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Anime-Rückblick: Kingdom

06 Mrz

Heute reviewe ich meinen zweitliebsten Anime des Jahres 2012, der sich nur Joshiraku geschlagen geben musste: Kingdom! Ihr dürft euch auf (verdiente) Lobeshymnen gefasst machen ;)

Die Story spielt im alten China, genauer gesagt in der sogenannten Zeit der Streitenden Reiche (Warring States Period). Die beiden Waisenkinder Shin und Hyou aus dem Königreich Qin träumen davon, irgendwann als große Generäle auf dem Schlachtfeld zu stehen und die Geschicke einer Armee zu leiten. Doch das ganze erscheint für die beiden schier unerreichbar. Dann, eines Tages, wird jedoch Hyou von einem Minister in den königlichen Palast gebracht. Dort gerät er in den Strudel der Intrigen am Hof, wird schwer verletzt und kann nach seiner Flucht mit Mühe und Not sein Heimatdorf erreichen. Leider kommt für ihn jede Hilfe zu spät. Kurz darauf lernt Shin einen Jungen kennen, der Hyou geradezu unheimlich ähnlich sieht: Zheng. Dieser ist der rechtmäßige König von Qin, wurde aber von einem Rivalen um sein Amt gebracht. Nun will er seinen Thron zurückerobern, und Shin beschließt ihn zu unterstützen – und natürlich will er alles tun, um in Gedenken an Hyou den gemeinsamen Traum vom Generalsposten wahr zu machen!

Es gibt sogar eingestreute Comedy-Szenen :)

Mich selber hat der Anime schon deshalb angesprochen, weil ich sehr gerne die Spiele aus der Dynasty Warriors-Reihe spiele, in denen es ebenfalls um chinesische Geschichte und epische Schlachten geht. Nun haben der Anime und die Games zwar eigentlich nichts gemeinsam (DW spielt u.a in einer anderen Zeit), aber Fans der Game-Reihe dürften am Anime Gefallen finden. So viel erstmal dazu.

Auf jeden Fall habe ich der Serie recht erwartungsvoll entgegengeblickt, leider wurde ich dann mit den ersten Folgen etwas enttäuscht. Zum einen war da die CG-Optik (ich bin kein Freund von dieser Art der Animation, zumindest nicht bei Animes) und auch die Story kam noch nicht sofort in Fahrt. Jedenfalls konnte mich die Serie noch nicht so packen und sie wurde erstmal auf Eis gelegt. Viele andere haben wohl nach den ersten Folgen entnervt aufgegeben und den Anime gedroppt – so weit wollte ich dann auch nicht gehen. Als dann etwa 12 Folgen gelaufen waren bekam ich irgendwie wieder Lust auf die Serie und holte zum aktuellen Stand auf. Und ich war überrascht: spätestens als die Folgenzahl zweistellig wurde begann die Serie richtig interessant zu werden! Schon als es zur Begegnung mit dem barbarischen Bergvolk kam freute ich mich auf jede Folge und als es dann an die Rückeroberung von Zhengs Palast ging wurde es richtig genial. Hatte ich dem Anime anfangs nur eine Bewertung von 6/10 Punkten gegeben ging es jetzt stetig bergauf und schon bald hatte er eine 8/10 verdient!

Nach diesem Arc fragte ich mich schon, wie und ob man das noch toppen konnte: die Antwort ist ja! Shin, der sich in den vergangenen Kämpfen schon einen Namen für seine ausgesprochene Furchtlosigkeit und Kampfkraft gemacht hatte durfte in der Armee von Qin mitkämpfen. Ohne jetzt die ganze Story nacherzählen zu wollen, aber diesen Arc fand ich noch besser als den vorherigen….man fieberte gewissermaßen richtig mit den Kriegern mit und fühlte sich fast so als wäre man auf dem Schlachtfeld mit dabei. In der Hinsicht hat der Anime generell alles richtig gemacht, die Charaktere wuchsen einem schnell ans Herz und man trauerte um jeden Gefallenen mit. Ich zumindest schon ;)

Naja, und dann ging es um den dritten großen Arc. Ratet mal was ich zu dem wohl sagen kann? Genau, er war wiederum besser als der vorherige! Vielleicht hat auch das mir an Kingdom so gefallen: es wurde im Laufe der 38 Folgen kontinuierlich besser, statt einen starken Anfang, ein starkes Ende und eine schwache Mitte zu haben, wie die meisten Animes heutzutage (so kommt es mir zumindest manchmal vor). Arc 3 war auch der ereignisreichste, außerdem wurde hier viel über die Vergangenheit mancher Charaktere enthüllt, die einem gleich in einem anderen Licht erschienen. Besonders hervorheben möchte ich hier die Folgen, in denen Shins Feixin-Einheit gegen alle Umstände (namentlich eine riesige Armee – Shins Einheit hatte nur 100 Leute!) einen feindlichen General besiegte, sowie natürlich die letzten paar Folgen mit der finalen Schlacht und dem Tod eines Charas, der mich völlig überraschend traf. Dabei hatte ich ihn in der vorherigen Schlacht gerade richtig liebgewonnen ;_; Das Ende ist so auf einer Seite traurig, aber auf der anderen Seite auch hoffnungsvoll – ich bin so froh, dass Staffel 2 schon angekündigt ist! Die erste Staffel habe ich am Ende übrigens auf MAL mit 10/10 Punkten bewertet – klar ist der Anime weit davon entfernt perfekt zu sein, aber nachdem die Startschwierigkeiten überwunden habe ich den Anime einfach nur geliebt, jede Folge sehnsüchtig erwartet und immer mitgefiebert!

Wie schon mal erwähnt wachsen die Charas einem erstaunlich schnell ans Herz – und sie entwickeln sich auch weiter. Bestes Beispiel ist Shin, der anfangs nur ein großmäuliger Junge mit einem Traum ist. Doch im Laufe der Serie lernt er eine Menge dazu und erscheint sein Traum vom General anfangs wie pure Spinnerei, kann man sich ihn am Ende definitiv an der Spitze eines Heeres vorstellen. Vor allem wegen seinem Talent, andere Krieger mitzureißen und zum Einsatz ihrer vollen Kraft zu motivieren: und genau das sollte ein Anführer können! König Zheng hat vergleichsweise weniger Screentime, aber auch er ist ein interessanter Chara. In einer Doku über China habe ich gehört, was später aus seinem realen Vorbild wird – man kann sich ehrlich gesagt kaum vorstellen dass aus ihm mal der reinste Despot werden soll. Aber wer weiß, vielleicht weicht der Anime da von der Realität ab ;) Einer von Qins Generälen nimmt Shin später etwas unter seine Fittiche, nämlich der auffällige Wang Qi. Im Anime wurde er mal als „Strange Bird of Qin“ bezeichnet…da kann ich zustimmen xD Aber trotz allem ist er ein wahnsinnig guter Stratege und Kämpfer, vom dem Shin viel lernt. Damit der Anime aber nicht zur reinen Männerwirtschaft verkommt gibt es auch ein paar weibliche Charas. Und nein, die sind keine Fanservice-Objekte – ebenfalls eine schöne Abwechslung von den heutigen fanservice-geprägten Zeiten. Da ist etwa He Liao Diao, die zum Bergvolk gehört und die anfangs von allen für einen Jungen gehalten wird. Shin glaubt das immer noch, zu ihrem Leidwesen ;) Und da ist noch Qiang Lei, die einem Stamm ausschließlich weiblicher Kriegerinnen angehört und so manchem Mann in Sachen Kampfstärke etwas vormacht. Natürlich gibt es noch viel mehr Charas, wobei ich jetzt nicht auf alle eingehen will. Schaut lieber den Anime ;)

Nochmal was zum Artstyle: Der CG-Einsatz wird im Laufe der Serie weniger. Er verschwindet nicht ganz, wird aber später besser und sinnvoller eingesetzt – und die Schlachten werden dadurch zugegebenermaßen dynamischer. Glücklicherweise sehen die Charaktere später nicht mehr ganz so CG-ig aus…vielleicht hatte man für den Anime anfangs eher wenig Budget eingeplant, nach dem späteren Erfolg in Japan aber umdisponiert.

Opening und Ending:

Das erste von 3 Endings:

Fazit:
Lasst euch bloß nicht von den vielleicht etwas langweilig wirkenden ersten Folgen und der anfangs unschönen CG-Optik täuschen – beides wird später deutlich besser! Nicht nur Fans von Dynasty Warriors sollten sich diesen Anime mal näher anschauen – definitiv einer der am meisten unterschätzten Animes des letzten Jahres.

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Matsu

One hell of a fangirl! Matsu liebt Anime und Manga, hat aber auch eine große Leidenschaft für Bücher, Geschichte, Videogames und vieles mehr....

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Tags: Anime, Anime-Reviews, Kingdom, Review

 

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