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Rückblick auf die Spring Season: Devil Survivor 2 The Animation

11 Jul

Mal wieder eine Videogame-Adaption. Ist DS2 top oder eher flop?

Von der Story her erinnert Devil Survivor 2, welches auf einem Videogame aus der Shin Megami Tensei-Reihe basiert, an eine Art Neon Genesis Evangelion-Light-Version: aus heiterem Himmel bricht die Apokalype über eine vorher friedliche Welt herein und seltsame Kreaturen namens Septentriones tauchen auf, um die Menschheit auf eine schwere Belastungsprobe zu stellen. Ihnen gegenüber stehen hier aber keine EVAs, sondern Dämonen, die von jungen Leuten mithilfe eine mysteriösen Handy-App beschworen wurden. Werden sie die sieben Tage der Prüfung durch die Septentriones widerstehen können oder wird die Menschheit restlos ausgerottet werden?

Folge 1 fing langsam und harmlos an, ein paar Teenager die einfach nur abhängen und sich über die neuerdings total angesagte App „Nicaea“ unterhalten. Diese App kann sogenannte Dead Face Clips von den eigenen Freunden senden. Natürlich hält das jeder für einen Gag – warum sollten auch die Freunde plötzlich sterben? Doch im U-Bahnhof kommt dann alles ganz anders. Auf einmal entgleist ein Zug und Monster greifen an – zum Glück entdecken Mainchar Hibiki Kuze und seine Freunde in diesem Moment, dass sie per Handy ebenfalls dämonische Monster beschwören und den Kampf aufnehmen können. Nach dem ersten Schock machen sie sich dann auf die Suche nach ihren Angehörigen. Diese erste Folge hat mich richtig begeistert. Da stimmte einfach alles, was den Actiongehalt sowohl die Spannung anging. Man konnte nur hoffen, dass die Serie dieses Niveau halten könnte! Aber leider klappte das nicht so ganz. In den nächsten Folgen wurden erstmal sehr viele neue Charas aus der Organisation JP’s und deren Rivalen vorgestellt, die ein Ziel einte: der Kampf gegen die Septentriones. Allerdings mit sehr verschiedenen Methoden, und so geriet Hibiki zwischen die Fronten. BTW, ich hätte mich den Gegnern von JP’s angeschlossen ;)

ACHTUNG SPOILER / Wenig später ging dann das große Sterben los. In fast jeder Folge ließen einige der vielen neuen Charas im Kampf gegen die Septentriones ihr Leben. An sich waren diese Szenen zwar gut gemacht, nur war das Problem dass manche dieser Charas vorher nicht wirklich viel Screentime und Charakterentwicklung bekommen hatten. Um Charaktere, die ich vorher vielleicht mal 5-1o Minuten kennengelernt hatte und über die ich außer ihrem Namen nicht wirklich viel wusste kann ich nicht wirklich trauern. Hätte man sich da vorher mehr Mühe gegeben, die Charaktere etwas interessanter zu gestalten und mehr über sie zu erzählen, hätten ihre Tode mehr Eindruck auf mich als Zuschauer gemacht. Natürlich ist das auch einmal mehr der begrenzten Folgenzahl geschuldet, und außerdem weiß ich nicht wie das in der Game-Vorlage gehandhabt wurde. Dennoch ist mir das schon stark aufgefallen. Selbst die Folge, in der Nitta zu sterben drohte konnte ich nicht so 100 Prozent mitfühlen, weil Nitta vorher einfach nur das Mädchen mit den großen Brüsten war, die halt immer in der Nähe des Mainchars herumstand und nicht wirklich oft aktiv wurde und sich nützlich machte. Nichtsdestrotrotz fand ich Folge trotzdem gut gemacht, trotz allem wurde dann doch eine gewisse Sympathie mit Nitta erzeugt und ich hoffte schon, dass sie gerettet werden würde. Was ja dann auch gelang. Optisch war die Episode sowieso sehr hübsch, wie auch generell der Rest der Serie.

ACHTUNG SPOILER / Am Ende der Serie erwischte Gevatter Tod dann auch noch den Rest der verbliebenen Charas und der große Showdown zwischen Yamato und Hibiki um eine Audienz bei Polaris (dem Gott hinter diesem ganzen Septentriones-Spiel, der die Menschheit wieder auf den rechten Weg bringen wollte) begann. Man merkte, dass Hibiki hier das Nachsehen gehabt hätte, doch dann kam ihm das Deus Ex Machina-Prinzip zu Hilfe: auf einmal bekam Hibiki die Dämonen seiner (toten) Freunde auf sein Handy gesendet, die er dann auch noch miteinander fusionieren konnte. Okaaaay…man hätte diese Möglichkeiten zumindest vorher mal erwähnen können, sonst wirkte das ganze etwas an den Haaren herbeigezogen. Jedenfalls, damit konnte er Yamato dann mehr oder weniger problemlos besiegen und wünschte sich von Polaris eine zweite Chance für die Menschheit. Am Ende sehen wir praktisch dieselbe Szene nochmals wie am Anfang. Mit dem Unterschied, dass sich Hibiki und Yamato an die Geschehnisse der sieben Tage erinnern können. Zum Schluss sehen wir noch Alcor, der feststellt dass er die Menschheit nicht mehr beobachten muss, da sie nun den richtigen Weg einschlagen können. Aber warum sollten sie das eigentlich? Immerhin kann sich sonst scheinbar keiner mehr an die Ereignisse erinnern und damit könnte sich prinzipiell alles wiederholen. Hibiki hat wohl an das Gute im Menschen geglaubt, als er seinen Wunsch geäußert hat. ^^

Ein bisschen habe ich die Charaktere ja schon angeschnitten. Ich mochte Hibiki Kuze, unseren Helden, am meisten. In manchen Reviews, vor allem auf MAL, wurde er ja ziemlich gebasht weil er sich angeblich wie der typische Shonen-Protagonist aufführte. Ganz so sehe ich das nicht, man merkte ihm schon an dass er nicht einfach der übliche „ich habe ne Superkraft, bin daueroptimistisch und rette so die Welt“-Hero ist. Er hinterfragte die Handlungen von JP’s und ließ sich da nicht einfach beeinflussen. Sein Verhalten war für mich durchaus nachvollziehbar. Man kann natürlich hinterfragen: Warum ist ausgerechnet er aus heiterem Himmel zu dieser Kraft bekommen und kann als einziger so starke Dämonen beschwören? Gegenfrage: wie hätte er mit schwachen Dämonen bis zum Schluss überleben können? So ist das halt oft in Animes ;) Seine Freunde Io Nitta und Daichi Shijima bleiben dagegen eher blass. Sie sind zwar über weite Teile der Serie an Hibikis Seite, aber wirklich viel Charaentwicklung erfahren sie dennoch nicht. Wer dagegen mehr im Spotlight steht sind Yamato Hotsuin (der Chef von JP’s) und der mysteriöse Alcor. Yamato war mir über die komplette Serie recht unsympathisch mit seiner Einstellung mal eben so ein paar Leute zu opfern. Er meinte zwar mit seinen Handlungen das geringstmögliche Opfer gebracht zu haben, aber wie Hibiki konnte ich das trotzdem nicht unterstützen. Alcor mochte ich da schon eher, vor allem sein letzter Kampf gegen Yamato war schon sehr badass. In mein Bishie-Beuteschema passt er aber leider nicht xD Von den Nebencharas war mir noch Hinako Kujou auf Anhieb sympathisch, auch wenn sie wohl vor allem für den Fanservice zuständig war. ^^

Fazit:
Der Anime hätte sicher einiges besser machen können, aber dennoch hat er mir  gut gefallen. Ich hatte beim Schauen der Episoden definitiv meinen Spaß und Unterhaltung. Okay, das klingt sehr falsch bei einem Anime, in dem die Menschheit vernichtet wird. ^^

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Matsu

One hell of a fangirl! Matsu liebt Anime und Manga, hat aber auch eine große Leidenschaft für Bücher, Geschichte, Videogames und vieles mehr....

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Tags: Anime, Anime-Reviews, Devil Survivor 2 The Animation, Review

  1. Michael S.

    26. September 2014 at 20:21

    Spoilerwarnung!

    Als der Anime lief, war ich gerade im SMT-Rausch. Nachdem man mir erzählt hat, der erste DeSu-Teil wäre mittelmäßig, wollte ich sehen, ob ich was mit dem zweiten Teil was anfangen könnte, indem ich mir den Anime angeschaut habe.
    Genau wie du war ich nicht enttäuscht.

    Das mit Evangelion-Lite ist mir ehrlich gesagt erst halbwegs durch die Serie eingefallen. Das war mir im nachhinein auch verständlich, denn der erste Teil wird manchmal als ‚The World Ends With You für Arme‘ bezeichnet. Wenn ich die Auswahl zwischen nem billigen TWEWY und NGE hätte, würde ich ehrlich gesagt das Zweitere nehmen. Manche Sachen hat es auch besser als das Original gemacht.

    Mir ging es manchmal auch an den Kragen, dass ständig jemand neues eingeführt wurde. Ich hab aber auch oft gedacht „verdammt, ich hätte das Spiel spielen sollen, um sie näher kennengelernt zu haben.“ Also als Werbemittel für das Spiel funktioniert es tadellos. :P

    Beim Thema Optik stimm ich dir zu. Auch wenn ich nicht der größte Fan von Yasudas Zeichenstil bin, mochte ich wie treu die Charadesigns übernommen wurden und vor allem liebte ich wie gut Kanekos Dämonendesigns adaptiert wurden. Auch die riskanteren Designs wurden nicht zensiert.

    Das mit der Serienlänge war auch ein ziemliches Unterfangen, ein RPG mit vielen verschieden Routen umzusetzen, bei dem schon eine Kampagne 80 Stunden dauert. So wie ich es verstehe ist das auch exklusiv zum Anime, dass so früh schon wichtige Figuren gestorben sind und am Ende nurnoch Hibiki und Yamato verblieben. Polaris ist auch eigentlich der finale Endboss.

    Das mit der Dämonenfusion fand ich auch vorwerflich. Dämonenfusion ist eigentlich das A und O in SMT. Vielleicht sollte es aber auch ein Bonus für die Langzeitfans sein, dass eben dieses wichtige Gameplayfeature den Tag rettet.
    Das Ende empfand ich auch als ziemlich offen… jetzt soll Break Record eine Bonuskampagne kriegen, sie soll lang genug sein, dass man genug Material für ne zweite Staffel hätte. :V

    Ich mag Kaworu, also mochte ich auch Alcor. Im Gegensatz zum ersteren mochte ich, dass er und seine wahre Identität früh vorgestellt wurden.
    Hibiki mochte ich, auch wenn es nichts gewagtes in seiner Charakterentwicklung gab, wurde sie gut ausgearbeitet.
    In jedem SMT gibt es mindestens einen „Macht des Stärkeren“-Fuzzi, diesmal war es halt Yamato. Mit diesen Leuten gebe ich mich dann auch meistens nicht ab.
    Bei Hinako hab ich mich ständig gefragt, wie sie es im Tänzeroutfit bis so weit nach oben geschafft hat. Mein Lieblingscharakter war der Anführer der Egalitarier. Zu dumm, dass beide im Massaker untergegangen sind. Dafür sollen sie im Spiel wichtige NPCs sein, also hat man die Möglichkeit, Hibiki bis ganz zum Schluss mit Hasenohren-Kaputze durchspielen zu können! :D

    Das Spiel mir anzudrehen hat der Anime definitiv geschafft, auch wenn ich deshalb auf Break Record warte. Jetzt hoffe ich mal sehr auf ’ne Europa-Lokalisation…

    Ist doch gut, dass er dich unterhalten hat. Bei manchen Apokalypsenszenarien bin ich da eher erschreckt und bin für den Rest des Tages besorgt, dass es auch uns so passieren könnte.

     
 

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