filme herausnehmen würden. Somit dienen die meisten Streams bis heute für ältere und unbekanntere Filme.
    Die Buchindustrie hat es gelöst, indem die wahre Leseerfahrung immer noch auf dem Papier ist. Es ist auch wesentlich schwieriger, Bücher zu fälschen.

    Die eine Industrie, die sich bislang schwer tut, eine einfache und einheitliche Lösung für den Kopierschutz zu finden, ist das Gaming.
    Bei Konsolen war es für die längste Zeit relativ einfach. Die Kasette oder CD muss mit der entsprechende Konsole kompatibel sein. Man konnte es rauschippen, aber das hat dann in der Regel genauso viel wie die Konsole selbst gekostet.
    Dann wurde langsam alles digital angeboten und schon hat sich alles kompliziert. So haben die Konsolenhersteller sich unterschiedlich entschieden, ob diese Spiele nun account- oder konsolengebunden sind. Bei Konsolengebundenheit brauch ich nicht viel zu sagen, ist die Konsole kaputt oder gestohlen, sind auch deine digitalen Spiele weg und ohne Polizeinachweis wird Nintendo dir auch nicht helfen, diese zurückzukriegen.
    Accountgebundenheit hat auch seine Macken. Wenn da deine Konsole geklaut wird und du nicht rechtzeitig dem Kundenservice bescheid sagst, dann ist dein ganzer Account futsch. Dann ist nicht zu vergessen, was passiert, wenn deren Server unter die Mangel genommen werden, wie beim PSN-Hack vor drei Jahren.
    Dann ist auch die Preisphilosophie von den Konsolenherstellern gänzlich verschieden. So sieht Nintendo ein, dass Spiele immer viel wert sind und hat dementsprechend hohe Preise. Auch wenn ich persönlich immer nach den neuesten und besten Schnäppchen Ausschau halte, ich meine, ich gucke vorm Supermarkteinkauf nochmal vorher im Internet, wo ich grad was am günstigsten kriege, mag ich die japanische Einstellung, dass alles einen festen Preis hat. So gibt es für jeden bestimmten Preis auch bestimmte Erwartungen, die die Entwickler auch einhalten müssen. Zwar sind wir in Europa auch verrückt nach Schnäppchen, aber noch lange nicht so sehr wie in Amerika, wo der „bang for a buck“ der absolute Goldstandard bei jedem Einkauf ist. Da bevorzuge ich die japanische Preishaltung definitiv zur amerikanischen.
    Wenn’s nach mir gehen würde, dann würde jedes Spiel genau 30 Dollar kosten.
    Japan hat zwar auch einen gesunden 2nd-Hand-Markt, aber die ganzen Sachen mussten sich ja zuerst unter diesem hohen Preis verkaufen. Zudem, wie gesagt, gibt es im Digitalmarkt keine 2nd-Hand-Produkte.
    Jedenfalls macht Nintendo mittlerweile auch Angebote, aber sie sind noch lange nicht so krass wie bei PSN oder Steam.

    Konsolen und PCs haben gänzlich verschiedene Wurzeln. Um’s sehr grob zusammenzufassen, Konsolen sind glorifizierte Arcade-Maschinen, während PCs, naja, ähm, Rechenmaschinen sind. Das zeigt sich auch in den frühesten Spielen von beiden Geräten wieder. Dass manche Funktionen von PCs auf Konsolen übernommen wurden, wie regelmäßige Updates und Online-Multiplayer, finde ich cool, andere, wie Installationen und der gestiegene Fokus aufs Internet, wie mit dem Digitalvertrieb, jedoch nicht. So kann ich nachvollziehen, wenn andere gegen Digitalspiele sind, weil sie prinzipiell gegen eine Vereinheitlichung von PC und Konsole sind.

    PCs dagegen haben eine lange und rigorose Geschichte mit dem Kopierschutz. Es gab da wirklich alles, von Passagen, die man nur durchmachen konnte, wenn man in der offiziellen Anleitung nachgeguckt hat bis hin zu CD-Keys, die vielleicht oder vielleicht auch nicht funktionieren.
    Als PC-Spiele langsam digital wurden, habe ich mir vorgestellt, dass wir gänzlich von Kopierschutzmaßnahmen verschont werden. Steam hat da den meisten Fortschritt gemacht, aber trotzdem ist es DRM, auch wenn es gut versteckt, oder auch versüßt wird.
    So sind all deine Spiele immernoch an den Steam-Client gebunden, soll heißen, du kannst kein Spiel separat starten, ohne dass Steam selbst mit gestartet wird. Der Client an sich ist auch nicht ohne Macken und ist zudem ressourcenintensiver, als so ein Programm sein sollte. Man kann mittlerweile auch im Offline-Modus spielen, aber das wurde erst letztes Jahr fehlerfrei implementiert, nachdem Steam mittlerweile 7 Jahre alt ist. Mittlerweile kann man auch Spiele mit Freunden und Verwandten teilen, aber der Vorgang dafür ist auch recht umständlich, und man kann nichts im Online-Modus spielen, solange der Originalbesitzer noch am spielen ist.
    Als Plus werden immer die ganzen Steam-Sales genannt, aber meine Einstellung zu Schnäppchen hab ich schon oben zusammengefasst. Dazu kommt es mir manchmal so vor, als würden wir uns aushuren, dass Steam alles mit uns machen kann, bloß weil sie an Feiertagen Spiele zu Mindestpreisen anbieten. Steam ist wie eine Gefängniszelle mit Satellitenfernsehen und regelmäßigen Ausflügen, es ist schön, aber noch immer ein Gefängnis.
    Um zurück zur Vereinheitlichung zu kommen, gibt es auch viele kritische Stimmen, dass Steam nicht per se den PC-Markt wiederbelebt hat, sondern lediglich die Konsolenerfahrung zum PC rüberschiebte.
    Trotzdem benutze ich Steam oft als Internetmessenger meiner Wahl.

    Humble Bundle ist auch gut, aber mittlerweile auch nicht mehr komplett DRM-frei, wie sie es ursprünglich versprochen haben. Auch wenn es für einen wohltätigen Zweck ist und man auswählen kann, wohin das Geld geht, geht wie in allen Wohlfahrten ein guter Teil für die Verwaltungskosten weg. Deshalb haben sie ein Mindestgebot von einem Dollar eingeführt, was aber prinzipiell gegen das „Pay All You Want“-Motto verstößt. Auch sind die Bundles mittlerweile nicht mehr so gut und das wirklich spielenwerte ist auch nur über eine gewisse Preisgrenze erreichbar.
    Der Humble Store ist aber manchmal auch gut. Da gab es manchmal ein Paar Spiele für noch günstiger als auf Steam.

    Die Seite, die am ähnlichsten meiner Vorstellung eines DRM-freien Händlers entspricht, wäre GOG.com. Die Spiele sind nicht an irgendein Client gebunden und sobald du eins gekauft und heruntergeladen hast, bleiben sie für immer in deinem Besitztum. Du darfst sie kopieren, ausleihen, weitergeben, egal was du willst, es ist dein Spiel und dein rechtmäßiger Besitz. Und sie sind auch so ziemlich der einzige Händler, der weltweit alles zum gleichen Preis anbietet. Mittlerweile werden auch regionale Preise eingeführt, aber die Preisdifferenz kriegst du gutgeschrieben.
    Allerdings hat auch GOG seine Kritiker. Zum einen weigern sich eben wegen dem fehlenden Kopierschutz viele Großkonzerne, ihre Spiele zu veröffentlichen. Somit ist die Auswahl immernoch auf Indies beschränkt und, wie der ursprüngliche Name Good Old Games sagt, ist es hauptsächlich die Seite, um alte PC-Spiele legal zu erwerben. Dann sind andere besorgt, dass die Seite von CDProjekt, einer polnischen Spielefirma, betrieben wird, die zudem die Seite in Zypern angemeldet hat, um weniger Steuern zu zahlen.
    Allerdings, um doch zu Preisschnäppchen zurückzukommen, vielleicht ist die osteuropäische Herkunft das, was sie so ausmacht. Sie kommen aus einer Gegend, wo Spiele die ganze Zeit raubkopiert wurden. Diese Raubkopien wurden auch für wenig Geld offen auf der Straße verkauft, weil die legalen Versionen so viel teurer waren, zum Teil auch noch teurer als im Westen, einfach weil sie so komisch versteuert wurden. Sie mussten obskure Kopierschutzmaßnahmen knacken, damit jeder es auch spielen konnte. Mittlerweile haben sich die Preise den dortigen Marktverhältnissen angepasst, auch unter anderem wegen den Bemühungen seitens CDProjekt.
    Jedenfalls, eben durch diese Erfahrungen mit all diesen Kopierschutzmaßnahmen hat sich GOG.com zum Ziel gemacht, sie komplett auszumerzen.
    Und vielleicht sind all die Sales nicht ein Versuch, den Wert von Spielen runterzusenken, sondern sie an die Preisstandards von Entwicklungsländern anzupassen?

    Naja, jedenfalls ist das mit dem Digitalen auch eine Sache der Beschwichtigung. Es gab wirklich Momente, wo ich so faul geworden bin, dass ich nicht zum Regal gegangen bin, um was an der Wii zu spielen, sondern mich mit meiner digitalen Sammlung zufriedenstellte, auch wenn es nur Retro-Games und kleinere Spiele waren.

    Zum Thema ‚Altmodisch‘ will ich sagen, dass man sich nicht schämen sollte, wenn man ne altmodische Ansicht zu einigen Kleinigkeiten hat. Allerdings sind vor allem im englischen Sprachraum zum größten Teil die, die ihre Spiele altmodisch mögen, auch in allen Bereichen sehr altmodisch und stockkonservativ. Da will man schon nicht mit solchen Menschen in Zusammenhang gebracht werden.

    Puh, ich hoffe, ich konnte meinen Blickpunkt deutlich erläutern und beide Seiten gleichermaßen abwägen.

     
 

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