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Rückblick auf die Winter Season: Maoyuu Maou Yuusha

21 Mai

Was für große….Augen!

Nach einer langen und beschwerlichen Reise trifft unser Held  im Schloss des Dämonenkönigs ein. Er will das vermeintliche Untier zur Strecke bringen – dass der König aber eine hübsche junge Frau ist hätte er im Traum nicht gedacht! Die beiden ungleichen Partner schließen einen Pakt, mit dem Ziel den ewig währenden Krieg zwischen Menschen und Dämonen endlich zu beenden.

Maoyuu Maou Yuusha sah für mich auf den ersten Blick interessant aus, wie es ja oft so ist. Bei näherem Hinsehen begann ich mich dann noch mehr auf die Serie zu freuen. denn ich entdeckte einige Parallelen zu Spice & Wolf, einem Anime (bzw. Franchise, denn Mangas und Novels lese ich ja ebenfalls) den ich sehr mag. Zum einen spielen beide Serien in einer mittelalterliche anmutenden Welt, ein wichtiges Thema ist der Handel und nicht zuletzt sind es die Seiyuus der beiden Hauptcharaktere, die in beiden Serien gleich sind. Allerdings will ich gleich zu Beginn anmerken, dass ich einen Vergleich zwischen den Serien zwar verstehe, aber nicht ganz fair finde. Ich meine, wenn man S&W richtig toll findet und mit der Erwartung eines ähnlichen Meisterwerks an diesen Anime hier herangeht bestand die Gefahr enttäuscht zu werden. Deswegen habe ich mir Mühe gegeben, abseits der offensichtlichen Gemeinsamkeiten nicht zu sehr den Vergleich zu suchen.

Wer hat das Dakimakura erfunden? Maou-sama natürlich! ;)

So viel dazu, kommen wir zur Story. Das ganze Gerede über den Handel und Wirtschaft machte es eben schon bei Spice & Wolf manchmal schwer dem Geschehen zu folgen (wollte ich die Vergleiche nicht sein lassen? Der Vorsatz hat ja lange gehalten…). Hier kam als dritter Faktor noch der Krieg zwischen Menschen und Dämonen dazu, was es nicht einfacher machte. Da war die Recap-Episode 9.5 eine große Hilfe, dort wurden die wichtigsten Ereignisse nochmal schön zusammengefasst. Maoyuu ist wirklich mal ein Anime, bei dem sich ein Recap wirklich lohnt – im Gegensatz zu so mancher anderer story-schwacher Serie! Aber von vorne: Zu Beginn rechnete man als Zuschauer mehr mit einem action-reicheren Anime (ich zumindest), aber der Zahn wurde einem schon nach wenigen Minuten gezogen, als Maou-sama und Yuusha statt einem wirklichen Kampf ein Rededuell lieferten. Schon da ging der Wirtschafts-Talk los, und ich musste mehr als einmal die Episode pausieren und ein paar Szenen zurückspringen. Jedenfalls kam dann heraus, dass Maou-sama eigentlich keinen Krieg gegen die Menschen führen will und das Klischee von den bösen Dämonen Blödsinn ist. Vielmehr ist es so, dass der Krieg auch der Menschheit dient – vor allem natürlich den Reichen, die ohne Krieg eine Einnahmequelle verlieren würden, wogegen das arme Volk unter der Brutalität stöhnt. Ganz wie in der Realität eben! Auf der anderen Seite war die erste Folge aber auch sehr lustig, etwa als Maou-sama ihre Hörner einfach abnimmt und verkündet, dass das bloß Attrappen sind. Oder als sie über ihre schwabbligen Oberarme jammert. Und Millionen Frauen fühlen mit ihr ;) Auch später gibt es noch einige Gags etwa über Maou’s unnütz große Oberweite, ich fand’s lustig!

Unsere findige Dämonenkönigin hat aber einen Plan wie man diesen endlosen Kreislauf durchbrechen könnte: Krieg wird vor allem geführt, um neue Gebiete für die Landwirtschaft zu erobern, damit die Menschen keinen Hunger leiden müssen. Wäre es da nicht naheliegend, neue Technologien einzusetzen, damit das vorhandene Ackerland genug Nahrung für alle hergibt? Und das genau tut Maou-sama, zusammen mit ihrem neuen Partner Yuusha dann auch. Die beiden ziehen in ein kleines Dorf im Winter Country, wo sie zusammen den Leuten einige revolutionäre neue Dinge zeigen: etwa dass man statt Getreide auch die noch völlig unbekannten Kartoffeln anbauen kann, dass bei richtiger abwechselnder Bewirtschaftung die Felder in jeder Jahreszeit Ertrag bringen, dass man Pflanzen auch in einem Gewächshaus züchten kann und vieles mehr. Die Menschem im Winter Country lieben Maou-sama, inzwischen bekannt als Crimson Scholar, schon bald dafür. Und ich auch, denn die Idee, dass Maou-sama sozusagen Erfindungen aus unserer realen Welt in der Welt des Animes erfunden haben soll finde ich sehr interessant. Die beste Erfindung geht aber auf die Kappe der kleinen Maid-Imouto: die hat nämlich die Limonade erfunden! ;)

Tja, und wie es in einer mittelalterlichen Welt zu erwarten ist, spielt auch die Kirche eine große Rolle. Denen ist es natürlich ein Dorn im Auge, dass das relativ kleine Winter Country auf einmal zu einem kleinen Reichtum gekommen ist, und will Maou-sama als Ketzerin an den Pranger stellen. Da diese aber zu diesem Zeitpunkt gerade in der Dämonenwelt weilt, um ihre Lizenz als Dämonenkönigin erneuern zu lassen (WTF, ich will auch so ne Lizenz!), gibt sich eine der beiden Maids, die sie eher bei sich aufgenommen hat als sie auf. Und hält vor den versammelten Bürgern, dem König und den Kirchendienern eine Rede über Freiheit, die sich gewaschen hat. Wow, da war ich wirklich beeindruckt! Sowohl was die Power ihrer Rede angeht (die war sehr mitreißend!), als auch den Inhalt. Freiheit bedeutet, dass man daran arbeiten kann besser zu werden als man ist. Die Definition gefällt mir irgendwie. Besser als wenn unser Bundespräsi von der Freiheit redet auf jeden Fall ;)

Bis dahin fand ich die Serie ziemlich gut (wenn auch manchmal etwas langatmig mit den ganzen Handelserklärungen), allerdings fand ich die letzten 3 Folgen dann irgendwie konfus. Der vorherige Fokus auf Wirtschaft und vor allem den Beziehungen zwischen den Charakteren haben mir da besser gefallen! Hoffentlich wird es eine zweite Staffel geben, noch ist der Krieg ja nicht vollends beendet und ich habe Lust auf mehr Maou-sama! Übrigens noch erwähnenswert ist die Optik der Serie: der Stil der Hintergründe, die manchmal gerade wie Ölgemälde wirkten hat mir wahnsinnig gut gefallen, und das Design der Charaktere stand dazu in einem netten Kontrast.

Ein besonderes Merkmal vom Charaktercast ist das Fehlen von Namen. Der Held heißt einfach Yuusha (=Held), die Dämonin Maou-sama, die Maids werden auch einfach so genannt etc. Habe ich so in noch keinem anderen Anime erlebt. Da es relativ viele Charas gibt, bleiben viele davon eher blass, die Maincharas finde ich jedoch gut gelungen. Da ist Yuusha, der Held der Menschenwelt. Er ist der stärkste Kämpfer, den die Menschen aufbieten können, begabt im Umgang mit dem Schwert und auch Magie beherrscht er. Um ehrlich zu sein, wenn man ihn so sieht traut man ihm das nicht zu. ^^ Nach und nach verliebt er sich in die Dämonenkönigin, und sie erwidert seine Gefühle. Maou-sama ist auch eine sehr hübsche und clevere Frau, da wäre es doch schade gewesen wenn sich die beiden bekämpft hätten ;) Später gesellt sich zum Liebesdreieck noch Yuushas ehemalige Mitstreiterin Onna Kishi dazu, die auf einer Seite Maou-samas Freundin wird, andererseits aber auch ein Auge auf Yuusha geworfen hat. Neben Wirtschaft und Krieg spielte auch die Interaktion zwischen diesen und den weiteren Charakteren eine große Rolle, und auch dieser Part hat mir gut gefallen.

Fazit:
There’s more to this story than useless flesh! Der Titel der Recap-Episode bringt es eigentlich ganz gut auf den Punkt. Durch gewisse Parallelen (die selben Seiyuus der Hauptcharaktere, Mittelalter-Setting, Handel als Thema, …) musste sich Maoyuu Maou Yuusha immer wieder dem Vergleich mit Spice & Wolf stellen. S&W ist besser, aber ich finde dass beide Serien ihre Stärken und Schwächen haben. Deshalb hatte ich auch mit Maou-sama und Yuusha viel Spaß.

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Matsu

One hell of a fangirl! Matsu liebt Anime und Manga, hat aber auch eine große Leidenschaft für Bücher, Geschichte, Videogames und vieles mehr....

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Tags: Anime, Anime-Reviews, Maoyuu Maou Yuusha, Review

  1. funny-chainsaw

    1. Juni 2013 at 15:45

    Alles in allem ist Maoyuu Maou Yuusha sicherlich nicht für jederman gemacht, aber dennoch sollte man diesen Anime nicht ganz abschreiben.Nur leider ist die Geschichte ziemlich verworren, sodass die Zusatzfolge 9.5 zum Glück für ein bisschen Klarheit sorgt, dennoch ist man mehr und mehr verwirrt, was eigentlich wo passiert. Der Zeichenstil hat Ähnlichkeiten mit Steins;Gate, ist aber durchaus detailreich und auch aufwendig gemacht, sodass hier nichts zu bemängeln ist.
    Für Leute mit Wirtschaftsinteresse, oder Geschichtsinteresse, wie man vom Mittelalter in die Neuzeit gekommen ist, ist Maoyuu Maou Yuusha definitiv ein guter Tipp. Oder natürlich allgemein für Mittelalter Freunde ist das ein wahrer Schatz

     
  2. Glove

    9. Juni 2013 at 18:13

    Ich habe mir den Anime grad, in einem Rutsch angeschaut. Finde den Zeichenstil gut und auch die Animationen sind klasse. Story definetiv mal was anderes, wenn auch nicht für jedermann.
    Dennoch kam mir die Serie ein wenig gehetzt vor, speziell bei die letzten 3 Episoden.
    Eine zweite Staffel wäre toll, denn so hat mir das Ende nicht wirklich gefallen.

     
 

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