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Rückblick auf die Winter Season: Kotoura-san

30 Apr

Vorsicht, Kotoura – Manabe ist ein Wolf im Schafspelz! ;)

Die 15-jährige Haruka Kotoura kann die Gedanken anderer Leute lesen. Diese Gabe hat ihr in ihrem bisherigen Leben nichts als Ärger und Leid gebracht: Klassenkameraden wendeten sich von ihr ab und bezeichneten sie als Monster, und letzendlich führte es sogar dazu dass sich ihre Eltern trennten. Nun will sie an einer neuen Schule einen Neustart wagen, dabei aber jeglichen Kontakt mit den anderen Schülern vermeiden. Die Dinge laufen aber nicht ganz wie sie sich das gedacht hat und ihr Sitznachbar Yoshihisa Manabe wird auf sie aufmerksam. Er beschließt Kotoura dabei zu helfen, endlich ein normales Schulleben führen zu können. Allerdings nicht ohne Hintergedanken…

Kotoura-san wird auf MAL als „school love comedy“ angepriesen, was ich von der ersten Minute an befremdlich fand. Kotoura’s Kindheitsgeschichte, die man in den ersten 10 Minuten der ersten Folge zu sehen bekam gehörte mit zu den traurigsten und erschütternsten Dingen, die ich je in einem Anime gesehen habe. Vielleicht bin ich auch einfach leicht zu erschüttern, aber das alles mit anzusehen war geradezu grausam. Kotoura tat einem einfach nur unendlich leid und man hasste die Leute die ihr das antaten einfach nur. Auch dass nicht mal ihre Eltern noch zu ihr standen war hart. Als sie dann ihren ersten Schultag an der neuen Schule hatte hoffte man mit ihr, dass es diesmal besser werden würde, doch man hatte seine Zweifel. Mit Manabe-kun kam dann jedoch schnell Hoffnung auf, und seine perversen Gedanken über Kotoura lockerten die düstere Stimmung auf. Natürlich wurden ihr aber weiterhin Steine in den Weg gelegt, vor allem von Mitschülerin Hiyori Moritani, die heimlich in Manabe verliebt ist und eifersüchtig auf Kotoura war weil ihr Schwarm sich so um sie kümmerte. Sie tat alles um Kotoura bloßzustellen und bei den anderen Schülern in ein schlechtes Licht zu rücken. Der Gipfel war dann, dass sie Manabe eine Schlägertruppe auf den Hals hetzte, die ihn „mal ein bisschen aufmischen sollten“ um Kotoura ein schlechtes Gewissen zu machen. Nur dummerweise wurde Manabe bei deren Angriff schwerer verletzt als gedacht. Da merkte die Übeltäterin dann was sie angestellt hatte. Und jetzt kommt mein Kritikpunkt: damit ging eine 180-Grad-Wende ihres Charakters einher. Hasste sie Kotoura vorher so sehr, dass sie nicht mal vor Gewalt zurückschreckte, war sie auf einmal total lieb und nett und wollte mit Kotoura, Manabe und ihren neuen Kumpels aus dem ESP-Club befreundet sein. Hätte man nicht gewusst, dass es sich um ein und denselben Chara handelte, man hätte es nicht geglaubt. Naja, und ab da war es dann vorbei mit dem spannenden Drama-Part. Die Hauptantagonistin war weg, und nun stand Kotoura nur noch ihre eigene Angst, die neugewonnenen Freunde wieder zu verlieren im Weg. Leider wurde das dann kaum noch richtig thematisiert (okay, das eine Mal als sie zu ihrem Großvater weglief, aber danach kaum noch), und stattdessen bestand der mittlere Teil aus belangloser RomCom-Kost, und Manabes perverse Fantasien, die bei den ersten paar Malen noch lustig waren nutzten sich auch ab. Der letzte Arc um den mysteriösen Angreifer und die „nette“ Polizistin war dann immerhin nochmal etwas spannender, aber so gut wie in den ersten Folgen wurde es nicht wieder.

Vielleicht auch weil die Serie zwischendrin so mies war wurden einem gegen Ende aber die Augen geöffnet und man begann die Ereignisse zum Serienbeginnt mit anderen Augen zu betrachten. Zu Beginn hatten die dramatischen Ereignisse dem Zuschauer nur Kotouras Sicht gezeigt und die Gefühle von etwa ihrer Mutter wurden außer Acht gelassen. Als dann in der letzten Folge Kotoura die Gedanken ihrer Mutter gelesen und gesehen hat was diese wirklich dachte als sie damals ihr Kind hat sitzen gelassen (nämlich dass sie sich dafür schämt eine schlechte Mutter zu sein und nicht zu ihrem Kind stehen zu können) kam ich schon über diese einseitige Sicht der Dinge ins Grübeln. Immerhin ihr Verhalten konnte man nun besser nachvollziehen, denn ich tue mich mit dem Gedanken dass eine Mutter ihr Kind abgrundtief hasst sowieso immer etwas schwer. Die Realität mag da manchmal ein anderes Bild zeichnen, aber ich weiß nicht so recht… BTW glaube ich auch nicht, dass Kotoura wirklich an der Scheidung ihrer Eltern schuld ist…die beiden hatten ohnehin jeweils schon einen/eine neue Geliebte/n, sodass das Ganze wohl eh und je irgendwann in die Brüche gegangen wäre. Der sorglose Kommentar ihrer Tochter darüber hat das Geschehen bloß beschleunigt und ihr das nun in die Schuhe zu schieben finde ich übertrieben. Das Verhalten von Kotouras ehemaligen Klassenkameraden dagegen finde ich immer noch schäbig. Man kann sich allerdings sicher sein, dass die Dinge genauso in der Realität ablaufen könnten und würden, vorausgesetzt natürlich es gäbe wirklich Menschen mit ESP-Kräften.

Das Charadesign fand ich nur so durchschnittlich…wäre die Serie eine reine Comedy gewesen hätte es ja gepasst. Nur für die tragischen Momente war es meiner Meinung nach nicht so wirklich geeignet. Haruka Kotoura etwa sah irgendwie viel zu jung und niedlich aus….vielleicht sollte das ein bisschen ihre Opferrolle unterstreichen? Ich fand sie recht sympatisch, auch wenn man dazu durch die ersten paar Folgen geradezu gezwungen wurde ;) Auch Manabe mochte ich gerne, seine perversen Fantasien habe ich sogar als guten Punkt empfunden – denn sonst wäre er einfach zu perfekt gewesen: gutaussehend, nett und fürsorglich. Yuriko Mifune und Daichi Muroto vom ESP-Club, die neben Manabe Kotouras erste Freunde wurden, spielten eine eher untergeordnete Rolle. Die Sache mit Yurikos Mutter kam zwar in den letzten Folgen mehr zur Sprache, aber wirklich ins Detail ging es nicht. Muroto ist mir eh ein Rätsel, warum ist der Typ als einziger in der Serie ein SD-Charakter? :O Hiyori Moritani mochte ich wie schon gesagt gar nicht, ihre Charakterkehrtwende machte ihr dämliches Verhalten zu Beginn nicht vergessen und auch so mag ich solche Charas wie sie einfach nicht. Von den Nebencharas fand ich Kotouras Mutter noch interessant, eben weil ihr Verhalten zu Beginn mich erschreckte und dann aber später aufgeklärt wurde.

Opening und Ending:

Fazit:
Die ersten 4 Folgen waren einfach nur wahnsinnig gut. Danach ging es extrem bergab und die Serie verkam zur 0815-RomCom. Schade, aus dem guten Ansatz hätte man mehr machen können, denn das Thema „was wäre wenn es Menschen mit übersinnlichen Kräften gäbe“ taugt sicher für einen interessanten Anime!

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Matsu

One hell of a fangirl! Matsu liebt Anime und Manga, hat aber auch eine große Leidenschaft für Bücher, Geschichte, Videogames und vieles mehr....

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Tags: Anime, Anime-Reviwes, Kotoura-san, Review

 

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