RSS
 

Rückblick auf die Summer Season: Joshiraku

13 Nov

Einer meiner Lieblings-Animes aus der Summer-Season hat leider sehr lange gebraucht, bis ich ihn endlich beenden konnte. Die Subs haben so lange gebraucht…

Der Anime warnt uns Zuschauer in der ersten Folge sofort vor: „This anime is full of ordinary dialogue so that the viewers can fully enjoy how cute the girls are.“ Und niedlich sind die Mädchen, die als Schauspielerinnen an einem Rakugo-Theater (traditionelle japanische Comedy) arbeiten, auf jeden Fall – wer aber nun nettes Geplauder über Mädchenthemen erwartet, liegt vollkommen falsch. Schon wenn man hört wer am Manga, auf dem diese Serie basiert, mitgearbeitet hat: Koji Kumeta, der Erfinder von Sayonara Zetsubou Sensei. Und wer diese Serie kennt, weiß was er von Joshiraku erwarten kann. Natürlich ist die Grundidee der beiden Serien total verschieden, aber den Humor kann man durchaus vergleichen. Das war auch einer der Gründe, warum ich mich sehr auf den Anime gefreut habe.

Und ich wurde nicht enttäuscht: Vergleichbar mit SZS wurde von der ersten Minute an ein Feuerwerk an Gags, Anspielungen und Wortspielen gezündet, dass es eine wahre Freude war. Ob japanische Politiker, das eigene Animationsstudio und natürlich die Charas selbst – keiner war vor den Witzen der Rakugo-Truppe sicher. Dabei fangen die Unterhaltungen oft mit einem total banalen Thema an (etwa ob man Hunde oder Katzen lieber mag) und entwickeln sich dann in eine völlig andere Richtung. Lustig fand ich auch die Szenen, in denen sich die Mädchen bewusst werden, dass sie selbst nur Figuren in einem Anime sind und sich etwa Gedanken machen, ob man ihrer Story wirklich hätte animieren müssen. (Ich kann euch beruhigen, Mädels: Ja, das musste man, denn so wurde uns ein toller Anime beschert. ^^) Neben dieser Art von Humor nutzen viele Gags auch die typischen Eigenheiten der Charaktere aus: etwa die völlig harmlos und lieb wirkende Kigu, die in einer Szene Death Metal hört – was man ihr auf den ersten Blick nie zutrauen würde. Oder die Verdächtigungen, dass Marii ein crossdressender Mann sei, die sich als Running Gag durch die Serie ziehen. Um das ganze Paket abzurunden, gibt es noch jede Menge Anspielungen auf andere Animes wie K-ON, Detroit Metal City, Black Jack, Shirokuma Cafe und natürlich Sayonara Zetsubou Sensei. Mein Favorit von allen war übrigens die Weihnachtsszene aus Folge 11. Erst die Geschenke, die untereinander verteilt wurden, dann der monströse Tannenbaum und dann noch Marii the Red-Nosed Reindeer – ich musste so lachen und werde mir die Folge nochmal an den Weihnachtstagen reinziehen :D

Selbst die Namen der Mädchen beinhalten Wortspiele: Buratei Marii kann man beispielsweise auch als „Bloody Mary“ lesen. Marii ist oft die Zielscheibe vieler Witze der anderen, wie etwa die Crossdresser-Geschichte. Meistens gibt sie sich ernst und regt sich auf wenn jemand eine sinnlose Frage stellen will. Tetora Bouhatei setzt sich aus bouhatei=breakwater (Wellenbrecher) und tetrapod (das sind wohl auch eine Art von Wellenbrechern) zusammen. Sie hat oft unverschämtes Glück, gewinnt in Lotterien und beim Geschenke-Wichteln sahnt sie grundsätzlich das beste Päckchen ab. Natürlich sind die anderen da neidisch, Tetora selbst scheint das aber nicht aus der Ruhe zu bringen. Der Name von „Kigu“ Kigurumi Haroukitei stammt von Kigurumi und „Hello Kitty“ ab. Auf den ersten Blick hält man sie für nett und harmlos, aber hinter der süßen Fassade versteckt sich ein kleines Teufelchen (im Manga merkt man den Unterschied noch mehr, finde ich!). Megane-Chara Gankoyu Kuurubiyuutei hat ihren Namen von gankyou (=Brille) und „cool beauty“. Und so ist sie auch aüßerst cool und gefasst – meistens zumindest. Zu guter Letzt Kukuru Anrakutei – Kukuru bedeutet so viel wie „(jemanden) aufhängen“ und Anrakutei „Euthanasie“ (Sterbehilfe). Hinter jemanden mit so einem Namen kann sich kein fröhlicher Chara verbergen, und das ist Kukuru auch nicht. Im Gegenteil, sie ist extrem unglücklich, neigt zum Selbsthass und ist emotional instabil. Dementsprechend sorgt sie für den Anteil von schwarzen Humor.

Der Cast beschränkt sich im Wesentlichen auf diese 5 Charas, ab und zu taucht noch eine seltsame Frau mit Wrestling-Maske auf und in der letzten Folge taucht dann noch ein neuer Chara auf, deren Name schon viel über ihren Charakter aussagt: annoying und irritating. Auch ein netter Gag, aber so nervig wie sie war taucht sie hoffentlich in der OVA die noch kommen wird nicht wieder auf. ^^ Ich mochte die 5 Rakugo-Schauspielerinnen alle gern, aber ich glaube Kukuru war meine Nummer 1. Irgendwie muss man sie einfach besonders mögen :3

Die Optik ist ziemlich minimalistisch, aber das stört nicht weiter. Der Fokus liegt sowieso mehr auf dem Humor und ich finde, dass der Stil des Mangas ziemlich gut umgesetzt wurde. Da hat J.C. Staff seit längerem wieder mal was richtig gemacht, ich bashe das Studio ja sonst in den meisten Fällen ;) Opening und Ending waren dagegen regelrechte Highlights: Schon das Opening ist richtig eingängig und macht Lust auf den Anime. Das Ending ist dann ein würdiger Abschluss und einfach nur genial.

Fazit:
Ein leider viel zu unbekannter und unterschätzter Anime, der es trotz scheinbarer Moe-Optik faustdick hinter den Ohren hat! Für mich war Joshiraku neben Chu2Koi aus der aktuellen Season das Comedy-Highlight des Jahres.

Tweet about this on TwitterShare on FacebookShare on Google+Share on TumblrEmail this to someone

Matsu

One hell of a fangirl! Matsu liebt Anime und Manga, hat aber auch eine große Leidenschaft für Bücher, Geschichte, Videogames und vieles mehr....

Email - Twitter - Facebook

 

Tags: Anime, Anime-Reviews, Joshiraku, Review

  1. Senjou

    13. November 2012 at 15:25

    Die Serie muss ich auch unbedingt noch nachholen, hab nur gutes darüber gehört. Wobei einige Gags bzw. Wortspiele wohl von den Subgruppen verändert worden, da die reinen japanischen Sachen hier im Westen wohl kaum jemand verstanden hätte.

    Außerdem ist das Ending klasse. :D

    Nur schade, dass man das Original auf Youtube nicht findet.

     
  2. alex_roston

    15. November 2012 at 22:21

    Beim ersten Reinschauen hat mich Joshiraku nicht so angesprochen, genau wie Zetsubou Sensei. Da das bei mir aber ein gutes Zeichen ist (ging mir schon bei etlichen Anime so, die ich später richtig toll fand^^) werd ich dem Ganzen wohl doch noch mal eine Chance geben müssen.
    Vielleicht überzeugt der Humor mich ja^^.

    BTW das Ending ist echt cool XD!

     
  3. Shino-Bakura

    16. November 2012 at 13:54

    Joshiraku war eine wunderbare Comedy Serie und selbst wenn man als nicht Japaner viele Sachen nicht verstanden hat, so war das was man verstehen konnte, immernoch lustig genug. Wirklich toll zu sehen, dass J.C. Staff doch noch dazu in der Lage ist, anständige Serien zu produzieren. Am besten waren natürlich die vielen genialen Anspielungen und mein Favo war ja die Predator Anspielung aus der Folge mit dem riesen Weihnachtsbaum. Da wäre ich vor lachen fast vom Stuhl gefallen. Außerdem auch genial, wo sie sich in Folge 11 bei ihrem Studio bedanken, dass sie von ihnen animiert wurden.

    Wäre dieses Jahr nun nicht schon Danshi Koukousei no Nichijou rausgekommen, würde ich Joshiraku aals beste Comedy Serien des Jahres bezeichnen. Oh und lustig, Danshi Koukousei no Nichijou ist noch viel unbekannter als das hier, weil es da keine süßen Weiber als Mains gibt.

    Joshiraku wäre in jedem Fall eine Serie, die man noch nachholen könnte.

     
 

Leave a Reply