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Rückblick auf die Spring Season: Medaka Box

25 Jun

Medaka Box ist der neueste Streich von Gainax und basiert außerdem auf einer Novel von Bakemonogatari-Schöpfer Nisio Isin. Da ist es klar, dass die Fans große Erwartungen haben – aber konnte Medaka Box dem gerecht werden?

Der Anime dreht sich um die namensgebende Medaka Kurokami. Sie wurde gerade mit überzeugender Mehrheit zur Schülerratspräsidentin gewählt und führt als erste Amtshandlung eine Art Kummerkasten ein, damit sich die Schüler mit Problemen und Sorgen an sie wenden können. Statt einfachen Problemen wie Liebeskummer bekommen es Medaka und ihr bester Kumpel Zenkichi (der nicht ganz freiwillig mit von der Partie ist) schon mal mit entlaufenen Hunden, verschwundenen Shogi-Spielsteinen und anderen Dingen zu tun. Kein Problem für Medaka, denn sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Menschen zu helfen. Und dabei entwickelt sie geradezu übermenschliche Kräfte, damit keine Anfrage unbeantwortet bleiben muss!

Der Anime ist mir vor der Saison gleich ins Auge gesprungen, und das nicht nur wegen Medakas unübersehbarem Vorbau. Nein, sondern weil die Story soweit interessant klang und als Grundlage für eine verrückte Comedy durchaus brauchbar sein könnte. Genauso war es dann auch erstmal. In den meisten Folgen ging es um die verschiedenen Aufträge, die Medaka (und später ihre neu rekrutierten Mitstreiter) so zu erfüllen hatten, wobei es dank der Heroine und ihrer Vorliebe für die verschiedensten Kostüme jede Menge Fanservice zu sehen gab. Da ich ein großer Fan von School-Comedys (gerne auch mit Ecchi) bin, haben mir diese Folgen richtig gut gefallen. Manch anderer Zuschauer war wohl an dieser Stelle schon enttäuscht, aber ich fand die Serie da noch richtig gut.

Dann geht jedoch eine wilde Achterbahnfahrt los. Im übertragenen Sinne natürlich, denn waren die ersten Folgen noch recht zusammenhanglose Comedy-Kost, tauchen irgendwann die Enforcers auf, eine Truppe die an der Schule für Regeleinhaltung, Ordnung und Sicherheit sorgen soll und bei der Durchsetzung ihrer Ziele schonmal auf Gewalt zurückgreift. Da Medaka ja nun alles andere als eine angepasste, brave Schülerin ist, dauert es nicht lange und sie steht auf der schwarzen Liste der Truppe. So kommt es dann in den letzten Folgen zum Zusammenstoß mit Myouri Unzen – einem 10-jährigen, verdammt gruseligen Wunderkind, dass der härteste Hund der Enforcers ist und vor keiner Schandtat zurückschreckt. Kurzerhand hetzt er Medakas Freunden Attentäter auf den Hals, und als dieser Plan scheitert muss der Clubraum des Schülerrats dran glauben. Wobei es dem kleinen Giftzwerg wohl völlig egal ist, ob die Schülerratsmitglieder dabei sterben können. Oder vielmehr ist eher eher enttäuscht, weil dem nicht so ist. Und dann wird es erst richtig kurios und für mich reihte sich ein WTF-Moment an den anderen: Medaka und Unzen liefern sich ein Duell in bester Super-Saiyajin-Manier, zertrümmern dabei erstmal die ganze Schule und am Ende bemerkt Medaka so nebenbei, dass sie sich wohl ein paar Knochen gebrochen hat und auch ein paar Organe in Mitleidenschaft gezogen sind. WTF? Ich habe ja nichts gegen verrückte Animes, aber DAS? Irgendwie fühlte ich mich da in einen anderen Anime versetzt, denn diese Folgen wollten so gar nicht zum Rest passen. Okay, Medaka IST außergewöhnlich, aber wenn ein einzelnes Mädchen ein komplettes Schulgebäude an Metallseilen durch die Gegend ziehen kann hört dann doch der Spaß auf. Das Ende vom Kampf war dann aber der größte Troll: Während ich die ganze Zeit vorm Bildschirm saß und praktisch schrie „Zeig dem Zwerg was ne Harke ist, Medaka!“, passiert am Ende genau…nichts.  Dass Medaka Unzen nicht erledigen kann, weil er ja auch einer der Menschen ist die sie so liebt fand ich mehr als sinnlos. Wenn er Medaka als Monster bezeichnet, was ist er dann bitteschön? Und was wollte uns der Anime mit diesem Ende sagen? Etwa das Gewalt keine Lösung ist? Und das, obwohl sich die beiden vorher die Köpfe eingeschlagen und die ganze Schule zerstört haben? Fragen über Fragen, auf die ich so schnell wohl keine Antwort finde. Wie dem auch sei, diese letzten paar Folgen mochte ich wegen den Übertreibungen gar nicht und so habe ich den Anime dann etwas abgewertet.

Das Beste an Medaka Box waren in meinen Augen die Charaktere. Alleine Medaka ist schon genug, um für jede Menge Spaß und Action zu sorgen. Dass sie kein gewöhnliches Mädchen ist bekommt der Zuschauer schon in der ersten Folge mit, und im Verlauf der Folgen entwickelt sie geradezu Superkräfte bis zu dem Punkt dass man sich an eine Parodie auf Dragon Ball Z erinnert fühlt. Was aber alle total normal finden, wie man in einer Szene sehen konnte als sie etwa mit einem Fahrrad durchs Schulgebäude brettert oder durch das Fenster im 3.Stock geklettert kommt – der lapidare Kommentar der Mitschüler „total normal“. Ebenfalls gefällt mir, dass Medaka zwar auf den ersten Blick wie die typische Ecchi-Heroine wirkt, aber bei ihr dann doch mehr dahintersteckt – immerhin liegt ihr das Glück anderer Menschen am Herzen und so leistet sie immer gerne Hilfe, wenn auch manches Mal auf ungewöhnliche Art und Weise. Zenkichi, ihr ständiger Begleiter kommt da nicht ganz mit, aber auch ihn mochte ich im Prinzip von Anfang an. In dieser ersten Season wurde leider noch nicht allzu viel über ihn bekannt, aber wenn ich MAL Glauben schenken darf kommt da noch was auf uns zu. Die anderen beiden späteren Mitglieder des Schülerrats konnte ich zu Beginn überhaupt nicht ab, aber es dauerte nicht lange bis sich das geändert hat. Andere Charas wie Shiranui werden wohl in der nächsten Staffel noch eine größere Rolle spielen, und auch darauf freue ich mich schon. Insgesamt fühlt man sich bei den Charas ein bisschen an Nisio Isin’s andere Werke erinnert, denn dort sind die Charas ähnlich liebenswert-verrückt. Gerade das mochte ich schon bei etwa Bakemonogatari gerne, auch wenn ich den Anime sonst nicht so toll fand.

Opening und Ending:

Fazit:
Meine Meinung schwankte während der 12 Folgen ständig zwischen „genial“ und „totaler Blödsinn“. Während in der ersten Hälfte ersteres überwog, konnte mich die 2.Hälfte und insbesondere der Unzen-Arc deutlich weniger überzeugen. So bleibe ich am Ende mit gemischten Gefühlen zurück, auch was die angekündigte zweite Staffel angeht. Grundsätzlich abgeneigt bin ich allerdings nicht, denn Medaka Box hatte durchaus seine positiven Punkte.

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Matsu

One hell of a fangirl! Matsu liebt Anime und Manga, hat aber auch eine große Leidenschaft für Bücher, Geschichte, Videogames und vieles mehr....

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Tags: Anime, Anime-Reviews, Medaka Box, Review

  1. Keiko-sama

    26. Juni 2012 at 06:20

    Während ich hier mit dir 100% konform gehe:
    „Meine Meinung schwankte während der 12 Folgen ständig zwischen “genial” und “totaler Blödsinn”.“
    muss ich dir hier leider völlig widersprechen:
    „Während in der ersten Hälfte ersteres überwog, konnte mich die 2.Hälfte und insbesondere der Unzen-Arc deutlich weniger überzeugen.“
    Ich bitte dich, Stimmporn mit Romi, dazu ein böser, böser, BÖSER weißhaariger Shota? Kann es den besser sein? Gut, vielleicht hätte er noch Brille tragen müssen…

    Medaka ist für mich eine überaus gelungene Parodie auf das Shounen-Genre, oft sieht man diese gewollte Parodie auch recht offensichtlich. Medaka als Charakter ist doch das, was jeden Shounenhelden ausmacht, nur auf die Spitze getrieben. Auch dies unglaublich Unlogik, über die man in dem Anime ständig stolpert zeigt doch wie sehr Nisio hier Jump aufs Korn nimmt. Oder wundert sich nicht jeder regelmässig über die nicht vorhandene Logik in Shounen?
    Das Drama, der Pathos… Als Parodie, in meinen Augen jedenfalls. Ich bin wirklich glücklich, dass es eine zweite Staffel geben wird, da, wenn man den Mangakennern Glauben schenken darf, die gesamte Story eine 180° Grad Wendung durchmacht.
    Ich bin ja mal gespannt.

     
  2. alex_roston

    26. Juni 2012 at 12:32

    Entgegen der weitläufigen Meinung fand ich Medaka Box in dieser Season richtig gut. Wie Keiko schn sagte ist der parodistische Teil nicht zu verachten. Allerdings ist das Ganze stellenweise ziemlich hektisch und übertrieben, was nicht jedermanns Geschmack ist. Das ist bei Gainax aber nicht verwunderlich, man nehme nur Gurren Lagann^^.
    Die Comedy ist aber genau nach meinem Geschmack und Medaka ist einfach ein außergewöhnlicher Charakter. Ich erwarte gespannt die zweite Staffel.

     
 

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