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Rückblick auf die Summer Season: Oda Nobuna no Yabou

11 Okt

Och nö, nicht schon wieder Samurai-Schulmädchen! …sagen jetzt vielleicht manche. Wobei ich diese Art von Animes sehr mag, also war Oda Nobuna no Yabou natürlich ein Must Watch.

Man muss ja nur einen Blick auf die Vorschau-Pics zu diesem Anime werfen, um sofort den Eindruck zu bekommen dass es sich hier um eine x-beliebige Harem-Serie handelt. Wie es sich für eine solche gehört, ist der Mainchar ein etwas farbloser Highschool-Schüler. Yoshiharu Sagara ist ein riesiger Fan von Videospielen, in denen man die Krieger des alten Japan steuert und mit ihnen Schlachten schlägt (yay, ein Held mit dem ich mich identifizieren kann!). Eines Tages gerät unser tollkühner Gamer-Held in die Vergangenheit…um genau zu sein in genau diese Periode, die er so begeistert nachzockt. Dummerweise findet er sich genau im Getümmel einer Schlacht wieder, wo er seinen Augen nicht traut als ein Mädchen aus dem Nichts auftaucht und die feindlichen Soldaten bekämpft. Wenig später kann er auch seinen Ohren nicht mehr trauen, denn das junge Fräulein stellt sich vor als…Oda Nobuna, die Kommandantin eines Samurai-Heeres und Daimyo von der Provinz Owari. Ja, man kennt es ja aus diversen Vertretern dieser Anime-Gattung: statt männlichen Männern sind die Krieger hier fast ausnahmslos Frauen. Von gut gebaut bis zur Loli, hier ist für alle etwas mit dabei. Da er mit seinem Game-Wissen aus der Zukunft ein nützlicher Verbündeter ist, beschließt Nobuna ihn in ihre Truppe aufzunehmen – anstelle von Hideyoshi Toyotomi, der in dieser Welt bereits das Zeitliche gesegnet hat!

Ich hatte schon kurz bevor der Anime angekündigt wurde von der gleichnamigen Light Novel gehört und fand die Story ansprechend, wie so oft bei dieser Art von Samurai-Geschichten. Aber wie immer, meine Wenigkeit ist ein gewaltiges Faultier und zum Novel lesen fehlt mir meistens die Motivation (komisch, normale Bücher verschlinge ich ständig), und so hat mich die Anime-Ankündigung umso mehr gefreut. Dennoch habe ich es dann eine ganze Weile vor mir hergeschoben, mit der Serie zu beginnen. Mich haben in letzter Zeit einfach zu viele Serien enttäuscht, wie zum Beispiel Sankarea, worauf ich mich auch sehr gefreut hatte. Dann legte ich aber doch noch los, und ich war froh einige Folgen am Stück anschauen zu können. Denn von der ersten Folge, von der ersten Minute an hat mich die Serie einfach begeistert und gepackt. Kurz bevor ich mit dem Anime begonnen habe, hatte ich ein Buch über Samurai und ihre Schlachten gelesen. So konnte ich einige Dinge im Anime wiederfinden, weswegen ich gleich nochmal so viel Spaß hatte. Natürlich ist nicht alles historisch korrekt und genau umgesetzt (wie auch, Nobunaga und Co waren ja keine Frauen xD), aber bestimmte größere Ereignisse kamen vor und das Aha-Erlebnis war toll. ^^

Zu Beginn war der Anime noch sehr fröhlich und positiv, so wuchs Yoshiharus Loli-Harem immer weiter an – ohne dass das Ganze aber die Überhand nahm, die Samurai-Story stand immer im Vordergrund. In den letzten paar Folgen wurde es dann aber sehr viel ernster und düsterer, nebenbei rückte die Beziehung zwischen den beiden Mainchars mehr ins Spotlight. Was soll ich sagen, auch diesen Part hat die Serie souverän gemeistert. Nobuna und Yoshiharu sind mMn auch ein nettes Pärchen, sie passen total gut zusammen wenn man mich fragt :3 Der Fanservice hält sich übrigens in angenehmen Grenzen. Es gibt ihn, aber ohne es zu übertreiben. Zu viel davon hätte ich als unpassend empfunden, gerade weil die Serie doch manchmal diesen ernsteren Unterton hat und ich Serien bei zu hohem Ecchi-Gehalt meistens nicht ganz für voll nehmen kann.

Die Charaktere basieren von den Namen und Backstorys her auf berühmten Figuren der japanischen Geschichte. Ansonsten gibt es natürlich alleine schon vom Geschlecht her gravierende Unterschiede. Akechi Mitsuhide etwa wird aber auch in dieser Variante der Geschichte zum Verräter bzw. der Verräterin, allerdings geht es dann anders mit der Story weiter (was auch Yoshiharu bald entsetzt feststellen muss, denn nun kann er sich nicht mehr zu 100% auf seine Erinnerungen aus den Samurai-Games verlassen).  Und dass die vielen Verbündeten des Oda-Clans nicht wirklich Lolis waren, muss ich wohl keinem erklären – auch wenn manch einer das wohl bedauert ;) Die beiden Hauptcharaktere hatte ich beide sofort gerne. Yoshiharu hat anders als manch anderer Held doch einiges auf den Kasten, denn er scheut sich nicht sein eigenes Leben in Gefahr zu bringen um Nobunas Plan vom vereinigten Japan voranzutreiben. Und Nobuna Oda war zwar manchmal eine ziemliche Tsundere, aber immerhin schaffte sie es später immer mehr zu ihren Gefühlen zu stehen. Ein bisschen blöd war aber wieder mal, wie eine toughe Heldin nur wegen der Liebe zu total törichten Handlungen hingerissen wird…aber gut, Nobuna war schon immer als Hitzkopf bekannt. ^^

Bei all dem Lob muss ich ein kleines bisschen Kritik mit einbringen: Leider wird nicht aufgeklärt wie und warum Yoshiharu eigentlich in die Vergangenheit geraten ist. Da hätte ich mir doch eine Erläuterung gewünscht, denn sowas ist ja nicht alltäglich, oder verschwinden in Japan oft Schüler in die Vergangenheit? ;) Wie so oft bei Novelumsetzungen ist da aber die Frage, ob das in der Vorlage erwähnt wurde oder nicht. Ich glaube ich lese mal rein (tue ich eh wieder ewig nicht, wie oft habe ich schon gesagt dass ich das machen wollte ^^‘). Außerdem krankt der Anime wieder an einem typischen Problem, mit dem auch schon Sengoku Collection und Kollegen zu kämpfen hatten: Der Mangel an männlichen Wesen. Hier ist es aber nicht so unglaubwürdig wie es etwa bei Sengoku Otome, wo die Bevölkerung scheinbar zu 100 Prozent aus Frauen bestand. Ein paar Männer tauchen immerhin auch auf, wenn sie auch meist auf Nebenrollen oder Bösewichte beschränkt sind. Wie schon bei Koihime Musou ist das in meinen Augen ein Pluspunkt. Man erwartet zwar keine Realistik in dieser Art von Anime, aber darüber wie sich Frauen ohne die Mithilfe von Männern fortpflanzen können grüble ich heute noch. Vielleicht per Bestäubung über die Luft? Oder der Klapperstorch bringt die Babys *lol*

Wie sieht es mit den Chancen für eine zweite Staffel aus? Natürlich spielen die DVD-Verkäufe da eine große Rolle, aber rein von der Story her gesehen muss es sogar noch weitergehen, wenn man sich weiterhin zumindest grob an die historische Vorlage halten will. Immerhin hat Nobuna ihr Ziel Japan zu vereinigen noch nicht erreicht. Und mein Hunger nach ihren Abenteuern ist auch noch nicht gestillt. ^^

Opening und Ending:

Fazit:
DIE positive Überraschung in dieser Season. Ich habe praktisch nichts von diesem Anime erwartet außer ein bisschen leichte Unterhaltung und Zeitvertreib – stattdessen entpuppte sich Oda Nobuna als sehr fesselnd und wurde so zu einem meiner Saisonfavoriten!

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Matsu

One hell of a fangirl! Matsu liebt Anime und Manga, hat aber auch eine große Leidenschaft für Bücher, Geschichte, Videogames und vieles mehr....

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Tags: Anime, Anime-Reviews, Oda Nobuna no Yabou, Review

  1. alex_roston

    11. Oktober 2012 at 19:54

    Ich hatte die Serie auch Anfang der Season auf meine Watchlist gepackt, aber dann erst kürzlich in einem Ruck durchgeschaut. Die Erwartung war auch bei mir ein 08/15 Ecchi-Harem nur halt mit Samurai-Setting, was ich bisher noch nicht kannte bzw. es mich nicht interessiert hatte.

    Nichtsdestotrotz fand ich die Serie auch sehr packend gemacht und sie hat mich als Gesamtpaket wirklich positiv überrascht. Die Charaktere waren nicht überzogen stereotyp und auch sehr glaubwürdig. Bis auf Yoshiharu, der anfangs, wie du sagst, „farblos“ war. Ist wohl so ein typischer Ecchi-/Harem-Fluch, dass die männlichen Charas immer recht persönlichkeitsarm sind^^. Gegen Ende konnte er diesem Fluch dann etwas entkommen, indem er sich schließlich von der mutigen Seite zeigte.
    Nichtsdestotrotz hätte man ihm ruhig mehr Einzigartigkeiten verpassen können.
    (Auf der anderen Seite „dürfen“ männliche Charas in Harems nicht zu sehr hervorstechen, da man sich als Zuschauer ja dann nicht mehr so stark mit ihnen identifizieren kann. Und schließlich wollen wir uns doch alle darin hineinversetzen können, wie es ist, einen ganzen Harem schöner weiblicher Kriegerinnen zu haben, oder nicht?^^)
    Ansonsten aber wirklich ein interessanter Anime. Kann ich bedenkenlos weiterempfehlen.

    Ach, und wieso soll der Klapperstorch nicht die Babies bringen. So es mir doch meine Mama beigebracht…
    http://alexroston.files.wordpress.com/2012/10/overconfident_alcoholic_depression_guy_meme-geburt.png

     
  2. TheRealWinston

    1. Juli 2013 at 14:32

    Du hast dich doch gefragt wie sich Frauen ohne Männer fortpflanzen können, da fiel mir gerade ein das einer Gruppe Wissenschaftler (übrigens Bestand die sogar aus nur einem Mann) gelungen ist, aus einer Froscheizelle eine funktionsfähige Froschsamenzelle zu erzeugen und mit dieser konnten sie erfolgreich eine andere Eizelle befruchten. Ob das stimmt bin ich mir jetzt aber nicht ganz sicher, aber ich hoffe es hilft ein wenig bei deiner Frage.

     
 

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