RSS
 

Rückblick auf die Spring Season: Arata Kangatari

18 Jul

Endlich mal ein Anime, bei der ich die Vorlage kenne und in Sachen Umsetzung mitreden kann :D

Alle 30 Jahre wird aus dem Hime-Clan eine neue Prinzessin gewählt. Nun ist diese Zeit wieder einmal gekommen, doch in den letzten Jahren hat der Hime-Clan keine weiblichen Nachkommen hervorgebracht. Nur einen Nachkommen gibt es, nämlich Arata. Der muss sich nun gezwungenermaßen als Mädchen verkleiden und an der Zeremonie teilnehmen. Aber was dort passiert, übersteigt seine kühnsten Erwartungen: die persönliche Wache der Prinzessin, die 12 Shinshou, ermorden die aktuelle Prinzessin Kokuri-hime und wollen nun Arata die Tat anhängen. Auf der Flucht passiert etwas Unerwartetes: Arata und ein Junge aus einer anderen Welt namens Arata Hinohara tauschen die Welten! Und nun muss sich Arata mit dem Schulalltag und Mobbing durch Mitschüler herumschlagen, während Hinohara als vermeintlicher Prinzessinnenmörder um sein Leben bangen muss.

Die Story von Arata Kangatari, die für Yuu Watase-Verhältnisse ungewohnt shonen-haft ist, kenne ich schon aus dem Manga. Dort hinke ich zwar schon wieder etliche Bände hinterher, nichtsdestotrotz mag ich die Reihe und ihre Charaktere sehr. Deswegen war dann meine Freude auch ziemlich groß, als eine Anime-Umsetzung angekündigt wurde. Es kommt ja selten vor, dass ich die Original-Vorlage eines Animes kenne, aber diesmal war es eben so und deswegen hatte ich auch einige Befürchtungen, wie die Umsetzung ausfallen würde. Gerade bei Serien die man sehr mag neigt man da doch dazu, etwas pingelig zu sein. ^^

Die erste Folge fand ich dann von der Optik her etwas sehr bunt (jaja, wenn man Schwarz-Weiß-Bilder aus dem Manga gewohnt ist…), aber inhaltlich gut. Die Umsetzung schien relativ gut zu sein. Was mich aber störte ist die Tatsache, dass nicht erläutert wurde warum keiner merkt dass die Aratas vertauscht wurden. Im Manga kam das soweit ich weiß vor: für die Leute aus der jeweiligen Welt sieht der jeweilige Arata so aus wie der den sie kennen. Hinohara sieht also für Kotoha und die anderen wie ihr Arata aus und umgekehrt. Das hätte man erklären sollen, finde ich. Aber okay, das konnte man sich wohl zusammenreimen. Die ersten paar Folgen waren dann generell noch recht gut und ich war mit der Umsetzung größtenteils zufrieden.

Generell hatte ich an der ersten Hälfte des Animes wenig zu maulen, bis auf einige Kleinigkeiten (dazu weiter unten mehr) fand ich die Umsetzung soweit okay. Man will ja nicht zu nörgelig sein ;) Die zweite Hälfte – so etwa ab Folge 9-10 – fand ich dann weniger toll. Erstmal wurden die Ereignisse um Hiruko viel zu stark abgekürzt. Im Manga war diese Stelle bisher wohl eine meiner Favoriten, aber im Anime wurde das regelrecht versaut. Wohl weil die Zeit bzw. die Folgenzahl drängte? Danach kam es zum Kampf zwischen Yorunami, der wieder ganz okay umgesetzt war. Leider entschied man sich dann für ein Anime-only Ende, was eigentlich total überflüssig war: letztenendes wollte man sich scheinbar eh die Hintertür für eine zweite Staffel offenhalten, wenn ich die letzten Szenen so betrachte. Jedenfalls tauchte im Manga ganz sicher nicht auf einmal Kadowaki in Yorunamis Schloss auf und wollte kämpfen. So toll war das Duell der beiden dann auch nicht, ich finde das hätte man sich sparen können. Meine Lieblingsfolge war wohl BTW die Nummer 8, weil da endlich mal Kadowakis Backstory beleuchtet wurde. Aber auch das hätte man wohl besser machen können, so viele Gefühle kamen da nicht rüber.

Kommen wir zur Kritik, die ich am Anime zu üben habe. Zum einen das komplette Fehlen des Charakters Seo, der sowas wie ein Mentor für Arata Hinohara war. Wieso man ihn komplett gestrichen hat, kapiere ich nicht. Aber okay, das wurde noch recht gut überspielt, wer den Manga nicht kennt merkt das wohl nicht. Was für mich viel schwerer wog war die Tatsache, wie Kadowaki dargestellt wurde. Man wollte ihn wohl unbedingt als den totalen Unsympathen, der Hinohara aus einem nichtigen Grund hasst hinstellen. Mich hat das geärgert, denn im Manga sieht die Sache etwas anders aus und man merkt schon, dass der Vorfall mit Hinohara nur der Tropfen war, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Ich gebe ja zu, anfangs fand ich ihn beim Lesen des Mangas auch doof, aber mit der Zeit wurde er dann zu einem meiner Lieblingscharas. Hätte ich nur den Anime gesehen würde ich ihn vielleicht auch blöd finden. Trotzdem ärgert mich dieses Kadowaki-Bashing etwa im MAL-Forum mächtig.

Die beiden Aratas stehen natürlich im Mittelpunkt des Animes. Als eigentlichen Mainchara würde ich Hinohara bezeichnen. Der hatte es bis jetzt eher schwer im Leben, weil er von seinen Mitschülern gemobbt wurde. Deswegen wünscht er sich, dass er einfach verschwinden könnte. Dieser Wunsch wird ihm dann auf andere Weise erfüllt, als er das erwartet hätte. In der anderen Welt muss er lernen, zu kämpfen und sich zu wehren, statt immer nur wegzulaufen. Im Anime wurde er etwas zu weinerlich dargestellt, im Manga dagegen war er nur anfangs so extrem zögerlich, später veränderte er sich dann deutlich zum Positiven. Der Arata aus der anderen Welt ist erstmal das krasse Gegenteil zu Hinohara: er ist ein selbstbewusster, offener Typ, der Hinoharas Peinigern nach ihrem Tausch mal die Leviten liest. Ich mag die beiden, auch wenn mich Hinohara durch seine Entwicklung vom ängstlichen Mobbingopfer zum Kämpfer mehr beeindruckt hat. Zur Seite steht ihm Kotoha, Aratas Kindheitsfreundin. Hinohara gesteht ihr später, dass er nicht der bekannte Arata ist und zwischen den beiden entstehen erste zarte Bande. Ein weiteres Mitglied der Gruppe ist Kanate, ein früherer Dieb, den Hinohara aus der Gefangenschaft befreit. Später schließt sich dann noch Kannagi an, das Mastermind hinter dem Attentat auf Kokuri-hime. Inzwischen hat er sein Hayagami an seinen Rivalen Akachi verloren und sinnt auf Rache. Zu Kadowaki habe ich ja schon genug gesagt, denke ich ;)

Fazit:
Insgesamt war der Anime leider bestenfalls „okay“. Ich will ja nicht zu viel rumnörgeln, aber es waren viele kleine (und größere) Dinge, die mich daran gestört haben. Wem die Grundidee der Serie gefallen hat sollte unbedingt in den Manga reinlesen, denn der ist um Welten besser. Eine zweite Staffel würde ich mir wohl erstmal nicht anschauen, außer die Umsetzung gelingt dann besser.

Tweet about this on TwitterShare on FacebookShare on Google+Share on TumblrEmail this to someone

Matsu

One hell of a fangirl! Matsu liebt Anime und Manga, hat aber auch eine große Leidenschaft für Bücher, Geschichte, Videogames und vieles mehr....

Email - Twitter - Facebook

 

Tags: Anime, Anime-Reviews, Arata Kangatari, Review

 

Leave a Reply